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Schlumpf wollte hinten nicht alleine rumgurken

Fabienne Schlumpf hat bei Weltklasse Zürich zum Abschluss ihrer Saison eine gute Leistung gezeigt. Sie beendet das stark besetzte und schnelle Rennen über 3000 m Steeple auf dem zehnten Rang.

Einen Kilometer vor Schluss lag Fabienne Schlumpf im Letzigrund sogar noch eine Sekunde unter ihrem Schweizer Rekord. (Bild: Keystone) , Fabienne Schlumpf absolvierte bei Weltklasse Zürich ihr letztes Rennen der Saison. (Archivbild: Keystone)

Schlumpf wollte hinten nicht alleine rumgurken

Es sind die letzten siebeneinhalb Runden der Saison für Fabienne Schlumpf. Und einen besseren Ort als den Letzigrund hätte es für die Wetziker Steeple-Läuferin nicht geben können, um diese zu absolvieren. Schlumpf liebt es, in diesem Stadion zu laufen, bezeichnet den Letzigrund als das beste Leichtathletik-Stadion der Welt. Nicht wegen der Bahn, die sie als zu hart empfindet, wie sie sagt, «sondern wegen der Ambiance. Die ist immer wahnsinnig.»

Die Stimmung ist auch am Donnerstagabend einmal mehr aussergewöhnlich gut, als Fabienne Schlumpf mit den restlichen Steeple-Läuferinnen um kurz vor halb neun Uhr die Bahn betritt. Die 26-Jährige hat sich einiges vorgenommen für ihr 18. und letztes Rennen der Saison. Schlumpf will sich für ihren verpatzten WM-Auftritt in London revanchieren, spricht davon, noch eine Rechnung offen zu haben. Die EM-Fünfte von 2016 will beweisen, dass sie zu mehr fähig ist als sie im WM-Vorlauf zeigte, in dem sie eine schmerzliche Niederlage einstecken musste und überraschend auf der Strecke blieb.

Final in Zürich statt London

Der WM-Final in England fand zwar dennoch mit Schlumpf statt – aber die Steeple-Läuferin sass nur auf der Tribüne, statt sich unten auf der Bahn mit der Weltspitze messen zu können.

Im Letzigrund nun erhält sie im Rahmen von Weltklasse Zürich ihren ganz persönlichen WM-Final nachgereicht. Denn: Angeführt von Überraschungsweltmeisterin Emma Coburn fehlen nur zwei Läuferinnen, die sich an der WM in den Top Ten klassierten.

«Wollte nicht rumgurken»

Gleich elf Afrikanerinnen stehen am Start. Und das Tempo ist von Anfang hoch. «Es war sauschnell», sagt Schlumpf hinterher. Aber weil sie nicht «alleine hinten rumgurken will», versucht sie, am afrikanischen Schnellzug dran zu bleiben. «Es ist schliesslich ein Weltklassefeld. Davon wollte ich profitieren», begründet sie. Schlumpf läuft ein gutes Rennen, wehrt sich nach Kräften. Dafür wird sie belohnt. Sie verteidigt im lang gezogenen Feld ihren zehnten Platz bis ins Ziel. In der Schlussphase aber muss sie leiden. «Auf dem letzten Kilometer bin ich gestorben.»

Während Ruth Jebet in 8:55,29 Minuten siegt und damit für einen Meeting-Rekord sorgt, quert Schlumpf bei 9:28,80 Minuten die Ziellinie. Es ist ihre viertbeste Zeit diese Saison. Die Oberländerin ist mit dieser Leistung zufrieden. Lachend sagt sie: «Ich habe meine Rechnung bezahlt. Das gibt keine Mahnung.»

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Siege und Rekorde

Es ist in der Tat ein versöhnliches Ende ihrer Saison. Und man darf festhalten: Ihrem Ziel, an der EM 2018 im Steeple um die Medaillen mitzulaufen, ist sie näher gekommen. Schlumpf gelang eine Saison, in der sie Sieg an Sieg und Rekord an Rekord reihte. Auf all ihren sieben gelaufenen Distanzen stellte sie persönliche Bestzeiten auf. In ihrer Paradedisziplin Steeple senkte sie nicht nur ihren Bestwert um rund neun Sekunden, sie setzte sich auch in der europäischen Spitze fest.

2017 war nur eine einzige Europäerin überhaupt schneller als Schlumpf – Gesa Felicitas Krause, die Europameisterin. Die Deutsche wird gestern Sechste. Sie ist darüber enttäuscht und sagt: «Ich bin im Eimer.» Die Laune bei Schlumpf ist da um Welten besser. Sie zieht mit einem Lachen davon.

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