Warum auf Uster ein heisser Tanz wartet
Der TV Uster hat keine Zeit. Jedenfalls liegt es für den Erstligisten nicht drin, sich der Höchstform langsam anzunähern. Bereits am Sonntag zum Saisonauftakt gegen Einsiedeln ist der TVU unter einem gewissen Siegzwang.
Raum für Fehltritte gibt es kaum. Schon modusbedingt. An Weihnachten trennen sich die Wege der acht Klubs nach einer Doppelrunde (14 Spiele).
Jene auf den Plätzen fünf bis acht bestreiten daraufhin die Abstiegsrunde, was für ambitionierte Equipen eine Strafaufgabe ist. Für die Top vier wird es derweil in der Finalrunde so richtig interessant. Der Sprung in die NLB ist möglich.
Zu wenig Finalrundenplätze
Die Ustermer standen letzte Saison an der Pforte zur zweithöchsten Spielklasse. In den Aufstiegsspielen gegen Biel zog das Team von Trainer Robin Gerber dann den Kürzeren.
Ambitionen sind im TV Uster weiterhin vorhanden. Gerber sagt: «Wir wollen eine so gute Saison abliefern wie die letzte.»
Mittelfristig möchte der Klub gar in die NLB. Mit dieser Thematik beschäftigt man sich momentan aber nicht. Vorerst gilt es, eine knifflige Aufgabe zu lösen – der TVU muss den Einzug in die Finalrunde schaffen.
Die Gruppe 2 ist durch die «Zuzüge» von NLB-Absteiger Wädenswil und der Seen Tigers, die den Aufstieg letzte Saison nur knapp verpassten, enorm aufgewertet worden. Sechs der acht Teams haben Chancen auf die Finalrunde. Einzig Aufsteiger Unterstrass dürfte zu schwach sein, GC Amicitia Zürich ist wie immer eine Wundertüte.
Einige Wechsel, viel Qualität
Wegen der ungewöhnlichen Dichte an starken Mannschaften kursiert in der Szene gar die Bezeichnung «Horrorgruppe». So weit mag Robin Gerber zwar nicht gehen. Der TVU-Trainer aber spricht von einer anspruchsvollen Aufgabe, die sein Team erwartet. Oder in anderen Worten: Es wird ein heisser Tanz.
Die Trümpfe der Ustermer in diesem: In der Mannschaft steckt viel Qualität. Sie ist fähig, ihre Deckungsarbeit auf hohem Niveau zu verrichten. Dem Trainer gefällt zudem, wie breit sein Team im Angriff abgestützt ist. «Wir sind nicht von einem einzelnen Spieler abhängig.»
Im Kader ist es zu einigen Änderungen gekommen. Am linken Flügel muss Gerber auf Kenny Tan verzichten, der letzte Saison über 100 Tore warf. «Sein Abgang muss im Kollektiv aufgefangen werden.»
Daneben verlor der TVU im Rückraum Jonas Hanimann sowie Sandro Grimm. Den Abgang von Routinier Grimm abfedern dürfte der Zuzug von Gulliver Stocker. Der Spielmacher kommt von den Lakers Stäfa und verfügt über die Erfahrung aus knapp 70 Spielen in der Nationalliga.
Und wichtig für das Team: Es kann weiterhin auf Iwan Ursic zählen. Der 195-fache Nationalspieler – mittlerweile 40-jährig – führt die Verteidigung sehr umsichtig. Gerber sagt: «Er bringt viel Ruhe hinein».
Im Tor breit abgestützt
Gut aufgestellt sind die Ustermer auf der Goalie-Position. Der TVU ist in diesem Bereich eine Kooperation mit NLB-Klub Lakers Stäfa eingegangen. So werden neben den TVU-Goalies Manuel Votapek – er ist grundsätzlich die Nummer 1 – und Rakesh Sherpa zusätzlich entweder Luca Frei (19) oder Florian von Wyl (21) im Ustermer Kader stehen, wenn sie bei den Lakers nicht im Einsatz sind.
«So sind wir breiter abgestützt», freut sich Gerber und glaubt: «Das gibt uns nochmals einen Schub.»
Mit der Vorbereitung ist der Trainer zufrieden. Und auch die Hauptprobe glückte. Im Schweizer Cup setzte sich der TVU auswärts gegen den HV Herzogenbuchsee durch, der ebenfalls in der 1. Liga spielt.
Als Belohnung dürfen sich die Ustermer nun mit einem guten Bekannten messen – den Lakers Stäfa. Im Spiel gegen den B-Ligisten werden die Ustermer mit Sicherheit stark gefordert sein – genau wie in der Meisterschaft.
