Bezahlbarer Wohnraum bleibt Thema im Ustermer Gemeinderat
Zwei SP-Gemeinderäte wollten wissen, wie die Stadt Uster finanzschwache Haushalte bei den Mietkosten unterstützt. Der Stadtrat erklärt, welche Instrumente bekannt sind und warum sie aktuell nicht genutzt werden.
Die Frage nach bezahlbarem Wohnraum beschäftigt die Politik in Uster regelmässig – insbesondere im linken Lager. Dabei geht es auch darum, wie die Stadt Haushalte mit kleineren Einkommen konkret entlasten kann. Die SP-Gemeinderäte Nina Nussbaumer und Balthasar Thalmann wollten dazu mehr wissen und reichten im Oktober 2025 eine Anfrage ein.
Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass steigende Mieten es für Haushalte mit geringem Einkommen immer schwieriger machen, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Wer wenig verdient, muss einen immer grösseren Teil des Einkommens für die Miete ausgeben oder findet gar keine passende Wohnung mehr.
Die Anfragestellenden verweisen deshalb auf frühere Berichte des Stadtrats, in denen sogenannte zinsgünstige Darlehen aus der kantonalen Wohnbauförderung erwähnt wurden. Dabei handelt es sich um günstige Kredite, welche die öffentliche Hand etwa Wohnbaugenossenschaften gewährt. Diese können damit Wohnungen bauen oder sanieren, ohne hohe Zinskosten tragen zu müssen. Die tieferen Kosten wirken sich auf die Mieten aus, die dadurch günstiger bleiben.
Nussbaumer und Thalmann wollten wissen, ob und wie die Stadt Uster dieses Instrument nutzt, um Menschen mit kleinem Budget den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern.
Instrument derzeit nicht mehr im Einsatz
Der Stadtrat bestätigt in seiner Antwort vom März 2026, dass ihm das Instrument bekannt ist und in früheren wohnpolitischen Überlegungen berücksichtigt wurde. Ziel solcher Darlehen sei es, gezielt Haushalte in bescheidenen finanziellen Verhältnissen zu entlasten.
Gleichzeitig hält der Stadtrat fest, dass dieses Instrument in den vergangenen Jahren in Uster nicht mehr angewendet wurde. Entsprechend habe es aktuell keinen Einfluss auf das Mietniveau oder auf die Verfügbarkeit günstiger Wohnungen.
Als wirksamer hätten sich andere wohnpolitische Massnahmen erwiesen, insbesondere die Abgabe von städtischem Land im Baurecht für die Erstellung von preisgünstigem Wohnraum.
Stadt schliesst zukünftige Nutzung nicht aus
Zinsgünstige Darlehen seien in der Vergangenheit vereinzelt eingesetzt worden, etwa bei früheren Wohnbauprojekten von Genossenschaften in Uster. Diese Förderungen seien inzwischen ausgelaufen oder amortisiert, weshalb derzeit keine Wohnungen mehr unter diesen Bedingungen vergünstigt seien.
Grundsätzlich bleibe eine zukünftige Anwendung zinsgünstiger Darlehen zur Förderung von günstigem Wohnraum möglich. Ob die Stadt Uster solche Förderungen wieder einführt, hängt laut Stadtrat jedoch auch von der finanziellen Lage und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.