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Wenn das Ziel nicht mehr näher kommt

Die Oberländer Hürdenläuferin Robine Schürmann ist im Vorprogramm von Weltklase Zürich auf dem Weg zum Sieg. Da verlässt sie auf der Zielgeraden die Kraft.

«Der Rhythmus passte, ich versuchte, aktiv zu laufen», sagte Robine Schürmann nach dem Rennen im Letzigrund. (Archivbild: Keystone)

Wenn das Ziel nicht mehr näher kommt

Das Rennen über 400 m Hürden um kurz vor 20 Uhr zählte zwar nicht zum Hauptprogramm von Weltklasse Zürich, sondern zur sogenannten «Young Diamonds Challenge». Was für Robine Schürmann überhaupt keinen Unterschied machte. «Ich freue mich riesig», hatte die Oberländerin einen Tag vor ihrem Einsatz im Letzigrund auf Facebook vermeldet.

Die Vorfreude war nachvollziehbar: Für Schürmann war der Lauf im voll besetzten Stadion neben der Titelverteidigung an den Schweizer Meisterschaften am selben Ort einer der Höhepunkte des Jahres. Es war zugleich auch eine Art Entschädigung für eine Saison, die ganz anders hätte verlaufen können.

Pause statt Limiten-Jagd

Denn das Jahr begann ideal. Schürmann fühlte sich nach ihrem Aufbau topfit. Und Trainer Flavio Zberg sah seine Athletin auf Kurs. Wieder auf Kurs, muss man sagen, weil die Saison 2016 nicht nach den Vorstellungen des Trainers und seiner Athletin verlaufen war. Anfang Mai aber riss sich die zweifache EM-Teilnehmerin im Training das Aussenband und zerrte sich weitere Bänder am Sprunggelenk.

Statt wie ursprünglich erhofft die WM-Limite attackieren zu können oder zumindest an der derzeit laufenden Universiade in Taiwan zu starten, musste sich die Oberländerin erstmals in ihrer Karriere von einer gravierenden Verletzung zurückkämpfen. Zwei Monate hatte sie sich zu gedulden, ehe sie wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen konnte. Ab Juli war Schürmann dann immerhin wieder da, wo sie am liebsten ist: auf der Bahn.

Am Schluss fehlt die Kraft

Fünf Rennen bestritt sie seit ihrem Comeback. Rennen Nummer sechs fand gestern auf grosser Bühne statt. Im achtköpfigen Feld war Schürmann die mit Abstand routinierteste Athletin.
28 jährig ist sie mittlerweile – ein optimales Alter für die komplexe Disziplin, in der die Erfahrung eine wichtige Rolle spielt.

Und Schürmann zeigte in ihrem Heimstadion – sie ist Mitglied im LC Zürich – ein gutes Rennen. «Der Rhythmus passte, ich versuchte aktiv zu laufen», analysierte sie hernach. Mit deutlichem Vorsprung bog sie in die Zielgerade ein. Doch auf den letzten 100 Metern fehlte ihr das Stehvermögen, was nach der Verletzung keine Überraschung war. «Das Ziel kam einfach nicht mehr näher», sagte Schürmann, die von U-20-Europameisterin Yasmin Giger noch auf Platz zwei verwiesen wurde. Natürlich hätte sie das Rennen gerne gewonnen, gab die Oberländerin zu. Sie sei aber trotzdem zufrieden. «Ich habe den Auftritt genossen und kann die Saison nun mit gutem Gewissen abschliessen.»

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