Sonderwünsche und Extra-Boxen
Was zeichnet die Osterrennen von Fehraltorf aus – auch im Vergleich zu anderen Rennen?
Walter Keller: die Bodenständigkeit und der Dorfcharakter. Zu unseren Rennen kommen nicht nur Insider, sondern ganz viele Familien. Mir gefällt die gesamte Atmosphäre. Ich war schon immer ein Fan.
Hanspeter Jegge: Die Osterrennen sind bekannt – seit vielen Jahren. Da geht man einfach hin.
Gibt es Rennen, auf die Sie sich besonders freuen?
Jegge: Der organisierende Reitverein vom Kempttal feiert dieses Jahr ja sein 100-Jahr-Jubiläum. Das allererste Rennen am Sonntag wird deshalb vom Rennclub, den es auch schon seit dem Jahr 1974 gibt, gesponsert. Das ist zwar nur ein Rennen um ein Preisgeld von 8000 Franken. Für uns ist es aber trotzdem speziell.
Keller: Für mich sind einfach alle Galopprennen interessant.
Können Sie diese überhaupt unbeschwert verfolgen? Immerhin sind Sie noch immer für die Stallungen an den Renntagen verantwortlich.
Keller: Das geht schon. Es gibt zwar Helfer, die sich nicht für die Rennen interessieren und denen es egal ist, einfach im Stall zu stehen. Aber ich habe meine Arbeit vor und nach den Rennen. Die Reiter treffen am Morgen gestaffelt ein. Dann müssen sie sich anmelden und erhalten ihre Tagesboxen zugeteilt, die sie bis am Abend benützen dürfen.
Gibt es da Spezialwünsche?
Keller: Ja, komischerweise eher von den neuen. Die langjährigen Trainer machen da weniger Probleme.
Was sind denn die Anliegen?
Keller: Der eine will, dass sein Hengst nicht neben einer Stute eingeteilt wird. Andere wiederum möchten in die Boxenställe im Innern, die etwas grösser sind – und auch umgekehrt.
Ihre Arbeit hat sich aber in all den Jahren schon verändert?
Keller: Es ist einfach alles viel besser eingerichtet. In den Anfängen platzierten wir die Boxen noch im ganzen Dorf. Wir hatten noch gar keine auf dem Rennplatz. Meine Vorgänger bauten noch Boxen in die Scheunen hinein. Die Anreise erfolgte mit dem Zug. Wir mussten nach der Ankunft noch mitlaufen und den Weg weisen.
Jegge: Das liegt allerdings schon weit zurück. Als ich in den 1970er Jahren begann, war das bereits nicht mehr so. Früher musste Walter sogar noch das Boxengeld persönlich einziehen. Heute läuft alles über den Verband.
Was hat sich sonst verändert?
Keller: Die Rennen sind weniger gut als vor 20 Jahren belegt – als es auch noch weniger gab. Ein Grund dafür ist sicher das Rennzentrum in Avenches. Dort finden regelmässig Rennen statt. Das hat uns doch einige Pferde weggenommen.
Jegge: Deshalb wird auch heute weniger gewettet – wohl weil die Quoten höher waren. Dabei geht es doch eigentlich gar nicht um den Betrag. Es wird doch einfach mehr mitgefiebert, wenn man auf ein Pferd gesetzt hat.
Aber ob früher oder heute – das Interesse an den Osterrennen ist ungebrochen gross.
Keller: Das ist so. Bei schönem Wetter haben wir am ersten Sonntag sicher 7000 Zuschauer und
am Osterwochenende sogar 10 000 Zuschauer.
Osterrennen Fehraltorf. Sonntag, 9. April (ab 13 Uhr), Ostermontag, 17. April (ab 12 Uhr)
