Jetzt wird das Batzhaus das neue Dorfzentrum von Wila
Jetzt haben sich die Wilemer offiziell zu ihrem neuen Gemeindezentrum bekannt: Mit der Annahme des Objektkredits darf das Batzhaus bald in neuem Glanz erstrahlen.
«Es ist ein teures Projekt für unsere kleine Gemeinde», räumte der scheidende Gemeindepräsident Simon Mösch (Die Mitte) im Vorfeld der Abstimmung zum Batzhaus ein.
Doch wenn es um das historische Gebäude im Zentrum geht, scheinen die Wilemer gerne etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Das machte das Abstimmungsresultat mehr als deutlich: Mit 607 Stimmen und einem Ja-Anteil von 71,1 Prozent bei einer Stimmbeteiligung von 58,9 Prozent genehmigte das Stimmvolk den Objektkredit von 2,25 Millionen Franken für die Sanierung und Umnutzung des Mehrzweckhauses Zentrum sowie die Entnahme eines Beitrags aus der Sonderrechnung «Nachlass Jakob Schoch» von 1,25 Millionen Franken zur anteiligen Finanzierung des Objektkredits.
Damit bekräftigten sie die Aussage von Mösch an einer vorgängigen Informationsveranstaltung: «Kein anderes Liegenschaftsprojekt scheint die Wilemer Bevölkerung mehr zu berühren als das Batzhaus.»
Das steckt dahinter
Fassen wir nochmals kurz zusammen, worum es bei diesem Projekt geht: Das historische Batzhaus ist baulich, betrieblich und brandschutztechnisch stark sanierungsbedürftig. Seit 2018 befasst sich die Gemeinde mit der Zukunft ihres «Wahrzeichens». Ein Abriss wurde von der Bevölkerung abgelehnt.
Nach einem Mitwirkungsverfahren (2023) und der Präsentation des Siegerprojekts (2024) erarbeitete eine Begleitgruppe aus Bevölkerung, Nutzern und Projektteam das Bauvorhaben. Damit liegt ein fixfertiges Umbaukonzept für ein modernes, multifunktionales Mehrzweckhaus vor.

Herzstück des neuen Batzhauses wird die Bibliothek, die heute im Schulhaus Eichhalde schlecht sichtbar und nicht barrierefrei ist. Am neuen Standort wird sie über mehrere Etagen verteilt, mit Lift, besserer Zugänglichkeit sowie zusätzlichen Angeboten für Kinder und Jugendliche.
Flexible Räume sollen künftig für Ausstellungen, Workshops und Kurse dienen und somit für Schulen, Vereine, Familien und Firmen zur Verfügung stehen.
Das Ortsmuseum wird nicht mehr als Dauerausstellung geführt, sondern soll als flexibles, themenbezogenes Angebot integriert werden. Die Sammlung bleibt erhalten, wird inventarisiert, also offiziell verzeichnet und digitalisiert – ein Grossteil kommt ins Schaudepot Turbenthal.
Das Gebäude bleibt im Besitz der Gemeinde. Eine noch zu bestimmende Trägerschaft soll den Betrieb sicherstellen und das Haus aktiv «bespielen».