Zurück zu Wil – oder eine neue Herausforderung
Die Aarauer Erleichterung über das 3:1 gegen den FC Zürich vom Donnerstag war gross – nach davor acht Niederlagen in neun Challenge-League-Partien. Der einzige Sieg war in dieser Phase noch durch ein 3:0 über das inferiore Wil gelungen – und ausgerechnet mit Ivan Audino als Doppeltorschützen sowie Passgeber in der Hauptrolle.
«Das ist hoffentlich erst der Anfang», sagte der Wetziker damals. Und die «Schweiz am Sonntag» orakelte ziemlich offensiv: «Audino gibt dem FCA-Spiel eine kreative Note. Deshalb hat er wohl keine schlechten Karten, um über den Sommer hinaus bleiben zu dürfen.»
Von den Investoren ausgebremst
Seit letztem September spielt der 25-Jährige auf Leihbasis auf dem Brügglifeld, nachdem er beim damals noch von der türkischen MNG-Investorengruppe geführten FC Wil als dienstältester Spieler ausgemustert worden war.
Seine beste Phase im Trikot der Aarauer hatte er dabei insbesondere zu Beginn der Rückrunde. Doch mit dem Absturz sank auch der Stern von Audino. Der Oberländer wurde immer öfters nur noch eingewechselt oder kam sogar überhaupt nicht zum Einsatz.
Ein Neuer statt Audino
Die Konsequenz daraus: Der Offensivspieler muss den Verein nach der Saison bereits wieder verlassen. «Wir hätten aufgrund des laufenden Vertrags mit Wil sowieso das Gespräch suchen müssen. Doch darauf verzichten wir», bestätigt FCA-Sportchef Raimondo Ponte. Die Aargauer ziehen es offenbar vor, das Geld lieber in einen neuen Spieler zu investieren.
Wie oft Audino in den verbleibenden sechs Partien in Aarau überhaupt noch zum Einsatz kommt, ist deshalb mehr denn je fraglich. Warum auch soll der aufgrund der Negativserie angezählte Trainer Marco Schällibaum in den bedeutungslosen letzten Partien auf einen Fussballer setzen, dessen Abgang sowieso absehbar ist. Audino mag darob nicht spekulieren. «Ich gehe ins Training und gebe dort mein Bestes. Mehr kann ich nicht machen», sagt er.
In zumindest 19 von 23 Meisterschaftsspielen war der Angreifer seit seiner Ankunft in Aarau zum Einsatz gekommen. «Ich bin mit meinen Leistungen zufrieden», sagt Audino. Und trotz des sportlichen Bruchs sieht er auch keine Entzweiung zwischen Trainer und Mannschaft. «Es herrscht eine gute Harmonie», betont der Wetziker.
Ein Cupspiel als Knackpunkt
Als Knackpunkt beim FCA hat er das verlorene Viertelfinal-Spiel im Schweizer Cup von Anfang März gegen Luzern (3:5) geortet. Der Unterklassige korrigierte einen 0:2- sowie 1:3-Rückstand, und schied am Ende dennoch aus. «Das Glück war nicht auf unserer Seite. Danach sind wir in eine Negativspirale geraten», bedient sich Audino an beliebten Fussballer-Floskeln. Mit dem Out im Cup und dem an der Spitze entrückten FCZ in der Meisterschaft verloren die Aarauer in der Folge den Fokus. «Dann geht es um nichts mehr», sagt Audino.
Noch rund einen Monat ist der Oberländer beim FCA. «Dann gehe ich zurück nach Wil», sagt er mit Blick in die Zukunft. Sein noch unter der türkischen Führung ausgehandelter und entsprechend gut dotierter Kontrakt bei den St. Gallern läuft bis 2020. Mittlerweile hat sich aber bekanntlich die finanzielle Situation beim Klub erheblich verändert. Die Wiler Spieler mussten entweder deutliche Salär-Anpassungen akzeptieren oder eben den Verein verlassen.
Auch Audino dürfte bei einer Rückkehr von finanziellen Zugeständnissen wohl nicht gefeit sein. Ausser seine Agentur könnte ihn bei einem anderen Verein unterbringen. «Im Fussball kann es schnell gehen», sagt Audino.
