So tief muss Maur für seine Schulen in die Taschen greifen
Millionenpläne in Maur
Alte Schulen und steigende Schülerzahlen zwingen Maur zum Handeln. Die Gemeinde rechnet mit Millionenausgaben, um ihre Schulgebäude während der nächsten 15 Jahre wieder fit zu machen.
Die Gemeinde Maur betreibt insgesamt vier Schulen. Deren Gebäude aus den Jahren 1841 bis 2002 sind zum Grossteil alt und sanierungsbedürftig. Zugleich sieht sich die Gemeinde mit steigenden Schülerzahlen konfrontiert. Allein bis ins Jahr 2038 rechnet Maur mit einem Zuwachs von drei Kindergarten- und vier Primarklassen sowie einer Oberstufenklasse.
Damit auch in 15 Jahren genügend Schulhäuser und Klassenzimmer zur Verfügung stehen, erarbeiteten die Schulpflege und die Abteilung Liegenschaften über zwei Jahre einen groben Plan, mit welcher Priorität welches Schulgebäude auf Vordermann gebracht werden soll. Dies hielten sie im sogenannten Gesamtentwicklungskonzept (GEK) Schulraum fest und stellten das Konzept der Bevölkerung vor.
Kosten von 50 Millionen Franken
Konkret sehen die Verantwortlichen bei den Schulen Aesch, Ebmatingen/Binz sowie Pünt Handlungsbedarf. Einzig bei der Schulanlage Looren sind keine Anpassungen nötig, da diese aufgrund des Generationenprojekts «Looren» die Bedürfnisse befriedigt. Die übrigen Schulhäuser auf dem Gemeindegebiet müssen saniert, neu gebaut und teilweise erweitert werden.
Die konkreten Bauprojekte hat die Gemeinde aber noch nicht erarbeitet, weshalb keine detaillierten Pläne oder Visualisierungen vorliegen. «Wir als Schule bestellen sozusagen den Schulraum, und die Gemeinde setzt die Projekte nachher um», erklärt Schulpräsident Rob Labruyère (parteilos).
Das Vorgehen ist bei allen Bauprojekten identisch: Nach einer Machbarkeitsstudie wird ein detailliertes Konzept erstellt. Erst wenn die Bevölkerung ihren Segen gibt, setzt die Gemeinde auch die Projekte um. Diese werden den Maurmerinnen und Maurmern einzeln zur Abstimmung vorgelegt.
In einer groben Schätzung geht die Gemeinde von Gesamtkosten in Höhe von 50 Millionen Franken aus. Gut drei Viertel davon fliessen in die Erneuerung der Infrastruktur, ein Viertel in Erweiterungen. Die Kosten für den Standort Pünt sind dabei aber nicht eingerechnet, da dieses Areal zusammen mit dem Gemeindehaus weiterentwickelt wird.
Pünt-Provisorium bleibt
Bereits Mitte Jahr muss sich die Bevölkerung mit der Schule Pünt auseinandersetzen. Denn am 16. Juni stimmt die Gemeindeversammlung über den Kauf des Provisoriums ab.
2022 mietete die Gemeinde für das Schulhaus einen zweistöckigen temporären Modulbau an, da die Anzahl Schüler rasant anstieg. Der Mietvertrag für das Provisorium läuft 2027 aus. Doch die Anzahl an Klassen sollte sich über die nächsten Jahre stabil halten, weshalb die Anlage für weitere Jahre benötigt wird.

Deshalb will der Gemeinderat das Provisorium kaufen und in einen Dauerbau umwandeln. Dadurch muss die Anlage behindertengerecht ausgebaut werden. So kommt zum Kaufpreis für das Provisorium der Einbau eines Lifts dazu. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 979’000 Franken.
Dies sei nicht nur günstiger als ein Neubau, sondern ermögliche auch eine flexible Weiterentwicklung der Schulanlage Pünt. Die Gemeinde plant, ab 2035 das gesamte Areal gleich mit dem benachbarten Gemeindehaus neu zu gestalten.
Grosses Wachstum in Aesch
Weit oben auf der Prioritätenliste der Gemeinde stehen die Gebäude der Schule Aesch, da sie für diesen Standort das grösste Schülerwachstum prognostiziert. In einer ersten Phase, die Ende Jahr startet, wird eine Machbarkeitsstudie durchgeführt. Dabei stehen gleich mehrere Optionen zur Wahl, wie Maur auf den steigenden Raumbedarf reagieren könnte.

Möglich wären eine Aufstockung oder ein Neubau des bestehenden Gebäudes auf dem Areal Aesch. Dieses Projekt soll neben mehr Unterrichtsräumen auch Platz für den Mittagstisch, den Hort und die Schulbibliothek schaffen. Ausserdem soll der Mehrzweckraum modernisiert werden. Für das alte Gebäude am Schulhausweg steht eine Sanierung, für den neuen Kindergarten ein Um- oder Ersatzbau zur Prüfung.
Gemäss Planung sollten die Projekte in einer zweiten Etappe bis 2038 umgesetzt sein.
Neubau in Ebmatingen
Die Schule Ebmatingen/Binz vereint die beiden gleichnamigen Ortsteile organisatorisch unter einem Dach. Und gleich an beiden Standorten stehen Veränderungen an.
Ein grösseres Projekt plant die Gemeinde in Ebmatingen. Hier ersetzt voraussichtlich ein Neubau den Altbau, den Kindergartenpavillon und die Provisorien. Die Kinder profitieren von weiteren Unterrichtsräumen und mehr Platz für die Betreuung.

Bei den übrigen Gebäuden ist eine Sanierung geplant. Die Bauprojekte kommen 2026 mit einer Machbarkeitsstudie langsam ins Rollen. Es dauert jedoch sieben bis acht Jahre, bis die Bauvorhaben abgeschlossen sein könnten.
Neuer Dorfplatz in Binz
In Binz verschwinden das sanierungsbedürftige Kindergartengebäude und der Pavillon. Der frei werdende Raum kommt dann der Bevölkerung als öffentlich zugänglicher Dorfplatz zugute.

Dieses Vorhaben will die Gemeinde im nächsten Jahrzehnt in die Tat umsetzen. Die Schule Binz wird zudem zu einem sogenannten Zyklus-1-Schulhaus. Konkret gehen hier künftig Kinder vom ersten Kindergarten bis zur zweiten Primarstufe in dieselbe Schule.