Politik

Pfäffikon hebt Gratisparkplätze auf

Mit der Aufhebung der Parkplätze geht die Gemeinde Pfäffikon dem Konzept für Mobilität und Umwelt Pfäffikersee nach. Genug Ersatz wird es geben – teils kostenpflichtig.

Es gibt Parkplätze in Pfäffikon, die in der Moorlandschaft liegen. Diese müssen aufgehoben werden. (Symbol)

Foto: Simon Grässle

Pfäffikon hebt Gratisparkplätze auf

Auf der Uster- und der Ruetschbergstrasse

Mit der Aufhebung der Parkplätze setzt die Gemeinde Pfäffikon das Konzept «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee» um. Genug Ersatz wird es geben – zum Teil ist dieser aber kostenpflichtig.

In Pfäffikon wurden «nicht bewirtschaftete Parkplätze» bis Ende April aufgehoben. Das teilt die Gemeinde mit. Oder in anderen Worten: Die Gratisparkplätze an der Uster- und der Ruetschbergstrasse wurden abgeschafft. Dabei geht es um etwa 35 Parkplätze insgesamt.

Das hat damit zu tun, dass diese Parkplätze im Schutzgebiet der Moorlandschaft lagen. Und damit würden sie der Schutzbestimmung widersprechen, so die Gemeinde.

Pfäffikon werden deswegen jedoch nicht die Parkplätze ausgehen. «Wir haben bereits frühzeitig Ersatz geschaffen», sagt Lukas Steudler (FDP), Ressortvorsteher Bau und Umwelt. Einerseits dient der Parkplatz Schanz mit seinen 46 Plätzen als Alternative, andererseits steht der Parkplatz vom Lidl mit rund 80 Plätzen ausserhalb seiner Öffnungszeiten zur Verfügung – sowie an Sonn- und Feiertagen zwischen 6 und 24 Uhr.

Die Parkplätze auf der Schanz sind kostenpflichtig, man orientiert sich dabei an der neuen Festlegung der Parkgebühren, die auf dem Konzept Mobilität und Umwelt Pfäffikersee basieren. Dieses Konzept gilt auch für die Parkplätze Kastell und Strandbad Baumen. Für eine Stunde muss man Fr. 1.50 berappen, der Tag kostet statt 5 Franken neu 12 Franken.

Parkplätze beim Lidl

Die Parkplätze beim Lidl sind ausserhalb der regulären Öffnungszeiten gratis sowie auch an Sonn- und Feiertagen zwischen 6 und 24 Uhr. Damit die Parkplätze während der Öffnungszeiten für die Kundinnen und Kunden sichergestellt sind, sind sie in dieser Zeit gebührenpflichtig.

«Die Höchstparkdauer ist klar ausgeschildert und richtet sich – sofern nicht behördlich vorgeschrieben – nach der durchschnittlichen Einkaufszeit zuzüglich einer hohen Kulanzzeit», schreibt Nicole Graf, Mediensprecherin von Lidl Schweiz, auf Anfrage.

Bei Überschreitung der erlaubten Parkdauer verzichte die Filiale auf eine Anzeige bei der Polizei, die für den Fahrzeughalter mit hohen Kosten verbunden wäre. Stattdessen erhebe ein externer Dienstleister vom Autobesitzer eine Umtriebsentschädigung in Höhe von 40 Franken.

Massnahmen für den Moorschutz

Wie bereits angedeutet, geht es bei der Aufhebung der Gratisparkplätze um eine Massnahme aus dem Konzept Mobilität und Umwelt Pfäffikersee. Mit der bisherigen Situation werden die bundesrechtlichen Vorgaben zum Natur- und Landschaftsschutz nicht berücksichtigt. «Es gab Autos, die auf den Wiesen parkiert wurden, und das darf natürlich nicht sein», sagt Steudler.

Genügend Parkplätze braucht es aber trotzdem, denn das Gebiet um den Pfäffikersee ist ein beliebtes Erholungs- und Ausflugsgebiet – nicht nur Badis locken viele Besuchende an, auch beispielsweise der Juckerhof oder das Römerkastell.

Der Kanton hat deshalb zusammen mit der Planungsregion Zürcher Oberland und den Gemeinden um den Pfäffikersee ein Konzept erarbeitet, das die Mobilität und den Umweltschutz besser aufeinander abstimmen soll.

Ende April wurden die Gratisparkplätze an der Uster- und der Ruetschbergstrasse aufgehoben, die Fläche wird anschliessend rückgebaut und aufgewertet. «Das Konzept Mobilität und Umwelt Pfäffikersee wurde bereits 2019 verabschiedet, und es werden laufend Massnahmen daraus umgesetzt», erklärt Steudler.

Dass sie für dieses Vorhaben kritisiert werden könnte, ist der Gemeinde bewusst. «Der Gemeinderat erachtet eine Bewirtschaftung der öffentlichen Parkplätze als zeitgemäss», sagt Steudler weiter. Eine erste Etappe sei bereits vor einiger Zeit beim Parkplatz Auslikon eingeführt worden und habe sich bewährt.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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