Veloweg zwischen Hinwil und Ettenhausen ist dem Kanton zu teuer
Projekt vorerst auf Eis gelegt
Velofahrende müssen sich gedulden: Der geplante Radweg zwischen Hinwil und Ettenhausen kommt vorerst nicht. Wegen der angespannten Finanzlage hat der Kanton das Projekt sistiert.
Wer sich auf einen direkten Veloweg zwischen Hinwil und Ettenhausen gefreut hat, wird vorerst enttäuscht: Der Kanton Zürich hat entschieden, das Projekt zu stoppen – zumindest für die nächsten Jahre. Grund dafür ist «die angespannte Finanzlage des Kantons, die eine strikte Priorisierung von Bauprojekten erfordert», wie es in einer Medienmitteilung heisst.
Der Kanton hatte einiges vor auf besagter Strecke: Die Kantonsstrasse sollte in diesem Abschnitt saniert werden, zwei neue Lichtsignalanlagen an den Kreuzungen Kemptnerstrasse und Erlosenstrasse sollten installiert und ein separater Radweg gebaut werden. Kostenpunkt: rund 12,8 Millionen Franken. Doch nun rutscht das Projekt in der Prioritätenliste nach unten, die Kosten werden vorerst eingespart.
Es habe bisher lediglich Projektierungskosten gegeben; diese machen aber nur einen kleinen Teil der Gesamtprojektkosten von 12,8 Millionen Franken aus, sagt Thomas Maag von der Baudirektion des Kantons Zürich.
Im aktuellen Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan 2025–2028 (KEF) taucht der Radweg nicht auf. Eine erneute Prüfung gibt es frühestens für den KEF 2026–2029.
Gute Neuigkeiten für Gegner
Aufatmen dürften nun die Gegner des Projekts. Ein Komitee von bürgerlichen Parteien hatte sich vehement gegen die Pläne des Kantons gewehrt. Neben einer Petition gingen auch Rekurse gegen das Vorhaben ein. Im vergangenen April hatten sie sich mit Vertretern des Kantons zu einem runden Tisch getroffen. Eine Reaktion zum aktuellen Entscheid liegt noch nicht vor.
Vorerst bleibt es also bei der bisherigen Verkehrssituation – und Velofahrende müssen weiterhin auf der Kantonsstrasse unterwegs sein oder auf die bestehende Radwegverbindung über die Holzweid- und die Bächelackerstrasse ausweichen. (tas)