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Das letzte Derby für lange Zeit?

Zum vierten Mal in dieser Saison kommt es zum Showdown zwischen EHC Wetzikon und EHC Dübendorf – es ist ein wegweisendes Duell. Der Sieger steht in der Cup-Hauptrunde. Züriost berichtet live im Ticker!

Mit harten Bandagen: Wetzikons Christian Trippel versucht den Dübendorfer Dennis Barts (rechts) zu stoppen. (Archivbild: Christian Merz)

Das letzte Derby für lange Zeit?

Über zweieinhalb Jahre liegt der letzte Erfolg des EHC Wetzikon gegen den EHC Dübendorf mittlerweile schon zurück. Gian-Andrea Thöny war es damals, der in der Erstliga-Meisterschaft den Puck siegbringend zum viel umjubelten 4:3 über die Linie stocherte. Seither setzte es nur noch acht Niederlagen ab.

Züriost ist natürlich bei der Begegnung mit dabei und berichtet am Mittwoch ab 20 Uhr live im Ticker! Hier gehts lang>>

Wetziker Derbysiege sind also rar. Die drei bisherigen Vergleiche in der laufenden Saison sind dafür sinnbildlich. Sie waren allesamt eine einseitige Angelegenheit. «Das ist enttäuschend», findet sogar Chrigel Ziegler, Präsident des EHCW-Fan-Klubs. Er weiss aber auch mit Blick auf das wegweisende und entscheidende Cup-Spiel von heute Mittwochabend: «Es muss alles stimmen. Dafür ist auch wieder einmal eine Führung nötig. Wenn man gegen Dübendorf in Rückstand gerät, wird es ganz schwierig.»

Eine spezielle Bedeutung erhält das Derby zudem, da es womöglich das Letzte für längere Zeit sein könnte. Während man sich beim EHCD bekanntlich schon früh klar zur Swiss Regio League bekannte, entschieden sich die Verantwortlichen von Wetzikon dagegen. Die Wege der beiden Klubs trennen sich damit zum Ende der Saison – ungeachtet des Abschneidens in den anstehenden Playoffs.

Denkwürdige Playoff-Serie

Fan-Klub-Präsident Ziegler bleibt damit zumindest vorerst nur noch einmal die Hoffnung auf einen Sieg gegen den favorisierten Lokalrivalen. Er vermag sich noch gut an einige Wetziker Sternstunden zu erinnern. Sechs Jahre ist es beispielsweise her, als Dübendorf auswärts im Chreis in einem denkwürdigen Spiel 5:4 niedergerungen wurde. Tanner Richard, mittlerweile Stürmer in der NHL-Organisation von Tampa Bay, liess die Oberländer mit einem Tor in der Schlussphase jubeln und hatte einen grossen Anteil am erst in der Abstiegsrunde sichergestellten Klassenerhalt in der 1. Liga.

Noch denkwürdiger ist die letzte Playoff-Serie vor mittlerweile fast 16 Jahren. Aussenseiter Wetzikon setzte sich in einem spannenden Viertelfinal mit «Wille, Kampf und Goalie Remo Wehrli», wie der ZO/AvU damals titelte, in 3:2 Siegen gegen die vom heutigen ZSC-Lions-CEO Peter Zahner gecoachten Glattaler durch.

Sogar Erinnerungen aus der Kindheit verbindet der EHCD-Headcoach Andrea Cahenzli mit dem Derby. «11:10 gewann der EHCD – es war ein ganz verrücktes Spiel», blickt er zurück. Weniger prägend waren für ihn hingegen die Duelle von 1982 bis 1984, als Cahenzli das Trikot der Dübendorfer trug und Wetzikon ebenfalls in der NLB spielte.

Ziemlich tiefenentspannt geht der 52-Jährige auch den vierten Direktvergleich der laufenden Saison an. «Die Stimmung ist bei diesem Spiel auf den Rängen sicher besser. Etwas Besonderes ist der Match für die Spieler, weil sich die meisten aus Jugendzeiten kennen», sagt Cahenzli.
Einer davon ist Ken Künzli. Mit 18 Treffern ist der frühere Wetziker der zweitbeste Torschütze im Dübendorfer Team. Ausgerechnet gegen seinen Stammklub blieb ihm bisher aber ein Erfolgserlebnis vergönnt. Er erwartet unabhängig der bisherigen Direktvergleiche ein enges Spiel. «Cup ist immer etwas anderes. Ich bin gespannt, wie viel Biss die Wetziker aufbringen werden», sagt er.

Kein besonderer Druck

So oder so spricht ziemlich alles für den EHC Dübendorf. 23 Spiele in Serie hat der Qualifikationssieger der Gruppe 1 gewonnen. Speziellen Druck verspürt EHCD-Trainer Cahenzli dadurch nicht. «Wir wollen sowieso jedes Spiel für uns entscheiden», sagt er. Auf der Gegenseite war bei Wetzikon auch nach der vorzeitigen Trennung von Coach Andy Ritsch von Mitte Januar bisher kein nennenswerter Aufwärtstrend zu erkennen.

Womöglich sind die EHCW-Spieler aber in diesem Cup-Derby für einen Effort bereit. Immerhin könnte es dem Sieger schon bald viel Geld in die Kasse spülen. Dann, wenn er – wie im letzten September beide regionalen Teams – als Belohnung auf einen zugkräftigen A-Klub trifft. Wetzikon erlebte vor 2500 Zuschauern sein erstes Cup-Fest gegen den HC Davos. Dübendorf war sogar als einziger Erstligist überhaupt, seit der Wiedereinführung des Cups vor drei Jahren, in der Hauptrunde stets mit dabei – und traf auf Kloten, Davos und zuletzt die ZSC Lions. «Ein solches Spiel ist für jeden ein emotionales Erlebnis, das er im Leben nie vergessen wird», sagt Cahenzli, dem mit seinem Team in der Vorsaison mit dem Sieg über den aktuellen Meister HCD ein Coup der Sonderklasse gelungen war.

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