Der Pfäffiker Gemeinderat ist wieder komplett
Neue Schulpräsidentin gewählt
Im zweiten Wahlgang hat es geklappt: Die bisherige Vizepräsidentin der Pfäffiker Schulpflege, Nicole Keller-Hochuli (FDP), hat sich bei der Ersatzwahl für das Schulpräsidium durchgesetzt.
Im ersten Wahlgang war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Claudia Knecht (Grünen), im zweiten Wahlgang hängte Nicole Keller-Hochuli (FDP) die anderen Kandidatinnen klar ab. Mit 1430 Stimmen wurde die bisherige Vizepräsidentin als neue Präsidentin der Schulpflege Pfäffikon in den Gemeinderat gewählt.

Die Ersatzwahl war nötig, weil Ex-Schulpräsident Hanspeter Hugentobler (EVP) Ende Mai 2024 aus gesundheitlichen Gründen per sofort zurücktrat. Der Eklat um einen homosexuellen Lehrer, der ins Kreuzfeuer von wertkonservativen Eltern geraten und schliesslich aus seiner Position gedrängt worden war, hatte die Gemüter in der Gemeinde derart hochkochen lassen, dass Hugentobler zuerst krankgeschrieben wurde und schliesslich seinen Rücktritt gab.
Freude bei Wahlsiegerin
«Ich bin froh über das deutliche Ergebnis», sagt die neue Schulpräsidentin, «und ich freue mich, dass die Bevölkerung meiner Erfahrung Rechnung getragen hat.»
Als sich die im November drittplatzierte Andrea Di Biase (parteilos) aus dem Rennen um das vakante Schulpräsidium zurückgezogen hatte, schien schnell klar, dass viele Stimmen, die sie im ersten Wahlgang für sich gewinnen konnte, nun zu Keller-Hochuli wandern. Einerseits war Di Biase noch bis im letzten Sommer ebenfalls Mitglied der örtlichen FDP. Andererseits empfahl auch die SVP, die im November noch Di Biase unterstützte, für den zweiten Wahlgang Keller-Hochuli zu wählen.
Und trotzdem: «Ich war schon etwas nervös», sagt Keller-Hochuli. Beim Schulpräsidium gehe es nur in einem zweiten Schritt um Parteizugehörigkeit. «Natürlich habe ich mich gefreut, als sich sowohl die SVP als auch die EVP hinter mich stellten, aber es ist und bleibt eine Personenwahl.»
Nun freut sie sich darauf, mit ihren Schulpflegekollegen weiterarbeiten zu können. «Wir sind ein gut funktionierendes Gremium.» Und für die Erneuerungswahlen im nächsten Frühjahr steht für sie auch schon fest, dass sie das Schulpräsidium verteidigen will. «Es ist vor allem für die Schule erstrebenswert, wenn dieser Posten über eine längere Zeit mit derselben Person besetzt ist.»
Chancen realistisch eingeschätzt
Während es im ersten Wahlgang gerade mal drei Stimmen waren, die Nicole Keller-Hochuli von Claudia Knecht trennten, liegt der Unterschied aktuell bei 355 Stimmen. Sie hatte ihre Chancen im Vorfeld der Wahlen sehr realistisch als klein eingeschätzt. «Zwischenzeitlich waren die Hoffnungen wieder gewachsen, vor allem weil ich viele Gespräche geführt habe mit Leuten aus der Bevölkerung, die mir ihre Stimme versprochen hatten», sagt Knecht. «Aber schliesslich habe ich mit einem solchen Resultat gerechnet.»
Wirklich enttäuscht sei sie darum nicht. «Schade ist es trotzdem.» Eine Prognose, ob sie bei den Erneuerungswahlen erneut kandidieren wolle – für die Schulpflege oder gar den Gemeinderat –, will sie nicht abgeben.
Als Dritte im Bunde war Daniela Hänni (parteilos) zu den Wahlen angetreten. Im November landete die ehemalige Schulpflegerin, die sich bereits 2010 für das Schulpräsidium zur Wahl stellte, auf dem vierten Platz. Trotzdem entschied sie sich, im zweiten Wahlgang noch einmal anzutreten. Nun konnte sie 709 Stimmen für sich gewinnen.
Lücke in der Schulpflege bleibt
Mit der Wahl von Nicole Keller-Hochuli wird zwar das vakante Schulpräsidium besetzt, doch ohne ein neues Mitglied in der Schulpflege bleibt dort eine Lücke offen. Diese wird wohl bis zu den Erneuerungswahlen 2026 bestehen bleiben. «Nach § 45 Abs. 2 des Gesetzes über die politischen Rechte findet keine Ersatzwahl statt, wenn die Erneuerungswahlen innert sechs Monaten erfolgen», ordnet Gemeindeschreiber Daniel Beckmann ein.
Der nächste ordentliche Termin für den ersten Wahlgang einer Ersatzwahl wäre der 28. September, also just weniger als sechs Monate vor dem voraussichtlichen Termin für die Erneuerungswahlen vom 8. März 2026. «Soll die Vakanz vor der Gesamterneuerungswahl geschlossen werden, müssten also frühere Wahltermine bestimmt werden.»