Sie ist gut drauf. Gelöst und voll motiviert. Fabienne Schlumpf, die Wetziker Steeple-Spezialistin, freut sich auf ihren Start im Letzigrund, «dem schönsten Leichtathletik-Stadion der Welt», wie sie vor Weltklasse Zürich sagt. «Ist dieser Kessel voll, herrscht eine Wahnsinnsstimmung.» Daraus will sie am Donnerstag Energie ziehen.
Als ob sie diese noch nötig hätte. Denn Schlumpf ist voller Tatendrang. Nichts ist mehr zu spüren von der Enttäuschung, die sie unlängst an den Weltmeisterschaften in London erlitt. Mit der besten Saison ihrer Karriere im Gepäck war die Oberländerin nach England gereist. Ihr Ziel: ein nächstes Ausrufzeichen zu setzen.
In den Final zu laufen schien reine Formsache. Doch Schlumpf scheiterte, abgefangen auf den letzten Metern in ihrem Vorlauf. Es war ein heftiger Tiefschlag. Einer vor allem, der unerwartet kam.
Wiederauflage des Finals
Manch andere Athletin hätte sich danach wohl verkrochen, hätte viel Zeit damit verbracht, das Rennen immer und immer wieder zu analysieren. Zu grübeln und zu hadern. Schlumpf funktioniert anders. Zwei, drei Tage beschäftige das unerwartete Aus natürlich auch sie intensiv.

