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Warum man beim UHC Uster nicht über die Playoffs spricht

«Wenn nicht jetzt, wann dann?», fragte man sich im UHC Uster vor der letzten Saison. Und scheiterte erneut daran, die Playoffs zu erreichen. Jetzt folgt der nächste Anlauf – aber ohne sich dabei auf dieses Ziel zu versteifen.

Muss sich wehren: Der Ustermer Manuel Hummer (rechts) im Zweikampf mit einem Thuner Spieler. (Archivbild: Christian Merz)

Warum man beim UHC Uster nicht über die Playoffs spricht

Ein spezieller Unihockey-Boden, LED-Banden und eine stärkere Beleuchtung: Der UHC Uster eröffnet am Freitag die Saison zwar in seiner Heimhalle Buchholz, die Rahmenbedingungen im Derby gegen GC sind trotzdem aussergewöhnlich.

Das offizielle Saisoneröffnungsspiel in der höchsten Schweizer Liga ist nicht nur ein Event, der dank hübscher Verpackung mehr Publikum als üblich anlocken soll, sondern es ist zugleich ein Testlauf für nächsten Frühling. Dann werden auf SRF zwei erstmals überhaupt Playoff-Partien live übertragen – es ist ein Meilenstein für das Schweizer Unihockey.

Klar ist: Die Ustermer würden dann ebenfalls gerne im Rampenlicht stehen. Dafür müssten allerdings auch sie einen Meilenstein schaffen – die erstmalige Qualifikation für die NLA-Playoffs. Der Klub spielt mit Ausnahme von einem einjährigen NLB-Taucher immerhin seit der Saison 2004/05 in der höchsten Liga. Es ist deshalb eine lange Durststrecke, die er aufweist.

Zwölf vergebliche Anläufe, in der entscheidenden Meisterschaftsphase dabei zu sein, haben sich angesammelt. Der letzte im Frühling. Obwohl die Vorzeichen so gut wie noch nie waren.

Der UHC Uster verzeichnete auf die letzte Saison hin nicht nur namhafte Verstärkungen. Er setzte in der Person von Simon Meier auch erstmals auf einen Profitrainer. Das trieb die Erwartungen hoch. Und Meier musste bald erkennen: «Wir tun uns schwerer als gedacht mit dieser Anspruchshaltung.» Schliesslich resultierte Platz 10 – mit fünf Punkten Rückstand auf den letzten Playoff-Teilnehmer, die Kloten-Bülach Jets.

Locker zu mehr Energie

Nun steht Simon Meier vor seinem zweiten Jahr im UHC Uster. Und der Trainer ist positiv gestimmt. Über die letzte Saison mag er gar nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Resultatmässig sei sie natürlich enttäuschend gewesen. Unter anderem auch, weil sie zu wenig befreit aufgetreten seien, wie er findet.

Aber Meier hat eben auch sehr viele gute Dinge gesehen. Und er sagt: «Es war ein Lernprozess für alle Seiten». Ein Resultat davon: Über die Playoffs wird im Ustermer Umfeld kaum mehr gesprochen, obwohl sie noch immer das Ziel sind. «Aber nicht um jeden Preis», wie Sportchef Thomas Schwarz sagt.

 

«Wir müssen einfach effizienter werden.»

Uster-Trainer Simon Meier

 

Trainer Meier hat das Thema im Team nicht thematisiert. Er ist überzeugt: «Das macht uns lockerer.» Es soll helfen, genügend Energiereserven freizuhaben für die wichtigen Dinge. Und die passieren auf dem Feld.

Uster gilt als Stimmungsmannschaft. Eine notabene, die über spielerisches Potenzial verfügt, die Ballbesitz anstrebt und das Heft in die Hand nehmen will. «Wenn wir geschlossen auftreten, kämpferisch und läuferisch eine Topleistung abrufen, dann sind wir auch ein spielerisch gutes Team», sagt Meier.  Davon zu sprechen, nach einem «Lehrjahr» nun die Ernte einzufahren, findet der Trainer zwar «überzeichnet». Er sagt aber auch, es müsse gelingen, mehr aus den Möglichkeiten herauszuholen. «Wir müssen ganz einfach effizienter sein.»

