Illnau-Effretikon diskutiert Ara-Zukunft
Aufrüsten oder extern anschliessen?
Statt selbst aufzurüsten, wollte sich die Stadt Illnau-Effretikon der Ara Winterthur anschliessen. Nun liegen neue Zahlen zu den Kosten vor, weshalb das Vorhaben neu geprüft wird.
Die Abwasserreinigungsanlage (Ara) Mannenberg in Illnau-Effretikon muss dringend aufgerüstet werden. Grund dafür ist das empfindliche Vorflutersystem «Kempt», weshalb die Ara um eine vierte Reinigungsstufe erweitert werden muss. Diese zusätzliche Stufe eliminiert sogenannte Mikroverunreinigungen – Medikamentenreste, Kosmetika und andere Stoffe, die normale Kläranlagen nicht herausfiltern.
Jahrelang schien die Lösung logisch: Winterthur plant ohnehin, seine Ara Hard bis 2039 umfassend zu erneuern und zu vergrössern – inklusive vierter Reinigungsstufe. Ein Anschluss hätte Synergien gebracht. Die Stadt Illnau-Effretikon hatte dies deshalb als «prioritäres Szenario» definiert.
Doch im November 2025 aktualisierte Winterthur seine Investitionskosten. Das Ergebnis ist ernüchternd: Eine neue Wirtschaftlichkeitsanalyse zeigt, dass ein Anschluss nicht rentabel ist. Winterthur wird zu teuer. Das teilt der Stadtrat in seinem Newsletter mit.
Finale Entscheidung steht noch aus
Nun hat er die Abteilung Tiefbau beauftragt, einen anderen Weg zu planen. Die Stadt will die Ara Mannenberg vor Ort um die vierte Reinigungsstufe erweitern – und parallel eine Langzeitstudie erstellen, die untersuchen soll, wie der Betrieb bis 2070 abgedeckt wird.
Dafür braucht es Geld. Das Stadtparlament soll einen Verpflichtungskredit von 955'000 Franken (inklusive Mehrwertsteuer) genehmigen. Das Geld bezahlt die Projektierung bis zur Baureife sowie die Zukunftsstudie.
Sobald beide Studien vorliegen – das Bauprojekt für die vierte Stufe und die Analyse zum Langzeitbetrieb –, kann die Stadt endgültig entscheiden: Anschluss an Winterthur oder Weiterbetrieb der eigenen Ara. Dann werden alle Kosten bekannt sein, und ein seriöser Vergleich ist möglich.