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Ausgangslage am 8. März

Kampfwahl in Weisslingen: Wer zieht in den Gemeinderat ein?

Am 8. März wählt Weisslingen einen neuen Gemeinderat: Sechs Kandidaten kämpfen um fünf Sitze, dazu gibt es Veränderungen in der Schulpflege und der Rechnungsprüfungskommission.

Die Wahlen am 8. März bringen in Weisslingen voraussichtlich einige Veränderungen mit sich. (Archivfoto)

Foto: Monika Cadosch

Kampfwahl in Weisslingen: Wer zieht in den Gemeinderat ein?

Ausgangslage vor den Wahlen

Am 8. März wählt Weisslingen einen neuen Gemeinderat: Sechs Kandidaten kämpfen um fünf Sitze, dazu gibt es Veränderungen in der Schulpflege und der Rechnungsprüfungskommission.

In Weisslingen kommt es am 8. März zu einer Kampfwahl: Für den fünfköpfigen Gemeinderat kandidieren sechs Personen.

Den fünf Bisherigen Roland Bischofberger (WF), Patrick Geiser (WF), Pascal Martin (SVP, Gemeindepräsident), Markus Moser-Wehrli (SVP) und Clemens Wangler (WF) tritt der Neue Roman Nüssli (SVP) gegenüber. Nüssli ist teilweise in Weisslingen aufgewachsen, sass von 2018 bis 2024 im Stadtparlament von Illnau-Effretikon und ist seit 2020 Präsident des Gewerbe- und KMU-Vereins Illnau-Effretikon und Lindau.

Aufgrund seines Umzugs von Agasul nach Weisslingen musste er von seinem Amt im Stadtparlament zurücktreten, wollte aber weiterhin in der Politik tätig sein. «Es war selbstverständlich für mich, dass ich nach dem Umzug auch der SVP Weisslingen beitrat», sagt er auf Anfrage.

Als Teil der Wahlkommission habe er dann erfahren, dass der bisherige SVP-Gemeinderat Markus Moser-Wehrli aus zeitlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichten möchte. «Wir fanden innerhalb der SVP Weisslingen keinen neuen Kandidaten. Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich, selbst zu kandidieren», so Nüssli.

Nur, dass Moser-Wehrli nun doch kandidiert. Wie die Dorfzeitung «De Wisliger» schreibt, wurde er mittels eines Wahlvorschlags von diversen Weisslingern und Weisslingerinnen für eine weitere Amtszeit nominiert. «Ich stand vor einem Dilemma», sagt er gegenüber der Dorfzeitung. Doch sich aus der Affäre zu ziehen, das entspreche nicht seinen Werten. «Ich laufe vor Verantwortung nicht davon.»

Werde er wiedergewählt, werde er diesen Auftrag respektieren und die Arbeit weiterhin «verantwortungsbewusst, gewissenhaft und motiviert ausüben».

Das WF ist gestärkt zurück

Noch 2024 stand der politische Verein Wisliger Forum (WF) vor einer ungewissen Zukunft: Es fehlten Vorstandsmitglieder, die den Fortbestand sichern konnten. Nun stellen sich in verschiedenen Behörden Mitglieder des Forums zur Wahl – der Verein hat also die Kurve gekriegt.

Clemens Wangler ist seit November 2025 Präsident des Wisliger Forums. Er erzählt: «Es brauchte Initiative, um den Verein wieder zu mobilisieren.» In einer ausserordentlichen Sitzung wurde entschieden, weiterzumachen und die Strukturen anzupassen. «Die Zahl der Vorstandsmitglieder wurde von fünf auf drei reduziert, um handlungsfähig zu bleiben.» So konnte das WF weiter bestehen. Aktuell zählt der Verein 59 Mitglieder.

Für Wangler ist klar, dass es neben der SVP noch eine weitere Kraft im Gemeinderat braucht. Und da komme das WF ins Spiel. Entgegen einer klassischen Partei gebe es im Wisliger Forum keine eindeutige politische Ausrichtung; bei ihnen stehe die «sachorientierte Politik» im Vordergrund.

Veränderungen in der Schulpflege

Doch nicht nur im Gemeinderat, auch in der Schulpflege kommt es zu Veränderungen. Neben den zwei Bisherigen Marianne Bachofner (SVP) und Tamara Götz (parteilos) stellen sich mit Pascal Keller (SVP), Séverine Lutz (FDP) und Janine Plüss (parteilos) drei neue Kandidaten zur Wahl. Da insgesamt fünf Sitze zu vergeben sind, kommt es hier zu keiner Kampfwahl. Bachofner möchte ihr Amt als Schulpflegepräsidentin behalten; sie kandidiert allein dafür.

Als voraussichtlich gewählte Schulpflegepräsidentin zieht sie gleichzeitig wieder als Vorsteherin der Schulbehörde als sechstes Mitglied in den Gemeinderat ein. Es wäre ihre vierte Amtszeit.

Zu wenige Interessenten für die RPK

Stellen sich in anderen Behörden zu viele Personen zur Wahl oder genauso viele, wie es Sitze gibt, fehlt es in der Rechnungsprüfungskommission (RPK) an Kandidierenden. Für die fünf Sitze stellen sich nur vier Personen zur Verfügung, davon zwei Bisherige und zwei Neue. 

Grundsätzlich ist die RPK auch mit vier Mitgliedern funktions- und beschlussfähig. «Besser wären natürlich fünf Personen, was ich mir auch wünsche», sagt Christoph Kirschner (SVP), der sich für eine weitere Legislatur als RPK-Präsident zur Verfügung stellt. Vor vier Jahren haben sich im ersten Wahlgang auch nur vier Personen aufgestellt. Die fünfte Person wurde dann im zweiten Wahlgang gewählt. «Das könnte dieses Mal auch wieder passieren.»

Neben Kirschner stellt sich auch Robert Camenzind (Die Mitte) für eine weitere Periode zur Verfügung. Neu hinzukommen wollen Richard Habenberger (SVP) und Patrik Nüssli (SVP) – der Bruder von Gemeinderatskandidat Roman Nüssli (SVP).

In der Bau- und Werkkommission bleibt voraussichtlich alles beim Alten, für die sieben Sitze in der Evangelisch-reformierten Kirchenpflege kandidieren exakt sieben Personen.

Die Kandidaten für den Gemeinderat Weisslingen

Clemens Wangler (WF, bisher)

Markus Moser-Wehrli (SVP, bisher)

Pascal Martin (SVP, bisher), auch als Präsident (bisher)

Patrick Geiser (WF, bisher)

Roland Bischofberger (WF, bisher)

Roman Nüssli (SVP, neu)

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