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Leise Töne, gute Aussichten

Die Oberländer Teams sind neu in drei Gruppen verteilt, wobei Effretikon nicht mehr in den Genuss von Derbys kommt. Erneut Anlauf Richtung 2. Liga nehmen Brüttisellen und Pfäffikon – mit guten Chancen.

Klappt es jetzt mit dem Aufstieg? Armin Kuljici vom FC Brüttisellen. (Bild: David Kündig)

Leise Töne, gute Aussichten

An der Spitze der Gruppe 3 herrschte letzte Saison ein Dreikampf. Nur Wetzikon, Brüttisellen-Dietlikon oder Pfäffikon kamen für den Gruppensieg infrage. Nach dem Aufstieg der Wetziker bleiben Brüttisellen und der FCP in der 3. Liga zurück. Aus beiden Klubs sind keine lauten Töne zu hören, was allerdings nicht heisst, dass die sportlichen Ambitionen kleiner geworden sind. Doch die Voraussetzungen haben sich verändert.

So spielt nur noch Brüttisellen in der Gruppe 3. Die Mischung in dieser mutet ein wenig seltsam an. Gleich vier Aufsteiger – Glattal Dübendorf, der SC Barcelona, Herrliberg 2 und Glattbrugg – sind neu Gegner der Brüttiseller. Dazu gesellt sich auch Zweitliga-Absteiger Zürich-Affoltern, der zuletzt drei Saisons hintereinander im Abstiegskampf steckte und diesmal den Sturz in die 3. Liga nicht mehr verhindern konnte.

Eine nur scheinbar schwächere Gruppe

Obwohl die Gruppe 3 im Vergleich zur letzten Saison allgemein als schwächer eingestuft wird, will Brüttisellens Trainer Robert Merlo davon nichts wissen. «Es wird nicht einfach werden», sagt er und spricht damit die Ausgangslage im Kampf um die Tabellenspitze an. Neben den spielstarken, aber immer noch jungen Brüttisellern dürfte auch Zürich-Affoltern an der Spitze mitmischen. Der Zürcher Quartierklub musste nach der enttäuschenden letzten Saison (nur ein Sieg) personell ­keinen grossen Aderlass hinnehmen, startet aber mit einem neuen Trainer (Miroslav Djuric) in die Meisterschaft. «Affoltern wird eine anständige Truppe haben», ist Merlo überzeugt. Er traut zudem Höngg 2 einiges zu. Die Höngger Reserven dürften ambitioniert sein. Und was wichtig ist: auch über die Voraussetzungen verfügen, um mehr als nur im Mittelfeld herumzudümpeln.

Hinter dem Trio gibt es reichlich Raum für Entfaltung und einige interessante Fragen. Zum Beispiel, wie weit es die Dübendorfer Reserven unter ihrem neuen Trainer Michele Calleri bringen, der viel Wert auf Disziplin legt. Oder wie gut sich die vier Aufsteiger zurechtfinden. Besonders im Fokus steht der FC Glattbrugg, der mit dem Zuzug von Stürmer David Blumer aufhorchen liess. Der einstige U21-Nationalspieler weist einige
Erfahrung in den drei höchsten Schweizer Ligen (Super League, Challenge League und Promotion League) auf.

Erst Real, dann Barcelona    

Gespannt darf man auf den in Schlieren spielenden SC Barcelona sein. Der Klub ist zuletzt zweimal hintereinander aufgestiegen und hat – obwohl erst 1999 gegründet – eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Er hiess ursprünglich FC Trinacria, danach Real Madrid Zürich. Die Verantwortlichen mussten auf Geheiss des spanischen Klubs den Namen aber wieder ändern. In der kurzen Zeit als Real Madrid Zürich wurde im Februar 2015 übrigens auch Kevin Zuber als Sportchef vorgestellt. Mit ihm kommt es nun zum Wiedersehen, ist Zuber doch neu Trainer beim FC Glattal Dübendorf.  

In Pfäffikon wird nicht genagelt

Keine Wirren um Namensänderungen hat der FC Effretikon in seiner Vereinsgeschichte. Dafür blieb der noch vor wenigen Jahren in der Interregio spielende Klub letzte Saison erneut hinter den Erwartungen zurück. Das möchte der FCE ändern, strebt laut Assistenztrainer Urs Rhyner einen Platz in den Top 3 an. Die Effretiker spielen neu in der Gruppe 4 – als einzige Mannschaft aus der Region. Sie dürften sich jedoch nicht nur ein wenig einsam fühlen, sondern auch Mühe haben, ihrem Anspruch gerecht zu werden. Mit Absteiger Bülach, Wallisellen, Embrach und Seuzach 2 ist starke Konkurrenz vorhanden.

In der Gruppe 6 spielen derweil die restlichen sechs Mannschaften aus der Region. Für den langjährigen Fehraltorf-Trainer Vladimir Jakovljev ist klar, wer am Ende in der Tabelle oben steht. «Pfäffikon ist absoluter Favorit.» Thomas Grolp, der Pfäffiker Trainer, geht die Saison hingegen verbal zurückhaltend an. Er weiss um die Stärken seiner Mannschaft, will das Wort Aufstieg «aber nicht an die Kabinentüre nageln», um den Druck zu mindern.

Doch nicht nur Jakovljev sieht die Pfäffiker in der Favoritenrolle, auch Kurt Kobel vom FC Herrliberg schätzt den FCP noch einen Zacken stärker ein als den SC Zollikon. Letzterer schnupperte vergangene Saison am Aufstieg, ihm fehlte es aber an der Breite im Team. Kobel erwartet eine ausgeglichene Meisterschaft. Meilen, Wald, Fehraltorf und auch sein eigenes Team sieht der Herrliberg-Trainer in einem breiten Mittelfeld. «Wir haben ein gewisses Potenzial, integrierten aber auch viele Junge. Wir müssen uns erst finden.»

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