Ursic soll Usters Handballtalente fördern
Vom «Grappa zum Dessert», sprach Robin Gerber, der Coach des Erstligisten TV Uster, nach der Qualifikation zu den NLB-Aufstiegsspielen vom 13. und 20. Mai gegen den HS Biel. Am Dienstag war nun aber bereits wieder akribische Arbeit gefragt. Die Teamverantwortlichen des TVU konnten ihren Gegner in der ersten Cup-Hauptrunde gegen den Zweitligisten Unterstrass vor Ort beobachten. «Eine ideale Konstellation», freute sich Sportchef Rolf Schärer.
Nichts dem Zufall überlassen aber auch die Seeländer. Sie filmten gleich die letzten beiden Finalrundenspiele der Ustermer. «Sie haben einen erfolgreichen Mix aus Routiniers und Jungen, die wollen», lobte Trainer Christoph Kauer im «Bieler Tagblatt». Er hob dabei in seiner Analyse «die wurfgewaltigen Spieler aus dem Rückraum», Routinier Iwan Ursic und Torhüter Manuel Votapek besonders hervor.
Und dennoch: Für den zuletzt bis 2013 in der Nationalliga B spielenden HS Biel, der 26 von 28 Saisonpartien für sich entschied, wäre der Nicht-Aufstieg eine grosse Enttäuschung. «Sonst war alles für die Katz», sagte Kauer ohne grosse Umschweife.
Ursic neuer Junioren-Leiter
Nicht ganz so offensiv äussert man sich beim TV Uster, der letztmals vor 17 Jahren in der NLB spielte. «Wir würden uns natürlich über einen Aufstieg sehr freuen. Unsere Planung ist aber sowieso langfristig ausgelegt», sagt Sportchef Schärer. Als erster Schritt wurden die Verträge von Gerber und Co-Trainer Ursic verlängert.
Letzterer ist nun sogar vom Verein – vorerst für ein Jahr – in einem 50-Prozent-Pensum fest angestellt. Der ehemalige Schweizer Nationalspieler übernimmt die Leitung der Nachwuchsabteilung. Ursics Aufgabenfeld beinhaltet unter anderem die Betreuung der Juniorentrainer, die Organisation von Anlässen sowie mindestens ein Training in einem fix zugeteilten Team.
«Es ist ein mittelfristiges Projekt. Der Verein geht damit einen neuen, leistungsorientierten Weg», betont Ursic. Das forsche Ziel des TVU: In drei bis fünf Jahren zu einer der grössten Nachwuchsbewegungen im Zürcher Oberland zu wachsen.
Mehr Trainings
Unabhängig davon soll der 40-jährige Ursic aber wie bis anhin in der ersten Mannschaft eine wichtige Rolle auf dem Feld innehaben. Diese würde bei einem Aufstieg in die NLB den Trainingsaufwand von drei auf vier wöchentliche Einheiten erhöht. Laut Sportchef Schärer wären zudem die Verpflichtung von ein bis zwei Leistungsträgern unabdingbar. «Wir wollen uns nicht abschlachten lassen», sagt er. Parallel dazu soll der eine oder andere Spieler des hoffnungsvollen Ustermer U17-Teams in den Trainings an das höhere Niveau herangeführt werden.
Mit dem Gros des Kaders
So oder so dürften die Ustermer bei einem allfälligen Aufstieg weiterhin auf das Gros des bisherigen Kaders zählen. «Der Reiz in einer höheren Liga zu spielen, überwiegt den Mehraufwand», sagt Schärer.
Klar ist aber auch: Der Sprung in die NLB wäre mit grösseren Kosten (u. a. Trainer, Hallenmiete) verbunden. Beim TVU glaubt man aber, gerade durch den Erfolg die nötigen Ressourcen finden zu können.
