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Drei Talente aus der Region sind reif für mehr

Für Marco Miranda, Raphael Prassl und Dominik Diem ist nach der U-20-WM in Kanada wieder der Alltag eingekehrt. Das regionale Trio will mit den GCK Lions in die Playoffs – und sich vor allem für höhere Aufgaben empfehlen.

Dominik Diem, Marco Miranda und Raphael Prassl (von links nach rechts) haben Grosses vor. (Bilder: zvg)

Drei Talente aus der Region sind reif für mehr

Küsnacht anstelle von Toronto. Ein paar wenige hundert Besucher statt über 8000 Fans im imposanten Air Canada Centre. Bei den regionalen U-20-WM-Nationalspielern Marco Miranda, Raphael Prassl und Dominik Diem gilt es wieder den Tritt in der stimmungsarmen Nationalliga B zu finden. Am letzten Sonntag spielte das Trio erstmals wieder seit der Rückkehr mit den GCK Lions in der fast leeren KEK-Halle gegen Thurgau (2:5).

Der Dübendorfer Miranda spricht von «einer Umstellung» und will sich nicht von den vielen Niederlagen herunterziehen lassen. Am Dienstag ging das Zürcher Ausbildungsteam auswärts bei Red Ice Martigny (1:5) im 36. Spiel bereits zum 22. Mal als Verlierer vom Feld. «Da darf man nicht zu viel darüber nachdenken», sagt er.

Die Chance von Miranda

Mut schöpfen dürften Miranda, Prassl und Diem für das letzte Viertel der NLB-Qualifikation aus den Leistungen mit dem Nationalteam an der U-20-WM in Kanada. Der Glattaler Flügelstürmer Miranda beispielsweise erzielte beim wegweisenden Sieg über Dänemark im Penaltyschiessen das entscheidende Tor zum 5:4, welches gleichzeitig die Qualifikation für die K.O.-Spiele sicherstellte. «Ich dachte erst, der Schuss sei danebengegangen, dann sah ich jedoch, wie der Puck vom Pfosten ins Tor prallte», blickt Miranda zurück.

Nahe an einem Torerfolg war später auch Raphael Prassl bei der 2:3-Niederlage im Viertelfinal gegen den späteren Weltmeister aus den USA, als der 19-jährige Wetziker nur knapp das Anschlusstor verpasste. «Das war eine Riesenchance – die hätte ich zwingend nutzen müssen», sagte Prassl und ärgerte sich zugleich über das vorzeitige Out. «Wir waren ganz nahe dran an einer Überraschung.»

Ähnliche Worte findet Dominik Diem, der dritte bei den GCK Lions unter Vertrag stehende regionale Junioren-Nationalspieler. «Wir haben an der WM zwar nicht das Optimum herausgeholt, aber gegen die USA zumindest einen starken Match gezeigt. Sie wurden nicht von vielen Teams so stark gefordert.» Dennoch bleibt dem Schwerzenbacher die U-20-WM in guter Erinnerung. «Die grossen Stadien mit den vielen Fans – das ist schon eindrücklich», schwärmt er.

Lob vom ehemaligen Nationaltrainer

Für die Zukunft attestiert GCK-Lions-Sportchef Simon Schenk seinen drei Schützlingen das Potenzial für eine Karriere in der NLA. Als Voraussetzung dafür nennt er weitere Fortschritte im physischen Bereich und auch eine Verbesserung ihrer Skorerpunkte-Werte. «Technisch und läuferisch bringen sie alles mit.»

Der frühere Nationaltrainer bezeichnet Prassl als einen «Allrounder und Defensivcenter, der eine Linie anführen kann». Der Wuchtigste aus dem Trio, der 1,89 Meter grosse Miranda, bekommt von Schenk sogar das Etikett «Powerflügel» angehängt und gilt unter Fachleuten als einer der talentiertesten Schweizer Spieler des Jahrgangs 1998. Und im Gegensatz zu den älteren Diem und Prassl hat der 18-Jährige im kommenden Winter die Möglichkeit, auch an der nächsten U-20-WM in den USA teilnehmen zu können. «Darauf freue ich mich jetzt schon», sagt Miranda.

Ungeachtet dessen haben Miranda und Prassl sowieso noch ein weiteres Jahr Zeit, um sich bei den GCK Lions für höhere Aufgaben zu empfehlen. «Es ist wichtig, dass sie in der NLB eine wichtigere Rolle einnehmen», sagt Schenk.

Diems offene Zukunft

Als Einziger aus dem regionalen Trio vor einer offenen Zukunft steht Dominik Diem. Sein Vertrag läuft zum Ende der Saison aus. Der Glattaler kam zwar in den letzten beiden Saisons vereinzelt bei den ZSC Lions in der NLA zum Einsatz – trotzdem deuten die Signale eher auf eine Trennung. «Ich werde die Organisation wahrscheinlich verlassen», sagt Diem offen.

ZSC-Sportchef Edgar Salis kündigt derweil «ein gemeinsames Gespräch an», in dem es darum geht, die verschiedenen Optionen zu prüfen. «Das Wichtigste ist, dass er ein reelle Chance zum Spielen hat», sagt er. Klarer Stellung nimmt da Salis’ Amtskollege Simon Schenk, der einen Wechsel für denkbar hält. «Wir bilden in erster Linie für die Lions aus. Doch wir sind auch stolz, wenn sich Spieler an einem anderen Ort durchsetzen», betont er.

Dominik Diem dürfte damit – wie schon zuvor seinem mittlerweile beim B-Ligisten Olten spielenden älteren Bruder Ramón – der Sprung zu den ZSC Lions nicht gelingen. Wo es ihn hinzieht, will er noch nicht sagen. «Ich bleibe aber in der Schweiz», sagt der Schwerzenbacher.

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