Unerwartet verstärkt

Das Gesicht des Teams hat sich verändert, das Kader wurde kleiner. Einige arrivierte Spieler wie Silvan Bolliger und der Finne Markus Kulmala haben den Klub verlassen. Letzterer wurde mit dem Zuzug von Kulmalas Landsmann Niko Juhola aber wohl eins zu eins ersetzt.

«Zudem setzen wir weiter auf eigene Junioren», sagt Sportchef Schwarz. Die Förderkaderspieler hätten in der Vorbereitung viel «Auslauf» erhalten, freut er sich. «Der eine oder andere arrivierte NLA-Spieler bekommt plötzlich Druck.»

Was ebenso wichtig ist: Eckpfeiler wie Topscorer Manuel Hummer, der Schwede Oskar Henriksson, Florian Bolliger und Raphael Berweger blieben an Bord. Und mit dem temporären Zuzug des Tschechen Mikulas Komarek – er macht ein Austauschsemester in Winterthur und wird Mitte Januar wieder in die Heimat zurückkehren – haben die Ustermer einen «unkonventionellen Spieler» neu in ihrem Kader, wie Meier sagt.

 

«Der eine odere andere NLA-Spieler bekommt plötzlich Druck.»

Sportchef Thomas Schwarz

 

Komarek mag technisch nicht die feinste Klinge führen, er erzielte aber letzte Saison in der höchsten tschechischen Liga 22 Tore. «Er kann den Ball gut behaupten. Das hilft uns», sagt Meier.

Er findet, die aktuelle Mannschaft sei ausgeglichener besetzt und trete einheitlicher auf. «Alle ziehen mehr am selben Strick.» Auch Sportchef Schwarz gefällt, was er bisher sah. «Zuversichtlich stimmt mich, dass man in der Vorbereitung schwierigere Phasen hatte, sich das Team aber zusammengerauft hat. Es wurden auch unangenehme Themen angesprochen und man hat die richtigen Schlüsse daraus gezogen.»

Ein früher Hinweis

An der Ausgangslage hat sich im Prinzip nichts geändert. Sieben der zwölf Teams dürften für die Playoffs gesetzt sein – Uster, die  Kloten-Bülach Jets, Waldkirch-St. Gallen, Thun und Aufsteiger Zug United kämpfen derweil um den letzten Platz in der K.o.-Phase.

Auf die Zentralschweizer, die auf fünf ausländische Verstärkungsspieler setzen, treffen die Ustermer schon in der 2. Runde. Unmittelbar danach wartet Waldkirch-St. Gallen.

Es sind zwei Spiele, die bereits einen Hinweis geben dürften, in welche Richtung der UHC Uster marschiert. Was jedem klar ist: Punktverluste gegen direkt in den Strichkampf involvierte Teams tun in der Endabrechnung doppelt weh. Letzte Saison verlor Uster sowohl gegen Waldkirch-St. Gallen als auch gegen den späteren Absteiger Grünenmatt zweimal. Raum für Verbesserungen ist also vorhanden.

 

UHC Uster

Trainer: Simon Meier (bisher).
Tor: Christoph Tschopp, Nicola Brütsch, David Holenstein. – Verteidigung: Thomas Aellig, Florian Bolliger, Nicola Heierli, Marco Klauenbösch, Tobias Ledergerber, Nino Scherrer, Fabian Steiger. – Sturm: Raphael Berweger, Gabor Büsser, Oskar Henriksson (SWE), Niko Juhola (FIN), Manuel Hummer, Sandro Kellermüller, Mikulas Komarek (CZE), Florian Nideröst, Romano Schubiger, Simon Suter, Anjo Urner.
Zuzüge: Marco Klauenbösch (Rychenberg), Mikulas Komarek (Tatran Stresovice) Niko Juhola (GC), Romano Schubiger, Nicola Brütsch (beide eigener Nachwuchs). – Abgänge: Markus Kulmala, Basile Diem (beide Kloten-Bülach), Silvan Bolliger (Köniz), Remo Gallati, Florian Hafner (Pfannenstiel), Toni Schläppi (Jona-Uznach).

 

 

 

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