Rekurs verzögert Umzug des Familienzentrums Uster
Zufahrt als Problem
Die Brauerei Uster sorgt sich vor mehr Verkehr auf der Brauereistrasse. Deshalb kann das Familienzentrum nicht in die Villa am Aabach einziehen. Doch Verhandlungen laufen.
Im grossen Garten der ehemaligen Fabrikantenvilla unweit der Brauerei Uster sollten eigentlich schon Kinder spielen. Denn im Februar 2025 kündigte die Stadt den Umzug des Familienzentrums in die Villa am Aabach an.
Stadtpräsidentin Barbara Thalmann (SP) sprach von einer Win-win-Situation: «Das Familienzentrum erhält attraktive Räume mit Garten, die Stadt kann Kosten reduzieren, und in die Villa zieht wieder Leben ein.»
Das Familienzentrum ist ein eigenständiger Verein. Er hat einen Leistungsauftrag der Stadt und betreibt einen Begegnungs- und Informationsort für Familien. Die Angebote reichen vom Spiel-Kafi-Betrieb als Herzstück über Krabbelgruppen, Deutsch- und Elternbildungskurse, Notfallbetreuungen und Kreativworkshops bis hin zur Mütter- und Väterberatung. Bisher ist das Familienzentrum in einer privaten Liegenschaft an der Zentralstrasse eingemietet – und bleibt auch vorderhand dort.
Verkehr als Knackpunkt
Denn Leben ist in der Villa noch nicht wieder eingekehrt. Zuerst führten interne Abklärungen zu Verzögerungen. Laut Andrea Faeh, der Leiterin Kinder, Jugend und Inklusion, war das Baugesuch aufwendiger als gedacht. Immer wieder mussten neue Unterlagen eingereicht werden. Auch die Ausarbeitung des neuen Betriebskonzepts nahm mehr Zeit in Anspruch.
Erst im vergangenen September reichte die Stadt das Baugesuch für die Umnutzung der Villa ein – und erhielt Anfang Jahr die Bewilligung. Doch dagegen wurde Rekurs ergriffen – und zwar von der Brauerei Uster. «Wir haben selbstverständlich nichts gegen das Familienzentrum», betont Inhaber und Verwaltungsratspräsident Hanspeter Bucher.
Doch in seinen Augen ist die Zufahrt zum neuen Familienzentrum nicht gut gelöst. Bucher macht sich Sorgen, dass es wegen des Familienzentrums zu mehr Verkehr auf der Brauereistrasse kommt. Denn die Strasse sei ohnehin eng – 4,5 Meter ohne Trottoir. «Wir sind für unseren Betrieb darauf angewiesen, dass Lastwagen problemlos zufahren können», sagt Bucher.
Er will deshalb mit der Stadt eine Lösung suchen und zeigt sich gesprächsbereit. Für kommende Woche ist ein Treffen geplant.
In der Stadtverwaltung hofft man weiterhin auf eine rasche Lösung. Andrea Faeh: «Betrieblich und planerisch sind wir bereit.»