Aus der Traum vom Cupfinal
Es spielten sich in der Schlussphase turbulente Szenen im Bassersdorfer Strafraum ab. Ball um Ball flog in die Gefahrenzone. Doch immer wieder brachte ein Verteidiger irgendein Körperteil dazwischen. Einmal prallte ein Lupfer vom Gossauer Alessio Perot von der Latte ab, dann befreite ein Spieler in extremis auf der Torlinie.
Und tief in der Nachspielzeit konnte FCB-Torhüter Christoph Stähli einen Schuss von Ilir Sabani gerade noch ums Gehäuse lenken. So blieben sämtliche Bemühungen letztlich unbelohnt. Die aufopferungsvoll kämpfenden Oberländer mussten sich dem Zweitliga-Gruppengegner Bassersdorf im Halbfinal des Zürcher Regionalcups 2:3 geschlagen geben. «Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Ich bin stolz auf sie – vor allem aufgrund der Leistung in der zweiten Hälfte», sagte Gossaus Trainer Sokol Maliqi.
Dabei war der FCB zunächst so souverän aufgetreten. Und er liess sich auch nicht durch das frühe Tor von Roman Gachnang aus dem Konzept bringen. Der Routinier überraschte den konsternierten Stähli in der 6. Minute mit einem Distanzschuss.
Die Bassersdorfer Dominanz
Der FCB mit dem Dürntner Luca Russheim im zentralen Mittelfeld dominierte auch nach dem Rückstand fast nach Belieben – und machte noch im Verlauf der ersten Hälfte eiskalt aus dem 0:1 eine 3:1-Führung. Zuerst konnte sich der frühere Dübendorfer Marc Tinner als Doppeltorschütze auszeichnen (14., 36.), dann schalteten die Bassersdorfer kurz vor der Pause bei einem ärgerlichen Gossauer Ballverlust an der Mittellinie blitzschnell um. Lulzim Zumberovic vollendete auf Vorarbeit von Tinner eiskalt.
Dabei waren die Gastgeber mit dem Zweitore-Rückstand noch gut bedient, denn Keeper Patrick Ege verhinderte mit seinen Abwehraktionen mehrfach Schlimmeres. Bassersdorf spielte immer wieder seine spielerischen Vorteile aus und brachte manchen Gossauer des Öfteren an seine fussballerischen Grenzen.
Sabanis Tor als Initialzündung
«Wir waren wie blockiert. Die erste Halbzeit war Mist», konstatierte Trainer Maliqi und appellierte in der Pause an die Ehre seiner Mannschaft. «Jetzt wollen wir den vielen Zuschauern etwas bieten, suchen vehement das Anschlusstor. Und dann machen wir den Bassersdorfern die Hölle heiss.»
Tatsächlich trat der FCG im zweiten Abschnitt wie verwandelt auf. Die Initialzündung für die Schlussoffensive folgte bereits in der 54. Minute mit dem 2:3, als der eingewechselte Sabani einen Freistoss gekonnt in den Torwinkel zirkelte. «Viel mehr Spirit» (Maliqi) war nun im Spiel der Gossauer, währenddessen Bassersdorf je länger je mehr seine Stilsicherheit verlor und auch nur noch zu einer echten Konterchance kam. Doch Zumberovic scheiterte alleine vor dem erneut stark reagierenden Ege.
In der verbleibenden Zeit kam es aber nur noch zu den erwähnten Powerplay-Situationen – ohne das nötige Abschlussglück. «Der Gegner hat in seiner guten Hälfte drei Tore erzielt – wir nur eines. Das war der Unterschied», bilanzierte Maliqi. Der Cupspezialist aus dem Unterland steht damit einmal mehr im Endspiel – zum sechsten Mal in den letzten zehn Jahren.
