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Die Wikinger wollen zurück auf den Thron

Die Dürnten Vikings bestehen seit Jahren aus demselben Spielerkern. Nach zwei Titeln in Serie musste der Zweitligist zuletzt in den Halbfinals die Segel streichen. Die Enttäuschung hat den Ehrgeiz der Vikings geweckt.

Prättigau-Spieler Björn Depeder (links) bezwingt Vikings-Goalie Lorenzo Illien. (Archivbild: Christian Merz), Vikings-Spieler Michel Kunz (links) wehrt sich gegen Björn Depeder. (Archivbild: Christian Merz)

Die Wikinger wollen zurück auf den Thron

Von einer solchen Konstanz träumen andere Klubs. Dreimal hintereinander beendete Zweitligist EHC Dürnten Vikings die Qualifikation auf dem ersten Platz. Zweimal marschierten die Oberländer danach durch die Playoffs und sicherten sich den Meistertitel in der Region Ostschweiz – jeweils im Final gegen Prättigau-Herrschaft.

Auf die Bündner trafen die Vikings auch in der vergangenen Saison, allerdings im Halbfinal – und diesmal zogen sie den Kürzeren.

«Zu Recht», sagt Stürmer Alain Deubelbeiss. «Wir fanden gegen sie kein Rezept.» Die Prättigauer können den Vikings heuer nicht mehr in die Quere kommen – sie stiegen in die 1. Liga auf.

Diesen Anspruch haben die erfolgsverwöhnten Oberländer nicht. Aber sie wollen zurück auf den Thron. Kein einfaches Unterfangen. Der SC Rheintal in der anderen Ostschweizer Gruppe beispielsweise hat aufgerüstet. «Die sind ganz stark», glaubt Deubelbeiss, sagt nach Abschluss der Vorbereitung aber auch: «Wir sind bereit.»  

Auch eine Charakterfrage

Das findet auch Sportchef Thomas Meister. «Ich habe ein gutes Gefühl», gibt er sich vor dem Saisonauftakt gegen Aufsteiger Sursee zuversichtlich. Das enttäuschende letzte Meisterschaftsende ist längst verarbeitet. «Die Saison war trotz allem gut», will er festgehalten haben.

Sowohl Deubelbeiss als auch Meister finden, dass das Halbfinal-Aus nach der langen Phase des Erfolgs durchaus positive Folgen haben könnte. Deubelbeiss erzählt, viele hätten sich danach vorgenommen, nochmals Vollgas zu geben, «um den ‹Chübel› ein drittes Mal zu holen.» Und Sportchef Meister sagt: «Jetzt haben wir uns wieder Ziele stecken können.»

Das erste davon: Die Dürntner wollen die Playoffs aus der Poleposition in Angriff nehmen. «Dafür müssen wir in der Qualifikation auf konstant hohem Niveau spielen», fordert Deubelbeiss. Der Stürmer weiss – es ist auch eine Art Charakterfrage. «Mit destruktiven Gegnern haben wir öfters Mühe», sagt er. Was letztlich heisst: Es geht für die Vikings auch darum, gegen schwächere Mannschaften konzentriert zu Werke zu gehen, das Tempo hoch zu halten.

Die Voraussetzungen dafür sind ideal. Die Dürntner verfügen weiterhin über ein erfahrenes und spielerisch überdurchschnittlich gutes Team, das über drei Linien ausgeglichen besetzt ist und in dem ein starker Zusammenhalt herrscht.

Letzteres dürfte die wichtigste Zutat im Erfolgsrezept sein. Denn wen man auch immer innerhalb des Klubs fragt, wie er die Atmosphäre im Team beschreiben würde, wählt dieselben Worte. «Es ist wie einer Familie».

Transferbörse ohne Umsatz

Wie in der jüngeren Vergangenheit hat sich das Gesicht des Teams nur punktuell verändert. Die Transferbilanz ist schnell gezogen: Zwei Abgänge (Marcel Zaugg, Christoph Schmid) durch Rücktritte gab es, dazu kam ein neuer Spieler.

Adrian Stoob wechselte vom EHC Dübendorf zu den in Bäretswil spielenden Vikings. Der 26-jährige Stürmer spielte die letzten sieben Saisons in der 1. Liga und sammelte in seinem produktivsten Jahr fast 60 Punkte. Die Erwartungen an ihn sind entsprechend. Sportchef Meister sagt: «Er soll eine Leaderfigur sein.»

Probleme in der Offensive hatten die Vikings in der jüngeren Vergangenheit sowieso keine. In der letzten Saison schossen sie in der Qualifikation in 18 Partien 100 Tore.   

Zu einer Veränderung kam es im Staff. Nun führt Claudio Petrini das Team zusammen mit dem neu verpflichteten Christian Thiemeyer. Die zwei Trainer sind gleichgestellt und teilen sich die Aufgaben. Deubelbeiss findet für den vom EHC Schaffhausen gekommenen Thiemeyer nur lobende Worte. Er sei sehr konstruktiv, sagt er und schätzt es, dass man jemanden an Bord holte, der keinen der Spieler kannte und unvoreingenommen an seine Arbeit heranging.

«Ein solcher Impuls von aussen ist zweifelsohne positiv.» Auch in einer Erfolgsfamilie.

 

 

 

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