Das Rennen über 400 m Hürden um kurz vor 20 Uhr zählte zwar nicht zum Hauptprogramm von Weltklasse Zürich, sondern zur sogenannten «Young Diamonds Challenge». Was für Robine Schürmann überhaupt keinen Unterschied machte. «Ich freue mich riesig», hatte die Oberländerin einen Tag vor ihrem Einsatz im Letzigrund auf Facebook vermeldet.
Die Vorfreude war nachvollziehbar: Für Schürmann war der Lauf im voll besetzten Stadion neben der Titelverteidigung an den Schweizer Meisterschaften am selben Ort einer der Höhepunkte des Jahres. Es war zugleich auch eine Art Entschädigung für eine Saison, die ganz anders hätte verlaufen können.
Pause statt Limiten-Jagd
Denn das Jahr begann ideal. Schürmann fühlte sich nach ihrem Aufbau topfit. Und Trainer Flavio Zberg sah seine Athletin auf Kurs. Wieder auf Kurs, muss man sagen, weil die Saison 2016 nicht nach den Vorstellungen des Trainers und seiner Athletin verlaufen war. Anfang Mai aber riss sich die zweifache EM-Teilnehmerin im Training das Aussenband und zerrte sich weitere Bänder am Sprunggelenk.
Statt wie ursprünglich erhofft die WM-Limite attackieren zu können oder zumindest an der derzeit laufenden Universiade in Taiwan zu starten, musste sich die Oberländerin erstmals in ihrer Karriere von einer gravierenden Verletzung zurückkämpfen. Zwei Monate hatte sie sich zu gedulden, ehe sie wieder ins Wettkampfgeschehen eingreifen konnte. Ab Juli war Schürmann dann immerhin wieder da, wo sie am liebsten ist: auf der Bahn.

