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Wahlen

Eine Fraktions-Korrektur im Wetziker Parlament

Die SVP, die Freie Liste Wetzikon und die Mitte verlieren. FDP, SP und Grüne gewinnen. Das Wetziker Parlament wird ein neues Gesicht bekommen.

Die Zusammensetzung des Wetziker Parlaments wird sich für die kommende Legislaturperiode nur marginal ändern.

Archivfoto: Christian Merz

Eine Fraktions-Korrektur im Wetziker Parlament

Gleich drei bisherige Gemeinderäte haben den Sprung in den Stadtrat geschafft. Entsprechend werden in der FDP und bei den Grünen Kandidaten nachrutschen.

Grüne Wahlgewinner und eine zerknirschte SVP

27.03.2022

Stadtratswahlen Wetzikon

Wetzikon hat einen neuen Stadtrat: Die SVP und EVP verlieren einen Sitz, FDP und Grüne gewinnen. Beitrag in Merkliste speichern Die SVP verliert jenen Sitz wieder, den sie vor vier Jahren gewonnen hatte und verfügt neu wieder über acht Sitze im Parlament. Von den bisherigen SVP-Parlamentariern verpasste Jürg Paglia die Wiederwahl, Stefan Kaufmann hatte auf eine erneute Kandidatur verzichtet.

Der SVP-Sitz wandert wie schon im Stadtrat zur FDP. Sie hat neu sechs Sitze. Das Gesicht der Fraktion dürfte deutlich jünger werden. Weil Sandra Elliscasis und Stefan Lenz die Wahl in die Exekutive gelang, rutscht mit Joel Hoff (Jahrgang 2000) ein junges Gesicht nach. Ebenfalls nachrücken wird der Unternehmer Andreas Wolfensberger.* 

Neue Grüne Fraktion

Freuen dürfen sich auch die SP- und die Grüne-Fraktion. Beide gewinnen je einen Sitz. Auch bei der SP wird die Fraktion jünger. Mit Saamel Lohrer (Jahrgang 2001) schaffte es ebenfalls ein ganz junger. Die Wahl gelang zusätzlich Daniela Oriet und Rebecca Heusser.

Die Grünen freuen sich über einen Sitzgewinn. Bei ihnen kommt es durch Rücktritte und die Wahl von Walter in den Stadtrat zu einer Runderneuerung. Einzig Stephan Mathez bleibt von der ursprünglichen Fraktion. Kaspar, Spörri, Christiane Schwabe, Raphael Zarth und Jonas Wepfer ergänzen neu die Fraktion.

Der Sitz der zurückgetretenen Margrith Wahrbichler (FWL) wanderte damit zu SP oder Grünen. Verloren hat dagegen die Mitte. Der bisherige Gemeinderat und Präsident der Mitte-Partei in Wetzikon Peter Lanciano wurde abgewählt. An seiner Stelle wurde Wirtschaftsprüferin Tina Deplazes (Jahrgang 1996) von den Wetzikerinnen und Wetzikern gewählt. Sie war von ihrer Wahl sichtlich überrascht. «Ich könnte mir vorstellen, dass die Menschen sich mehr Erneuerung wünschen. Schade natürlich, dass unsere beiden erfahrenen Kandidaten abgewählt wurden», sagt Deplatzes. Der bisherige Elmar Weilenmann verpasste wie Lanciano die Wahl.

«Für dieses Resultat habe ich noch keine Erklärung. Ich kann mir persönlich keinen Fehler anlasten», sagte Lanciano. Es hätten vielleicht die parteiübergreifenden Stimmen gefehlt. Er kann der Situation auch Positives abgewinnen: «Nach der ersten Enttäuschung freue ich mich jetzt doch auf etwas mehr Freizeit.»

Kleine Veränderungen bei den Klein-Parteien

Bei der EVP und der EDU schaffen alle bisherigen die Wiederwahl. Beide Parteien behalten ihre Anzahl Sitze. Auch die GLP behält ihre beiden Sitze: Gerhard Schabe und Florian Immler sitzen anstelle von Tina Fritzsche und Esther Schlatter neu im Parlament.

Die Alternative Wetzikon hält ebenfalls zwei Sitze, allerdings kommt es zu einer Rochade neben Bigi Obrist. Der bisherige Robin Schwitter verpasste die Wiederwahl. An seiner Stelle sitzt neu Geschichtslehrer Marco Müller im Parlament.

Das Zünglein an der Waage

Angesichts der marginalen Verschiebungen innerhalb des Parlaments dürfte es inhaltlich nicht zu grundsätzlichen Richtungsänderungen kommen. Der bürgerliche Block aus EDU, SVP und FDP stellt zusammen 16 Parlamentarier. SP, Grüne, Alternative Wetzikon und Grünliberale zusammen 15.

Die EVP und Mitte werden mit ihren fünf Sitzen weiterhin bei engen Sachgeschäften das Zünglein an der Waage spielen. Das Pendel wird mal nach links und mal nach rechts ausschlagen. 

*In einer früheren Version dieses Textes stand fälschlicherweise, dass der junge Naatan Lohrer nachrücken wird. Das stimmt nicht. Richtig ist, dass der Unternehmer Andreas Wolfensberger ins Parlament einzieht. Wir entschuldigen uns für diesen Fehler.

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