Eine Klatsche für den UHC Uster
So richtig Stimmung wollte im Ustermer Buchholz nie aufkommen. Dabei wäre alles angerichtet gewesen: Da das Schweizer Fernsehen im nächsten Frühjahr zehn Partien der Playoffs live übertragen wird, entschied sich der nationale Verband anlässlich des «Season Opener» zu einer ersten Probe der neu angeschafften Systeme.
Entsprechend herausgeputzt präsentierte sich die Halle. Vor allem der eigens verlegte Boden mit ungewohnt wenigen Linien war eine Augenweide. Auf diesem brillierte allerdings spätestens ab Spielhälfte der brutal effiziente Grasshopper Club, der sich im letzten Drittel gar in einen Rausch spielte. Bitter für den UHC Uster, der schliesslich 2:12 verlor.
Überragender Pascal Meier
Zwar war beiden Teams die frühe Phase der Saison deutlich anzumerken. Auffällig viele Stockfehler sowie leichtfertige Ballverluste in der Auslösung führten zu zahlreichen Überzahlsituationen. Doch die Gäste konnten sich auf Nati-Hüter Pascal Meier verlassen, der seine Vorderleute mit einigen Grosstaten im Spiel hielt. Für GC-Trainer Luan Misini sorgte Meier für den Unterschied: «Was er heute alles hielt, war einfach überragend. Ohne ihn wäre es extrem eng geworden.»
Nebst Meier waren die Stadtzürcher aber auch in Sachen Effizienz dem Heimteam einige Längen voraus. Dies zeigte sich vorab in den Spezialsituation, wo Uster trotz sechs Überzahlmöglichkeiten nur ein Tor gelang.
GC hingegen nutzte eine seiner drei Gelegenheiten und war darüber hinaus noch zweimal durch Daniel Steiger in Unterzahl erfolgreich. Das erste Tor gelang dem Bruder von Uster-Verteidiger Fabian Steiger in der 31. Minute zum 0:5 im Anschluss an eine ungenutzt verstrichene doppelte Überzahl – ein Nackenschlag, von dem sich das Heimteam nicht mehr zu erholen vermochte.
Für Misini war dies nebst Meier der Schlüssel: «Uster vergab gefühlte 20 Chancen, während uns vielleicht auch mit etwas Glück die ersten Tore gelangen, welche die nötige Ruhe in unser Spiel brachten.»
An der eigenen Nase nehmen
Uster-Trainer Simon Meier haderte mit den vergebenen Chancen in den ersten 40 Minuten. Sinnbildlich dafür war der erste Treffer der Gäste: Während Schubiger alleine vor GC-Hüter Pascal Meier scheiterte, versetzte Christoph Meier Uster im direkten Gegenzug einen ersten Nadelstich.
«Mit etwas besserer Effizienz stünde es nach zwei Dritteln nicht 0:6, sondern vielleicht 5:5, und wer weiss, wie das Spiel dann ausgegangen wäre», sagte Meier. Er attestierte dem Gegner aber auch ein besseres Umschaltspiel nach Ballgewinnen. So nutzte GC im letzten Drittel die sich bietenden Räume rigoros aus, was letztlich zu einem in dieser Höhe den Spielverlauf kaum akkurat widerspiegelnden Resultat führte.
(Nicolas Hafner)
