Politik

Bevölkerung kann mitreden

Die Badi in Pfäffikon steht vor einem grossen Umbau

Die Gemeinde will das Restaurant im Strandbad Baumen umbauen. Die Bevölkerung kann sich jetzt zu zwei möglichen Varianten äussern.

Das alte Badi-Restaurant in Pfäffikon muss weichen. Die Gemeinde hat zwei Neubauvarianten präsentiert.

Foto: PD

Die Badi in Pfäffikon steht vor einem grossen Umbau

Bevölkerung kann mitreden

Die Gemeinde will das Restaurant im Strandbad Baumen umbauen. Die Bevölkerung kann sich jetzt zu zwei möglichen Varianten äussern.

Die Pfäffiker Badi mit grossem Pool, Rutschbahn und Sprungturm ist beliebt. Dasselbe gilt für das Gastroangebot. Von Pommes frites über Grillwürste bis zu Thai-Gerichten gibt es fast alles, was das Herz eines Badi-Fans begehrt.

Doch das Restaurantgebäude, der Eingangsbereich und die Büros des Strandbads Baumen zeigen vermehrt Alterserscheinungen. Die Gebäude stammen aus dem Jahr 1998, und die Mängelliste ist lang.

Teilweise ist das Dach undicht, und einige Fenster sind beschädigt. Auch Standards bezüglich Hygiene und Arbeitssicherheit können nicht mehr eingehalten werden. So befindet sich etwa der Pizzaofen direkt hinter der Kasse.

Wer schon mal länger für sein Essen anstehen musste, weiss zudem, dass es gerade im Hochsommer ziemlich heiss werden kann im Gebäude. Hinzu kommen unter anderem Platzmangel in den Büros, im Lager, in der Personalgarderobe oder im Sanitätsraum sowie Küchengeräte, die am Ende ihrer Lebensdauer sind.

«Kleinspecht» versus «Haubentaucher»

All diese Probleme lösen soll darum ein grösserer Umbau. Vergangene Woche haben Vertreter der Gemeinde die Pläne der Bevölkerung an einer Informationsveranstaltung präsentiert. Eine Umfrage soll zudem zeigen, was die Pfäffikerinnen und Pfäffiker von den vorgeschlagenen Ideen halten.

Zwei Varianten kommen infrage. Die Variante «Kleinspecht» sieht einen Seepavillon im Stil einer Buvette vor. Das Verpflegungsangebot ist entsprechend klein ausgelegt. Essen und Getränke gibt es zum Mitnehmen. Die Gäste können an einem der rund 110 Plätze am Tisch unter Sonnensegeln sitzen oder gleich auf dem Badtüechli auf der Wiese essen. Bedient werden sie an einem Bestell- und einem Abholfenster. Das Angebot könnte von Salaten über Sandwiches bis zu Pommes, Pinsas oder Burger reichen.

Die umfangreichere Variante «Haubentaucher» umfasst hingegen ein komplettes Selbstbedienungsrestaurant. Das Konzept orientiert sich eher am aktuellen Angebot in der Badi und sieht vor, dass die Gäste an Speisestationen ihr Essen auswählen. Dazu könnten auch Pizzas sowie asiatische und aufwendigere Gerichte gehören. Anschliessend können sie es sich im überdachten Aussenbereich mit rund 170 Sitzplätzen gemütlich machen.

Festzuhalten ist, dass sich beide Projektvarianten in einem frühen Stadium befinden. Details zum Angebot können sich noch ändern.

Selbstbedienungsrestaurant wäre deutlich teurer

Fest steht aber, dass die umfassendere Variante «Haubentaucher» auch deutlich teurer wäre. Rund 3,8 Millionen Franken sind dafür vorgesehen. Der Seepavillon mit Buvette käme mit 2,2 Millionen günstiger.

Nicht zuletzt wegen der finanziellen Situation der Gemeinde spricht sich der Gemeinderat deshalb für die Variante «Kleinspecht» aus. Hinein spielen auch Überlegungen zum Natur- und Landschaftsschutz. Das Selbstbedienungsrestaurant wäre mit einer Fläche von rund 435 Quadratmetern deutlich grösser als die Buvette mit gut 220 Quadratmetern.

Das Projekt «Haubentaucher» bewilligungsfähig zu machen, wäre aus Sicht des Gemeinderats darum schwieriger. Das kantonale Amt für Raumentwicklung (ARE) hat der Gemeinde ausserdem nach einer Vorprüfung bereits beschieden, dass diese Variante «noch zu überdimensioniert» sei.

Umstrittener Ganzjahresbetrieb

Geprüft hat die Gemeinde auch einen Ganzjahresbetrieb. Allerdings wäre ein noch grosszügigeres Gastrogebäude nicht nur teuer, sondern auch nicht mit dem Natur- und Landschaftsschutz zu vereinbaren. Das hat das ARE in seiner Vorprüfung signalisiert. Ganz verworfen hat die Gemeinde einen Ganzjahresbetrieb aber noch nicht.

«Denn der Mitwirkungsprozess soll keine Alibiübung sein», sagt Franziska Gross, Leiterin Präsidiales und stellvertretende Gemeindeschreiberin. Beim Variantenentscheid spiele die Haltung der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Mindestens bis Ende Januar 2026 läuft die Umfrage.

Noch ein langer Weg

Bis die Baumaschinen in der Badi auffahren, wird es dann noch etwas dauern. Nach Abschluss der Umfrage wird der Gemeinderat im ersten Quartal 2026 einen Variantenentscheid fällen. Anschliessend werden zusätzliche Abklärungen getroffen und das auserwählte Projekt weiter ausgearbeitet.

Erst Ende 2026 oder Anfang 2027 wird die Gemeindeversammlung über den Projektierungskredit befinden. Kommt auch der Baukredit an der Urne durch, ist der Baustart für 2029 vorgesehen.

Info-Stand am Wochenmarkt

Eine nächste Gelegenheit, sich über das Badi-Umbauprojekt zu informieren, bietet sich am Samstag, 20. Dezember. Zwischen 9 und 12 Uhr werden Gemeindepräsident Marco Hirzel (parteilos) und die stellvertretende Gemeindeschreiberin Franziska Gross an einem Stand neben dem Wochenmarkt vor Ort sein. Weitere Informationen sowie die Umfrage findet man auf der Gemeindewebsite. (lel)

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