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Der Berglauf-Cup ist jung geblieben

Die Aufgabe ist herausfordernd, die Stimmung dafür familiär: Am 5-Tage-Berglauf-Cup stehen an fünf Abenden fünf kurze Bergläufe im Zürcher Oberland auf dem Programm.

Wer Steigungen nicht mag, ist am falschen Wettkampf: Am 5-Tage-Berglauf-Cup (hier Martin Rosser) gibt es einige knackige Anstiege zu meistern. (Archivbild: Christian Merz)

Der Berglauf-Cup ist jung geblieben

Auf der Siegerliste finden sich einige international bekannte Namen. Tadesse Abraham beispielsweise, der momentan beste Schweizer Marathonläufer, der 2016 an den Olympischen Spielen den 7. Platz erreichte. Abraham feierte 2004 am 5-Tage-Berglauf-Cup im Zürcher Oberland zwei Etappensiege.

Auch die Rütner Radquerlegende Albert Zweifel – er war fünfmal Weltmeister – hat einst eine Teilstrecke für sich entschieden. Grundsätzlich aber setzt der 5-Tage-Berglauf-Cup nicht auf bekannte Namen. Er ist ein Rennformat für Breitensportler, auch wenn jeweils starke Läufer aus der Region am Start sind.

Spezielle Momente in Aussicht

Seit jeher stehen an fünf Abenden fünf kurze Bergläufe auf dem Programm. 2016 setzten sich in der Gesamtwertung Martin Rosser aus Dürnten und Nicole Fröhlich (Zürich) durch. Ab Montag treten sie zur Titelverteidigung an. Hunderte von weiteren Läufern stellen sich ebenfalls der Herausforderung.

Es ist die bereits 33. Auflage des 5-Tage-Berglauf-Cup. Und sie dürfte jedem Teilnehmer spezielle Momente bescheren. Stellvertretend für sie äussern sich drei Protagonisten.

Der Rekord-Sieger

Seine Konstanz, aber auch seine Werte sind beeindruckend. 37 Einzeletappen entschied Stephan Wenk am 5-Tage-Berglauf-Cup für sich, acht Mal hintereinander gewann der Greifenseer die Gesamtwertung, auf zwei der fünf Etappen hält er noch immer den Streckenrekord.

Auf seine Leistungen ist Wenk «etwas stolz», wie er sagt. «Die vielen Siege zeigen, dass mich damals regional niemand konkurrenzieren konnte.»

Wenk löste 2006 Reto Burgermeister als Seriensieger ab. Der Pfäffiker, einst als Langlauf-Profi mehrfach an Olympischen Spielen im Einsatz, hatte den 5-Tage-Berglauf-Cup von 1999 an dominiert. Sieben Gesamtsiege zieren das Palmarès des heute 41-Jährigen.

Zu einem Direktvergleich der zwei Dominatoren kam es jedoch nie. «Schade», sagt Wenk, «das wäre sicher interessant gewesen.»

Der letzte Gesamtsieg des Bergläufers und Duathleten liegt mittlerweile schon vier Jahre zurück. Und sein Name fehlt heuer erneut auf der Startliste. Obwohl er seine Einsätze am 5-Tage-Berglauf-Cup immer schätzte. Einerseits als intensive Trainingsmöglichkeiten, die Kraft und Spritzigkeit gaben. Andererseits wegen der Atmosphäre. «Es war schön, jeden Abend die gleichen Personen zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen.»

 

«Die vielen Siege zeigen, dass mich damals regional niemand konkurrenzieren konnte.»

Stephan Wenk, Rekordsieger

 

Für Wenk ist klar: Würde es sportlich in seine Planung passen, wäre er dabei. Doch für den 34-Jährigen steht am Sonntag ein erster kräfteraubender Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Wenk nimmt am Berglauf-Klassiker Sierre–Zinal teil.

Im Vorjahr war er im international hoch angesehenen Rennen als Siebter bester Schweizer. Und wie genau verfolgt er trotz Abwesenheit den 5-Tage-Berglauf-Cup? «Ich werde sicher nachschauen, wer welche Etappen gewinnt. Auch die Laufzeiten interessieren mich.»

Das Überraschungspaket

Vielleicht stösst Stephan Wenk bei seiner Recherche auch auf Lisa Gublers Namen. 2015 gewann die Athletin des LC Uster am 5-Tage-Berglauf-Cup auf souveräne Art und Weise die Gesamtwertung der Frauen. Vier Starts, vier Siege lautete ihre makellose Bilanz.

