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Späte Tore, Wechselspiele und ein Dauerbrenner

Die Fussballsaison ist vorbei. Sie brachte eine schöne Auswahl an bemerkenswerten Fakten, Zahlen und Ereignissen auf den regionalen Plätzen hervor. Eine kleine Auswahl.

Dynamischer Abschluss: Dübendorfs Angreifer Ali Hoti im Spiel gegen Gossau. (Bild: David Kündig)

Späte Tore, Wechselspiele und ein Dauerbrenner

Durstig zum Schlusspfiff

Wann ist bei einem Fussballspiel der beste Zeitpunkt, sich ein Getränk und eine Wurst zu besorgen, ohne etwas Entscheidendes zu verpassen? Bei einer Partie des FC Rüti sicher nicht in der Schlussphase, so viel steht fest. Das ist – auch ohne gross angelegte Studie – statistisch erwiesen. Gleich in 14 Pflichtspielen traf der Oberländer Interregio-Klub in den letzten zehn Spielminuten, in sieben Fällen warteten die Rütner gar bis in die Nachspielzeit, ehe sie zuschlugen.

Sie betrieben dabei jeweils keineswegs nur Resultatkosmetik. Neunmal sicherten sich die Rütner dank Lastminute-Treffern den Sieg oder retteten zumindest einen Punkt. Zum Mann der späten Tore entwickelte sich zuletzt Flavio Milano. Der 26-Jährige war in den letzten drei Spielen sehr spät zur Stelle und ermöglichte mit seinen Toren Rüti zwei Siege und ein Remis.

 

Schnell wieder weg

Seit Jahren tippen Spieler, Trainer oder Betreuer im Fussball-Toto des ZO/AvU. Und man muss festhalten: Sie setzen sich auf eine Art Schleudersitz, wenn sie versuchen, Fussballergebnisse vorauszusagen. Fällanden-Topskorer Lubomir Baran, Uster-Verteidiger Daniele Demasi und Marcel Perriard vom FC Brüttisellen-Dietlikon konnten sich in der abgelaufenen Saison am längsten halten – mit je drei gewonnen Runden.

Trotz Gleichstand geht der Titel an Perriard. Der frühere Brüttisellen-Trainer ist aktueller Tippkönig der Region, da er zum Abschluss der Saison 2015/16 schon drei Runden gewonnen hatte. Nur ein einziger Tipper sass in den letzten fünf Saisons übrigens länger auf dem Schleudersitz: Yves Kündig. Der Gossauer reihte sieben Siege aneinander, ehe er abgeworfen wurde.

Ein Dauerbrenner war Kündig auch auf dem Rasen. In sämtlichen 26 Meisterschaftspartien kam der Mittelfeldspieler diese Saison beim Zweitligisten FC Gossau über die volle Distanz zum Einsatz. «Das ist sackstark», lobte FCG-Trainer Sokol Maliqi.

 

Greifensee wie ein Absteiger

Als guter Tabellenfünfter der Zweitliga-Gruppe 2 führt Greifensee in der Endtabelle das breite Mittelfeld an. Nur – der Schein trügt. Der FCG punktete in der zweiten Meisterschaftshälfte wie ein Absteiger. Ganze 12 Zähler holte er noch – eine schlechtere Bilanz hatte nur das abgeschlagene Schlusslicht Töss.

Auf der andere Seite der Skala steht Aufsteiger Dübendorf. Die Glattaler waren auch in der Rückrunde mit 27 Zählern die eifrigsten Punktesammler der Gruppe.

 

Trainerwechsel ohne Effekt

Sions charismatischer Präsident Christian Constantin  (er bestimmte eben den 47. Trainer seiner Amtszeit) sagte einmal: «Der Totomat entlässt die Trainer, nicht ich.» Im Volketswiler Gries gibt es natürlich keinen Totomat. Dennoch ordnete Klubchef Markus Denzler im Verlaufe der Saison gleich zweimal einen Trainerwechsel im Drittliga-Team an.

