Politik

Grossprojekt mit 300 Wohnungen

Auf dem Erni-Areal in Brüttisellen entsteht ein neues Quartier

Durchlässigkeit und Bäume – diese Begriffe verwendeten die Referierenden im Gemeindesaal Gsellhof in Brüttisellen besonders häufig, als sie das Projekt «Torfmatt» vorstellten.

Das Quartier Torfmatt entsteht auf dem ehemaligen Erni-Areal zwischen dem Dorfzentrum von Brüttisellen und dem Bahnhof Dietlikon.

Foto: PD

Auf dem Erni-Areal in Brüttisellen entsteht ein neues Quartier

Durchlässigkeit und Bäume – diese Begriffe verwendeten die Referierenden im Gemeindesaal Gsellhof in Brüttisellen besonders häufig, als sie das Projekt «Torfmatt» vorstellten.

Schon kurz vor Beginn um 19 Uhr war der Gemeindesaal Gsellhof in Brüttisellen nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt. Vor allem ältere Personen waren anwesend, vereinzelt gab es auch jüngere Gesichter. Hochbauvorstand Marco Gamma (FDP) begrüsste die Anwesenden an der Info-Veranstaltung zum Gestaltungsplan Torfmatt, über den die Gemeindeversammlung von Wangen-Brüttisellen am 17. März abstimmt.

Von der Bauherrin Mobimo waren drei Referierende angereist, die das Projekt vorstellten. Auf dem heutigen Gewerbegebiet des ehemaligen Erni-Areals sollen rund 300 Wohnungen sowie etwa 8000 Quadratmeter Gewerbefläche mit Platz für rund 100 Arbeitsplätze entstehen. Das Projekt befindet sich noch in einer frühen Phase: Die ersten Wohnungen sind voraussichtlich erst 2031 bezugsbereit. Die Realisierung erfolgt in drei Etappen und dürfte nach 2040 abgeschlossen sein.

Das Quartier Torfmatt entsteht auf dem ehemaligen Erni-Areal zwischen dem Dorfzentrum von Brüttisellen und dem Bahnhof Dietlikon.
Über den Gestaltungsplan Torfmatt sowie die dazugehörige Zonenplanänderung entscheidet die Gemeindeversammlung am 17. März.

Derzeit sei die Fläche vollständig versiegelt und bestehe grösstenteils aus Parkplätzen. «Wir wollen ein grünes Areal», hielt der Mobimo-Vertreter Thomas Schaz fest. Das Quartier solle lebendig und durchlässig sein und seinen künftigen Bewohnerinnen und Bewohnern ein Daheim bieten.

Wohnungen, Gastrobetriebe und Büros

Die acht geplanten Gebäude bleiben unterhalb der Hochhausgrenze. Grosszügig angelegte Zwischenräume mit naturnaher Bepflanzung sollen den Charakter prägen. Spielplätze, Begegnungszonen und grosse Bäume sind geplant. Letztere können dank sogenannten Baumgruben – Aussparungen in der Tiefgarage – «unbegrenzt» in die Höhe wachsen. Die Tiefgarage bietet Platz für 350 Autos und erstreckt sich unter dem gesamten Quartier – mit Ausnahme der erwähnten Baumgruben. Zudem sind ausreichend Besucherparkplätze vorgesehen.

Im Erdgeschoss der Gebäude hat es Platz für Läden, Gastrobetriebe und Büros. Die Wohnungsgrössen reichen von 1½ bis 5½ Zimmern. Die meisten Wohnungen werden aus 3½ und 4½ Zimmern bestehen.

Das Quartier liegt in Fussdistanz zum Bahnhof Dietlikon; an der Stationsstrasse ist eine neue Bushaltestelle geplant. Ein Mobilitätskonzept mit Tempo 30, Einbahnstrassen und für Velos werde noch vorgelegt. Jetzt ging ein Raunen durch die Reihen; einige tuschelten, andere räusperten sich. Bevor es zu Wortmeldungen kam, gingen die Referierenden erneut auf die vielfältige Nutzung und die Durchlässigkeit des Areals ein.

«Zahlbare» Mieten

In der Fragerunde erkundigte sich eine junge Frau nach der Höhe der Wohnungsmieten. Die Verantwortlichen konnten dazu noch nichts sagen, sprachen aber von «zahlbaren Wohnungen».

Zwei ältere Herren sorgten sich um die Zufahrt der Feuerwehr ins Areal. Sie konnten beschwichtigt werden, denn Baueingaben ohne Vorgaben der Blaulichtorganisationen sind gar nicht möglich.

Als sich schon einige Köpfe zum Apéro im hinteren Teil des Saals umzudrehen begannen, wollte jemand wissen, was bei einem Nein am 17. März passiert. Die Antwort: Das Gewerbegebiet bleibe, wie es heute sei. Und mit einem kleinen Seitenhieb gegen das geplante Hochregallager von Coca-Cola in der unmittelbaren Nachbarschaft, sagt Architekt Marco Tondel: «Vielleicht kommt dann auch Pepsi.»

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