Das späte Feuerwerk des EHC Wetzikon
Zweimal lag der Erstligist EHC Wetzikon im fünften Playoff-Viertelfinal beim EHC Chur in Rückstand. Die Oberländer standen noch in der 56. Minute vor dem Saisonende, ehe mit zwei späten Toren zum 3:2 die irre Wende gelang (Züriost tickerte live). Das Team von Trainer Roger Keller setzte sich damit mit 3:2 Siegen durch.
Der #EHCW gibt niemals auf: Totgeglaubte leben länger. Von dieser Belle wird man noch in tausend Jahren reden. pic.twitter.com/ymzGqCzSyU
— EHC Wetzikon (@EHCWetzikon) 23. Februar 2017
(Quelle: Twitter/EHC Wetzikon)
Die Blessuren kurieren
Der Traum-Halbfinal ist perfekt. Die Wetziker treffen ab morgen Samstag in der Best-of-5-Serie ausgerechnet auf den Lokalrivalen EHC Dübendorf. «Jetzt gilt es, die Blessuren aus diesem Spiel zu kurieren und vor dem ersten Halbfinal gut zu trainieren», sagte der erleichterte EHCD-Headcoach Keller.
Mit viel Vorfreude blickt auch Torhüter Simon Scherrer auf das Duell gegen den Favoriten aus dem Glattal. «Wir können befreit aufspielen und nur noch gewinnen», betonte er.
Okey, diese Nacht wird noch durchgefeiert. Aber dann volle Konzentration auf Dübendorf. #Halbfinals #zürioBARTland pic.twitter.com/N3btGTmXux
— EHC Wetzikon (@EHCWetzikon) 23. Februar 2017
(Quelle: Twitter/EHC Wetzikon)
Zwei Teams auf Augenhöhe
Was so stürmisch geendet hatte, begann zunächst noch sehr vorsichtig. Beide Teams wollten noch nicht allzu viel riskieren. Die beiden Teams spielten in der schnellen und unterhaltsamen Partie auf Augenhöhe. Chur stand in der Verteidigung kompakt und zeigte offensiv die gefährlicheren Aktionen.
Die Oberländer ihrerseits brachten sich durch ungenaue Pässe selber in Gefahr. In der 12. Minute zog Churs Casey Hemopo nach einem Wetziker Fehlpass in der eigenen Zone allein auf EHC-Rückhalt Simon Scherrer zu. Dieser stoppte den anstürmenden Churer aber souverän und verhinderte den Führungstreffer für die Platzherren vorerst.
Nicht überzeugendes Powerplay
In Überzahl übten auch die Wetziker Druck auf das Bündner Tor aus. Bucher verpasste dabei aus bester Position. Nicht überzeugend war das Powerplay des EHCW – das Keller-Team liess bis zur zweiten Drittelspause vier Powerplays erfolglos verstreichen.
Hellwach zeigten sich die beiden Goalies. Sowohl Simon Scherrer als auch sein Gegenüber Leon Sarkis zeigten eine souveräne Leistung und behielten der Partie mit diversen Paraden die Spannung im Spiel.
Nachdem die Oberländer zu Beginn des Mittelabschnitts ein weiteres Powerplay ablaufen liessen, zog Bucher alleine auf das Bündner Tor zu, vermochte aber nicht zu reüssieren. Buchmüller verfehlte noch im gleichen Angriff das leere Tor.
Chur trifft im Powerplay
Besser machten es die Gastgeber. Im Powerplay traf Däscher nach einer schön herausgespielten Kombination zum 1:0 (26.). In der Folge rissen die Bündner das Zepter an sich und drückten nach vorne. Der EHCW wurde zurückgedrängt und die Defensive war gefordert.
Zwar versuchten die Wetziker auch offensiv ihr Spiel aufzubauen. Chur stand aber kompakt in der Defensive und klärte vorzüglich. So fanden die Wetziker nicht zu ihrem gewohnten Spiel.
Volles Risiko im Schlussdrittel
Im Schlussdrittel war Schluss mit Geduld, und die Oberländer drehten auf. In Überzahl glich Wollgast nach einer gekonnten Vorlage von Vesely die Partie aus (41.).
Wetzikon fand nun besser ins Spiel und drängte mit Hochdruck nach vorne. Chur kam aber in einer 4-gegen-3-Überzahl zu vielversprechenden Aktionen. Nachdem Gruber die Scheibe an den Pfosten schlenzte, schoss Sieber sein Team erneut in Führung (44.).
In den Schlussminuten übernahm der EHCW definitiv das Kommando und überfuhr den EHC Chur förmlich. Marzan erwischte Chur-Goalie Leon Sarkis auf seiner starken Fanghandseite mit einem präzisen Weitschuss von der blauen Linie aus und glich die Partie vier Minuten vor Schluss zum 2:2 aus.
Energie durch den Ausgleich
«Wir haben immer an die Wende geglaubt, uns auf der Bank gegenseitig gepusht, und der Ausgleich hat uns viel Energie gegeben», sagte Headcoach Keller.
Tatsächlich: In der zweitletzten Minute schoss Bachmann die Oberländer erstmals in Führung. In der turbulenten Schlussminute fasste Wollgast eine 2-Minuten Strafe, die Platzherren drückten zu sechst ohne Goalie gegen vier Wetziker auf den Ausgleich. Die Defensive liess sich den Sieg aber nicht mehr nehmen und machten die letzte Druckwelle der Churer dieser Saison zunichte. (pan/zo)