Abraham mit Comeback am Greifenseelauf
Tadesse Abraham blickt angestrengt in die Kamera. Dann legt er los. «Ich fühle mich sehr gut», meldet er per Videobotschaft aus Afrika, wo er momentan an seiner Rückkehr in den Rennalltag arbeitet.
Am 16. September wird es für den Olympia-Siebten von Rio de Janeiro soweit sein: Am Greifenseelauf in Uster feiert der Halbmarathon-Europameister von 2016 sein Comeback.
Für Abraham ist der Greifenseelauf ein ganz spezieller Wettkampf. Der 35-Jährige lebte vor seinem Umzug nach Genf lange in Uster, kennt nicht nur die Gegend um den Greifensee sehr gut, sondern auch viele Leute.
Und noch immer tritt der mittlerweile beste Marathonläufer der Schweiz für den LC Uster an. «Ich freue mich sehr auf den Greifenseelauf», sagt er denn auch wenig überraschend.
«Sehe Pause als Chance»
Es ist Abrahams erster Wettkampf in diesem Jahr. Mitte März hatte der Schweizer Marathon-Rekordhalter wegen einer Stressfraktur am Kreuzbein seine Vorbereitungen für den London-Marathon abbrechen müssen, wo er den Europarekord angreifen wollte. Es war Abrahams erste schwere Verletzung überhaupt.
Der LCU-Läufer aber versank nicht in Selbstmitleid, sondern akzeptierte den Rückschlag. «Ich habe diesen Stopp des Körpers angenommen, sehe diese Pause auch als Chance», sagte er vor dem Wiedereinstieg ins Training. Er setzte sich zum Ziel: «Ich möchte möglichst schnell gesund werden, möchte stärker aus dieser Verletzungspause zurückkehren.»
Mitte Juli absolvierte Abraham dann ein erstes Belastungstraining. Später verbrachte er einen Monat im Engadin, wo er an seiner Form feilte, jetzt also weilt er für vier Wochen in Äthiopien.
Den Greifenseelauf bestreitet Abraham als Vorbereitung auf einen Marathon im Herbst. Wo er diesen laufen wird, ist offen. Abraham plant einen Start entweder am 29. Oktober in Frankfurt oder eine Woche später in New York. «Ich gebe bald Bescheid, wo ich laufen werde», sagt Abraham in seiner Videobotschaft mit einem verschmitzten Lächeln. Und fügt am Schluss an: «Wir sehen uns am Greifenseelauf.»
