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Rüti und Uster auf getrennten Wegen

Der Höhenflug des FC Rüti dauert auch unter Trainer Daniele Damiani an. Gross ist die Not hingegen beim FC Uster. Er überwintert in der 2. Liga interregional nach einer schwachen Vorrunde auf einem Abstiegsplatz.

Rütis Torjäger Taulant Syla sorgte auch in der Ustermer Defensive für Unruhe. (Archivbild Robert Pfiffner)

Rüti und Uster auf getrennten Wegen

Wer vom FC Rüti spricht, nennt zunächst oft einmal Taulant und Edison Syla – die Fast-Alleinunterhalter in der Offensive. 29 der insgesamt 43 Tore steuerten die beiden Brüder in dieser Vorrunde wieder bei. Sie hatten damit wieder einen wesentlichen Anteil am starken Abschneiden der Oberländer. Denn wenn Frauenfeld das Nachtragspiel beim Interregio-Leader Freienbach nicht gewinnt, werden die Rütner als Gruppenzweiter in die Winterpause gehen.
Natürlich hat der FCR aber weitaus mehr als nur die Sylas zu bieten. Coach Daniele Damiani streicht hierbei insbesondere die Fortschritte im Abwehrbereich hervor. «Wenn man die Spiele von Anfang Saison gegen Kosova und Chur mit je sechs Gegentreffern abzieht haben wir einen erträglichen Schnitt», betont der Nachfolger des langjährigen Trainers Urs Fritschi. Dies bestätigt der Wert von rund 1,5 Gegentreffern pro Match – bei Ausklammerung der besagten Partien. Es ist ein deutlich tieferer Schnitt als noch in der letzten Spielzeit (2,2).

Mehr Punkte als im Vorjahr

Damiani ist dann auch mit der bisherigen Ausbeute zufrieden. Mit 26 Zählern hat Rüti den Wert aus dem Vorjahr (21) nochmals deutlich übertroffen. Er sagt: «Die Punktverluste gegen Sirnach und Wil waren schmerzhaft – dafür haben wir gegen Linth etwas glücklich gewonnen. In der Endabrechnung gleicht es sich in etwa aus.»
Natürlich gab es aber auch Reibungspunkte zwischen dem neuen Trainer und den Spielern. Damiani ärgerte sich zuweilen über die «festgefahrenen Strukturen» nach der langen Ära Fritschi und Genügsamkeit im Rütner Team. «Am Donnerstag schlecht trainieren und am Dienstag gar nicht kommen», nennt er bildhaft ein Beispiel. Die Trainingspräsenz könnte für den 41-Jährigen deshalb noch besser sein. «20 Prozent mehr investieren – dann ist eine weitere Steigerung möglich», glaubt er. Ob die Rütner Spieler dafür bereit sind wird sich weisen. «Das muss ich noch herausfinden», sagt selbst Damiani.

Einstige Stärke nun Schwäche

Sorgen von einer ganzen anderen Dimension hat der FC Uster. Vor genau einem Jahr war er bei Saisonhalbzeit noch der erste Verfolger vom späteren Aufsteiger Seefeld. Der FCU gefiel zwar nicht durch so eine spektakuläre Spielweise wie Rüti – er bestach dafür mit seiner defensiven Stabilität. Davon ist wenig übrig geblieben. 38 Gegentore mussten die Ustermer bereits einstecken – deutlich mehr als in der gesamten letzten Meisterschaft (30). Der FCU überwintert mit enttäuschenden acht Zählern als Tabellenvorletzter und hat aufgrund von vier Platzverweisen (!) auch die meisten Strafpunkte aller Teams der Gruppe 6.

Der letzte Erfolg datiert von Mitte September – seither gab es in sieben Partien noch ein Remis gegen das Schlusslicht St. Margrethen. «Es gibt nichts schönzureden. Das ist eine katastrophale Bilanz», sagt Trainer Mark Disler. Er nennt eine beispiellose Verletzungsmisere als Hauptgrund für die sportliche Talfahrt. «18 von 25 Kaderspielern waren im Verlaufe der Saison bereits verletzt. Das Team musste ständig umgestellt werden. So kann keine Konstanz entstehen», sagt er und spricht von einer «frustrierenden aber auch lehrreichen Zeit».

Ruhe in Uster

Trotz der Dauerbaisse kam in Uster im Vergleich zu anderen Orten aber wenig Unruhe auf. Die Gruppengegner Kosova, Kreuzlingen und Uzwil vollzogen bereits im Verlaufe der Vorrunde einen Trainerwechsel, währenddessen es St. Margrethen wegen fünf ausländischen Spielern sogar auf unrühmliche Art in die nationalen Schlagzeilen schaffte. Diese wurden allesamt kurzerhand wegen einem rechtswidrigem Aufenthalt mit Erwerbstätigkeit von der Kantonspolizei ausgeschafft.

Auf dem Buchholz hingegen gab es weder eine Trainerdiskussion noch sonstige Nebengeräusche. «Ich bin dankbar für das Vertrauen der Ustermer Verantwortlichen», sagt Disler. Dennoch befasste er sich da und dort nach einer hohen Niederlage mit dem Gedanken eines möglichen Rücktritts. «Bis am Dienstag ist man tot – dann steht man wieder auf», schildert Disler seine Gefühlslage nach Rückschlägen.

Personelle Konsequenzen

So oder so müssen die Ustermer nun über die Bücher gehen. «Es gibt personelle Konsequenzen – wir werden das Kader verkleinern», bestätigt Disler ungeachtet der Verletzungsmisere in diesem Herbst. Die Namen der Spieler hat der 42-Jährige im Kopf, nennen will er sie aber noch nicht. Möglich ist desweitern die eine oder andere Verstärkung. «Wir versuchen etwas zu tun», bestätigt Disler. «Die Neuen brauchen nebst Klasse auch Charakter – das ist gerade in unserer Situation wichtig.»

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