Ein Jahr darauf aber bestritt sie keine Etappe. Obwohl Gubler Bergläufe generell gerne hat und ihr die fünf Strecken am Traditionsanlass im Oberland entgegen kommen, «weil man einen hohen Rhythmus laufen kann.»

Doch 2016 war ganz allgemein gesehen der Wurm drin. Eine Stressfraktur im Bein, eine Sehnenverletzung und grippale Infekte stoppten sie.

 

«Es geht viel freundschaftlicher und lockerer zu und her als bei anderen Wettkämpfen. Man fühlt sich wie in einer Berglauf-Familie.»

Lisa Gubler, Siegerin 2015

 

Nun ist die 30-jährige zurück – zumindest auf der Startliste. Eine Garantie, dass sie tatsächlich antreten wird, ist dies laut Gubler aber nicht. Denn der Ustermerin, die normalerweise täglich trainiert und unlängst in St. Moritz an ihrer Form feilte, lief es zuletzt gesundheitlich nicht optimal.

Es sei deshalb schwierig einzuschätzen, was sportlich überhaupt möglich wäre, findet sie.

Gubler packt das Comeback am 5-Tage-Berglauf-Cup ohne grosse Erwartungen an, bezeichnet sich wegen der Ungewissheit gar als «Überraschungspaket». Was sie an der Rennserie schätzt? «Es geht viel freundschaftlicher und lockerer zu und her als bei anderen Wettkämpfen. Man fühlt sich wie in einer Berglauf-Familie.»

Das Familien-Oberhaupt

Michael Kaufmann wäre demnach das Oberhaupt dieser Familie, die sich nächste Woche allabendlich trifft. Der OK-Chef des Wettkampfs ist selber ein ambitionierter Läufer, startet allerdings eher bei Marathons oder Ultraläufen. 2014 wurde der Dürntner Schweizer Meister im 100-km-Lauf.

Was Kaufmann am 5-Tage-Berglauf-Cup besonders gefällt? Er findet es toll, «dass man sich jeweils nach Feierabend bei einem kurzen, knackigen Berglauf mit anderen messen kann. Oder auch nur zum Plausch mitläuft, um das schöne Zürcher Oberland zu geniessen».

Die dritte Etappe – also jene aufs Hörnli – ist aus seiner Sicht die schwierigste. Er bezeichnet sie als Königsetappe. «Die meisten Läufer haben zu diesem Zeitpunkt schon zwei Bergläufe in den Beinen. Und der Aufstieg ist doch recht lang und happig.»

 

«In dieser schnelllebigen Zeit ist der Berglauf-Cup attraktiv und jung geblieben, da er eine Konstante im Laufkalender ist und sich nicht zu stark geändert hat.»

Michael Kaufmann, OK-Chef

 

Hat die Veranstaltung, die seit 1985 statt findet, keine Altersbeschwerden? Nein, findet der OK-Chef und begründet: «In dieser schnelllebigen Zeit ist der Berglauf-Cup attraktiv und jung geblieben, da er eine Konstante im Laufkalender ist und sich nicht zu stark geändert hat.»

Zumindest eine Neuerung gibt es heuer dennoch. Man hat in der U16 eine Cup-Wertung eingeführt. Sie hätten festgestellt, dass immer mehr Teilnehmende der U16-Kategorie drei oder mehr Etappen laufen würden. «Mit der Cup-Wertung sind wir überzeugt, dass die jüngeren Teilnehmer ebenfalls die richtige Wertschätzung erhalten.»

 

5-Tages-Berglauf-Cup

1. Etappe: Montag, 14. August: Wald–Farneralp (5,4 km,
Höhendifferenz 535 m)
2. Etappe: Dienstag, 15. August: Bauma–Sonnenhof (4,3 km,
Höhendifferenz 310 m)
3. Etappe: Mittwoch, 16. August: Steg–Hörnli (5,1 km,
Höhendifferenz 430 m)
4. Etappe: Donnerstag, 17. August:  Wernetshausen–Bachtel (3,6 km, Höhendifferenz 375 m)
5. Etappe: Freitag, 18. August: Kempten–Türli (4,3 km,
Höhendifferenz 285 m).
Weitere Informationen unter
www.berglauf-cup.ch

 

 

 

 

 

 

 

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