«Ich will mir nicht vorwerfen lassen, nicht alles gemacht zu haben, um den Abstieg zu verhindern. Wir wollten nochmals einen neuen Reizpunkt setzen», begründete er die zweite Trainerablösung von Mitte Mai.

Der erhoffte Klassenerhalt in der Gruppe 3 gelang aber trotzdem nicht. Jeder der drei Trainer holte während seiner Amtszeit sechs Punkte. Am erfolgreichsten war aber tatsächlich der letzte Coach Alex Schilling, der dafür fünf Partien benötigte. Seine Vorgänger Marcel Tomas (6 Spiele) und Lorenzo De Lucia (11 Spiele) taten sich da etwas schwerer.

 

Ein Haifischbecken für Trainer

Apropos Trainerwechsel: Die Gruppe 3 erwies sich überhaupt als eigentliches Haifischbecken für Trainer. Bei sämtlichen Mannschaften ab dem siebten Platz (Effretikon) kam es im Verlaufe der Saison zu mindestens einem Wechsel.

Den grössten Effekt hatte die Veränderung in der Teamleitung bei Effretikon. Mit der Amtsübernahme von Flakon Halimi und Urs Rhyner nahm der FCE ab Mitte April endlich Fahrt auf und reihte zwischenzeitlich fünf Siege in Folge aneinander.

Und ein Happy End gab es zumindest in Weisslingen mit der Interimslösung Oliver Büchler. Die Ausbeute (7 Spiele/7 Punkte) blieb zwar auch mit dem «Feuerwehrmann» bescheiden – trotzdem steigerte sich der FCW unter Büchler auf den rettenden zehnten Platz.

 

Das unfairste Team der Region

Nur zwei der insgesamt 72 Drittliga-Mannschaften in der Region Zürich überschritten in der Fairplay-Rangliste die Grenze von 100 Punkten. Eine davon ist ausgerechnet die zweite Mannschaft des FC Dübendorf. Die Glattaler sorgten mit 112 Punkten für einen beachtlichen Negativwert.

Sinnbildlich dafür war der Auftritt bei der 0:1-Niederlage gegen Weisslingen. Nach insgesamt drei Platzverweisen beendete der FCD die Partie noch mit acht Spielern auf dem Rasen.

In diesen Rahmen passte auch der sportliche Absturz im Verlaufe der Rückrunde. Die positive Überraschung der ersten Saisonhälfte brach in diesem Frühling nach einem guten Start ein und holte aus den letzten neun Spielen nur noch vier Punkte.

 

Goriseks offene Zukunft

Von vielen personellen Wechseln geprägt war das zweite Drittliga-Jahr des FC Rot Weiss Winikon. Trainer Marco Gorisek sprach deshalb von einer «struben Saison». Dennoch verbesserten sich die Ustermer auf den vierten Platz. Ob Gorisek und sein Assistent Arton Tahiri bei Winikon aber weitermachen ist noch offen. «Bis Ende Woche ist alles klar», sagt Gorisek. 

Ganz sicher mit einem neuen Trainer in die Saison steigen dafür Rüti, Uster, Weisslingen, Pfäffikon 2 und Dübendorf 2.

 

Ligaerhalt mit Rekordtiefwert

Fast schon historisch in der 3. Liga ist der Klassenerhalt des FC Wetzikon 2 – mit mageren 12 Punkten. Möglich wurde dieser durch den freiwilligen Rückzug des Seefeld 2.

Noch weniger Punkte brauchten letztmalig vor 30 Jahren die Reserven des FC Rüti. Den Oberländern reichten damals 11 Zähler. Allerdings in einer Gruppe mit nur neun Teams (heute 12 Mannschaften) und der damaligen Zwei-Punkte-Regel. Mittlerweile werden bekanntlich für einen Sieg drei Punkte vergeben.

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