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Der Neuling mit Ansprüchen

Viele Aufsteiger schlagen leise Töne an. Der UHC Laupen ist anders. Die Laupner Frauen wollen in der NLB sogleich in den Playoff-Halbfinal. Und sie möchten auch die Floorball Riders hinter sich lassen.

Mit vollem Einsatz: Die Laupnerin Cécile Walder (links) drückt ihre Gegenspielerin weg. (Archivbild: Christian Merz), Unter Druck: Iris Brünn (links) von den Floorball Riders versucht den Ball zu behaupten. (Archivbild: Christian Merz)

Der Neuling mit Ansprüchen

Das Gute vorneweg: alle acht Teams dürfen in der NLB der Frauen nach der Qualifikation die Playoffs bestreiten. Das heisst, die zwei Oberländer Equipen – die Floorball Riders sowie der UHC Laupen – können schon vor der ersten Partie den Playoff-Einzug abhaken.

Aber: Weil die Liga auf die nächste Saison hin auf zehn Teams aufgestockt wird, muss der in der Qualifikation am schlechtesten klassierte Viertelfinal-Verlierer gegen den drittbesten aus der 1. Liga in die Barrage. So ganz ohne Bedeutung ist die erste Meisterschaftsphase mit ihren 21 Partien also doch nicht.

Mit vier Linien Dampf machen

Aufsteiger Laupen aber tritt sowieso nicht an, um kleine Brötchen zu backen. Die Laupnerinnen haben die zweithöchste Schweizer Spielklasse durch die Vordertür und mit einer eindrücklichen Saison im Gepäck betreten. 13 Siege feierte das Team von Yves Kempf in 14 Spielen. Kommt hinzu: Die Laupner U21A gewann ihren zweiten Schweizer Meistertitel in Serie.

Entsprechend gross ist das Selbstvertrauen. «Aber das ist nur das Eine», sagt Kempf. Der Trainer führt weitere Gründe ins Feld, warum er sich mit seinem Team zum Ziel gesetzt hat, in den Playoff-Halbfinal zu kommen. «In der Mannschaft steckt viel Qualität. Und sie machte zuletzt einen weiteren Schritt vorwärts.»

Das breite Kader (2 Goalies, 27 Feldspielerinnen) ermöglicht es, stets mit vier Linien zu spielen. Wie gross das Reservoir an Spielerinnen mittlerweile ist, zeigt der Fakt, dass in der U17 weitere Talente nachrücken und nur ein Quintett sowohl in der U21 als auch im NLB-Team spielt.

An der Taktik hat sich nach dem Aufstieg notabene nichts geändert. Die Laupnerinnen pflegen einen angriffigen Stil. «Wir wollen dem Gegner keinen Platz lassen, das Spiel dominieren.» Blauäugig aber startet der Trainer nicht in die Meisterschaft. «Wir werden auch einmal in den Hammer laufen», ist er sich bewusst und erwartet, dass nach einem Drittel der Saison die Anpassungsphase vorbei ist.

Aderlass bei den Riders

Etwas weniger positiv präsentiert sich die Situation derweil bei den Floorball Riders, dem Halbfinalisten der letzten Saison. Die weiterhin von Trainer Ursin Spescha geführten Riders hatten einen Aderlass zu verzeichnen. Sie mussten über zehn Abgänge verkraften, darunter auch Topskorerin Tamara Schmucki. Ein Duo (Michèle Grob und Dominique Linhardt) wechselte zu Laupen.

Das Kader ist kleiner geworden. Es ist ein Umstand, den man bei den Floorball Riders nicht als negativ ansehen mag. Im Gegenteil: Es habe der Teambildung gut getan, vermeldete der Klub, der vor zwei Jahren aus der höchsten Liga abgestiegen war.

Sicher positiv für die Riders: Ein bekanntes Gesicht steht wieder im Kader. Sarah Altwegg wird – sofern es die Gesundheit zulässt – für ihren Stammklub aufs Feld zurückkehren. Die einstige Nationalverteidigerin hatte 2016 beim A-Klub Dietlikon unter Vertrag stehend ihren Rücktritt gegeben.

Die Frage nach der Nummer 1

Durch Sarah Altweggs Comeback könnte es schon in der 5. Runde zu einem ersten Schwestern-Duell kommen, da Livia Altwegg für den UHC Laupen spielt. Die Freude über das Oberländer Derby ist zumindest in Laupen riesig, wie Kempf sagt. Bei ihm, aber auch bei allen Spielerinnen. «Diese Partie will niemand verpassen.»

Für den Trainer ist es nicht weniger als die Möglichkeit, einen Pflock einzuschlagen. «Ich will nicht vorlaut sein, aber man kann mit einem Sieg auch ein Statement abgeben, wer in der Region die Nummer 1 ist. Und wir wollen das sein.»

 

 

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