In Hinwil sind die wichtigen Behörden umstritten
Quo vadis, Gemeinderat Hinwil? Diese Frage stellt sich vor den diesjährigen Erneuerungswahlen vom 27. März. Dass sich das bisher liberal-konservativ geprägte Gremium verändern wird, steht fest. Unklar ist, in welche Richtung.
Gleich vier bisherige Gemeinderäte der insgesamt sieben Mitglieder umfassenden Behörde legen ihr Amt nieder – zwei FDP- und zwei SVP-Gemeinderäte. Darunter nach drei Legislaturperioden auch Gemeindepräsident Germano Tezzele (SVP).
Kampf um Gemeinderat entfacht
Zu den erneut antretenden Beat Amstutz (SVP), Andreas Bühler (SP) und Gabriela Casutt-Honegger (FDP) gesellen sich nicht weniger als acht Neu-Kandidierende, die um die vier freiwerdenden Plätze streiten.
Bereits klar ist, dass die SVP mindestens einen ihrer drei bisherigen Sitze verlieren wird. Für die Volkspartei tritt neben Amstutz einzig Roland Brändli an. Die FDP hingegen will ihre Sitze halten und schickt ein reines Frauen-Trio ins Feld, wobei Christina Haffter und Herta-Huber-Kunz ihre zurücktretenden Parteikollegen beerben wollen.
Nach einem Sitz im Gemeinderat streben des Weiteren Florian Michel (parteilos), Rainer Prüher (Freunde der Verfassung) und Brigitte Wälchli-Gemperli (Die Mitte).
Linke will stärker werden
Für eine leichte Verschiebung nach links sorgen könnten Franziska Hagen, die für die SP einen zweiten Sitz erobern soll, und der 21-jährige Schüler Moritz Meier, der für die Juso kandidiert.
Auch der neue Gemeindepräsident wird aller Voraussicht nach aus den Reihen der SP kommen. Andreas Bühler, der seit 2014 im Hinwiler Gemeinderat sitzt, ist der einzige Kandidierende – und wird im Vorfeld von allen Parteien unterstützt.
Zehn Kandidierende für fünf Schulpflegesitze
Ein neues Präsidium wird auch die Schulpflege erhalten. Hier treten Nicole Ward-Brändli (SVP) und der parteilose Thomas Ludescher zur Kampfwahl an. Während Letzterer seit 2010 Mitglied und Vizepräsident der Schulpflege ist, tritt Ward-Brändli erstmals an.
Neben Ludescher treten zwei weitere Bisherige wieder an: Monica Raster (parteilos) und Monika Lutz (parteilos). Umgekehrt bewerben sich gleich sechs weitere Neulinge um die zwei frei werdenden Sitze der fünfköpfigen Behörde.
Es sind dies: Christina Andres (FDP), Ilona Haller (parteilos), Patrick Hirzel (SVP), Felix Inderbitzin (SP), Daniela Müggler (FDP) und Marisa Pellaton-Savoldelli (parteilos).
Auch RPK ist umstritten
Zu einer Kampfwahl kommt es auch bei der Rechnungsprüfungskommission (RPK) und dem Präsidium dieser Behörde.
In der sieben Mitglieder umfassenden RPK treten zwei Bisherige von ihrer Funktion zurück. Oswald Achermann (Die Mitte), Flavio Cortesi (SVP), Frank Hähni (FDP), Beat Honegger (parteilos) und Maya Nussbaum-Gräser treten wieder an. Um die frei werdenden Sitze streiten drei Kandidierende: Bernhard Grütter (FDP), Katharina Pecorelli Grunder (SVP) und Andreas Schönbächler (FDP).
Letzterer macht auch dem bisherigen RPK-Präsidenten Oswald Achermann das Amt streitig.
Keine Kampfwahlen bei Sozialbehörde und Kirchenpflege
Ruhig präsentiert sich die Ausgangslage bei der Erneuerungswahl der vierköpfigen Sozialbehörde, für die sich vier Kandidierende haben aufstellen lassen.
Zu den bisherigen Hans-Heinrich Egli (FDP) und Beat Sprenger (Die Mitte) gesellen sich aller Voraussicht nach Flavia Baumann (SVP) und Lukas Neukomm (SP).
Und auch für die Evangelisch-reformierte Kirchenpflege sind gleich viele Wahlvorschläge eingegangen, wie das Gremium Sitze umfasst: sieben an der Zahl. Regina Rüthemann und Jürg Schärer sind die neu Antretenden, wobei Letzterer als einziger gleich auch für das Amt als Präsident kandidiert.
Bereits in stiller Wahl gewählt wurde der Notar Thomas Glanzmann für den Notariatskreis Wetzikon, der neben Wetzikon auch die Gemeinden Hinwil und Seegräben umfasst. (Erik Hasselberg)
