Kanton stellt sich gegen einen Bahnhof Volketswil
Gemeindepräsident Jean-Philippe Pinto will eine neue Bahnstrecke mit Halt in Volketswil. Der Regierungsrat sieht diese Verbindung allerdings als zu wenig attraktiv an.
Bekanntlich hat Volketswil keinen Bahnhof. ÖV-Nutzer müssen jeweils ab Schwerzenbach auf den Bus umsteigen, um nach Volketswil zu gelangen. Mit einem Postulat wollte Gemeindepräsident und Kantonsrat Jean-Philippe Pinto (Die Mitte), dass der Regierungsrat eine Bahnverbindung von Volketswil nach Uster und nach Effretikon prüft.
In ihrer Antwort macht die Kantonsregierung klar, dass die Strecke aufgrund der Bebauung und Topografie zumindest teilweise unterirdisch gebaut werden müsste. Eine Milliarde Franken würde das acht Kilometer lange Schienenstück kosten.
Eine günstigere Variante wäre eine Stadtbahn von Dübendorf nach Volketswil. Die Regierung rechnet dafür mit Kosten von 200 bis 400 Millionen Franken.
Zu wenige Passagiere
Der Regierungsrat schreibt jedoch, dass er keine der beiden Varianten bevorzugt. Die Verkehrsströme seien zwischen Uster, Volketswil und Effretikon von «untergeordneter Bedeutung», heisst es. Die Passagierfrequenz ist in der Prognose der Kantonsregierung schlicht zu gering.
Gegenüber der NZZ macht Jean-Philippe Pinto gute Miene zur negativen Antwort: «Wir haben nicht erwartet, dass nun gleich ein Bahnhof gebaut wird.»
Laut Pinto würden auch umliegende Gemeinden von dem Ausbau des Schienennetzes profitieren. «Gerade in Richtung Flughafen ist das Zürcher Oberland nicht besonders gut erschlossen. Von Wetzikon oder Uster aus muss man immer umsteigen.»
Und er betont erneut, dass Volketswil die grösste Gemeinde im Kanton Zürich ohne eigenen Bahnhof ist. Falls die Bevölkerungszahlen stark steigen würden, werde er wieder mit dem Kanton über den Bahnanschluss oder über eine Verlängerung der Glattalbahn sprechen.