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FC Dübendorf: Ohne volle Hosen in die neue Welt

Beim Interregio-Aufsteiger Dübendorf spricht man nicht vom Ligaerhalt. Das junge, gezielt verstärkte Team soll ins Mittelfeld vorstossen.

Der FC Dübendorf, Ausgabe 2017/2018. (Bild: David Kündig)

FC Dübendorf: Ohne volle Hosen in die neue Welt

Kaum einer hatte dem FC Dübendorf den Coup zugetraut – jetzt aber steigt die Mannschaft von Trainer Marcel ­Erismann eine Liga höher in die nächste Saison. Der FCD will den Schwung der vielen Siege gleich mitnehmen, sich in der 2. Liga interregional nicht verstecken. Es werde keine neue Art Fussball gespielt «da oben», sagt Erismann, weshalb er an der Grundausrichtung seiner Mannschaft nichts ändern wird.  Gleichwohl weiss der Trainer: «Vom physischen her sind das Welten zwischen der 2. Liga und der 2. Liga interregional. In diesem Bereich müssen wir zwingend eine Schippe drauflegen.»

Dass dies keine leeren Worte sind, ­erfuhr die Mannschaft schon in den ersten Tests. Beim 0:3 gegen die U21 des FC Winterthur sowie dem 0:5 gegen Seuzach (beide 1. Liga) wurden den Glattalern die Grenzen aufgezeigt. «Beide Teams waren uns körperlich überlegen, zielstrebiger, viel effizienter», lautete das Fazit von Erismann. Weitere Testspiele gegen starke Gegner folgten, weil der Trainer überzeugt ist: «Das bringt uns weiter.»

Lauter Wunschtransfers
Die Lernkurve der jungen Mannschaft – der Altersschnitt beträgt nicht einmal 22 Jahre – dürfte entscheidend sein, wie gut sich der FC Dübendorf in der neuen Welt zurechtfinden wird. Denn auf dem Transfermarkt hat der Klub nicht mit der ganz grossen Kelle angerichtet. Neben der Rückkehr der auf dem Zelgli altbekannten Alessandro Salluce und Raffael Cellana verpflichteten die Dübendorfer fürs Mittelfeld Alexandre Nielsen, der zuletzt bei Küsnacht (2. Liga) eine tragende Rolle spielte, sowie für den Sturm ­Denis Dzepo (Uster) und Marko Marjanovic (Muri/1. Liga). Alle Zuzüge seien Wunschtransfers, sagt Erismann. Der Trainer verschweigt allerdings nicht, dass er für jede Achse gerne noch weitere Leistungsträger geholt hätte.

Eine Verstärkung soll in jedem Fall Marjanovic sein. Ein Angreifer mit Torinstinkt, der schnell und zielstrebig den Abschluss sucht, wie Erismann den Fussballer mit der Erfahrung aus über 130 Spielen auf Erstliga-Niveau beschreibt. Aber: Marjanovic haftet auch das Etikett eines Wandervogels an. Der Stürmer ist erst 24-jährig, spielte in den letzten fünf Saisons aber für acht verschiedene Klubs. Erismann kennt Marjanovics Werdegang selbstverständlich, ist jedoch davon überzeugt, dass dieser nicht im Winter schon wieder weg ist. Er sei ein Spieler, der schnell ins Zweifeln komme. «Marko braucht Vertrauen. Das kriegt er von mir.»

Das Mittelfeld im Blickfeld
Der Meisterschaft sieht Erismann gelassen entgegen. Er ist überzeugt davon, dass sich seine Mannschaft, die er gut ausbalanciert sieht, in der 2. Liga interregional etablieren kann. Ein wichtiger Baustein zu diesem Schritt ist aus seiner Sicht, dass das Team eine positive Körpersprache an den Tag legt und damit zeigt: Wir sind auch jemand. «Es geht darum, nicht schon mit vollen Hosen ins Spiel zu steigen.»
Dieser Haltung entsprechend ist das Ziel selbstbewusst gesteckt. Der FCD will sich im Mittelfeld platzieren. Erismann sagt dazu: «Wer nur vom Ligaerhalt spricht, steht von Anfang unter Druck.»

Tor: Daniel Gasser (24), Mihail Ciobanu (30), Thierry Ursprung (23).
Verteidigung: Evripidis Blantas (21), Andrea Cellana (19), Basil Frefel (22), Kelly Jäggli (28), Roman Lienhard (23), Luca Pergolis (22), Adriano Pergolis (22), Jonas Rüegg (20).
Mittelfeld: Daniel Angliker (23), Gabriel Deuber (21), Kevin Hediger (23), Migjen Kallaba (29), Alexandre Nielsen (23), Raffael Cellana (21).
Angriff: Diego Beerle (24), Danijel Dzodan (29), Ali Hoti (25), Marko Marjanovic (24), ­Cédric Nef (21), Dario Schuler (23), Alessandro Salluce (32), Denis Dzepo (20).
 
Trainer:
Marcel Erismann (49), seit 2015/2016

Wir sagen: Rang 9
Der Aufsteiger strotzt vor Selbstvertrauen. Dank dem Bonus als Neuling fährt der FCD in der Vorrunde mehr Punkte ein, als ihm viele zutrauen. Für den angestrebten Rang im Tabellenmittelfeld reicht das.

 

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