Wenk von Gossauer bezwungen
Schnell war Jens-Michael Gossauer am Dienstagabend unterwegs von Bauma Richtung Sonnenhof. Sehr schnell. So schnell gar, dass der Greifenseer im zweiten Teilstück des 5-Tage-Berglauf-Cups kurzzeitig auch den Speakerwagen überholte. Die Konkurrenz hatte dem Tempolauf des 24-Jährigen denn auch nichts entgegenzusetzen.
Gossauer brauchte für die 4,3 km lange Strecke mit den 310 Höhenmetern nur 17:37 Minuten. «Eine sehr starke Zeit», wie OK-Chef Michael Kaufmann befand, auch wenn Gossauer den Streckenrekord von Patrick Hartmann (16:47 Minuten) aus dem Jahr 1996 verfehlte.
«Steigungen liegen mir nicht so»
Ambitionen auf den Sieg in der Gesamtwertung hat Gossauer keine. Oder besser gesagt, kann gar keine haben. Der vielseitige Läufer, der 2012 in der U20 den SM-Titel im Halbmarathon holte, steckt derzeit im Militär.
Für seinen Einsatz – einen Trainingslauf, wie Gossauer ihn nannte – bekam er extra Urlaub. Es hat sich gelohnt, feierte der Greifenseer doch seinen ersten Etappensieg am 5-Tage-Berglauf-Cup (hier alle Resultate). Die Entscheidung habe er im flachen Teil herbeigeführt, sagte Gossauer in seiner Kurzanalyse. Und fügte hinzu: «Steigungen liegen mir eigentlich nicht so.»
Schwestern auf dem Podest
49 Sekunden hinter dem Sieger erreichte Stephan Wenk das Ziel. Der Mann also, der am 5-Tages-Berglauf-Cup schon 37 Etappen für sich entschied, die Gesamtwertung achtmal gewann und gestern seinen dritten Wettkampf innerhalb von drei Tagen absolvierte.
Am Sonntag hatte der Greifenseer den Berglauf-Klassiker Sierre–Zinal bestritten, tags darauf überraschenderweise das erste Teilstück des 5-Tage-Berglauf-Cups. Und weil er scheinbar noch immer nicht genug hat, absolvierte Wenk auch das zweite Teilstück, wo er auf den drittklassierten Walder Sebastian Stalder bis ins Ziel drei Sekunden herausholte. Mit ihm zusammen hatte er einen Grossteil der Etappe absolviert.
Bei den Frauen gewann Julia Gross das zweite Teilstück. Die OL-Läuferin, die heuer an der Elite-WM im Einsatz stand, setzte sich vor der Britin Elizabeth Apsley durch, die die erste Etappe gewonnen hatte. Dritte wurde Lilly Gross, die Schwester der Siegerin.