Der nächste Schritt in Sachen Einheitsgemeinde Hinwil ist getan
Urnenabstimmung im Mai 2025
Zweimal scheiterte das Vorhaben in der Vergangenheit. Nun macht Hinwil Nägel mit Köpfen und will im kommenden Frühling über die Einheitsgemeinde abstimmen.
Aller guten Dinge sind drei: Nachdem die Fusion zur Einheitsgemeinde in Hinwil sowohl 2008 bei einem Nein an der Urne als auch 2017 wegen Uneinigkeit zwischen den beiden Behörden ins Wasser fiel, ist nun Licht am Horizont zu sehen. Am 18. Mai 2025 stimmt Hinwil voraussichtlich an der Urne nochmals über die Einheitsgemeinde ab.
Schon zu Jahresbeginn wurden die für die Fusion nötigen Rahmenbedingungen an gemeinsamen Workshops erarbeitet. «Diese Phase war für die Entwicklung eines gegenseitigen Verständnisses und für die Übereinkunft zur Bildung einer Einheitsgemeinde enorm wichtig», sagte Gemeindepräsident Andreas Bühler (SP) noch im April.
Nun vermeldet die Gemeinde zum Jahresende einen weiteren gewichtigen Schritt. «Nach intensiven Gesprächen und Überlegungen haben die Schulpflege und der Gemeinderat von Hinwil beschlossen, definitiv eine Einheitsgemeinde zu bilden», heisst es in einer Mitteilung des Gemeinderats.
Schon bestehende Kooperationen in den Bereichen Liegenschaften und Finanzen hätten gezeigt, dass ein Zusammenschluss Vorteile bringe. Und durch eine neu geschaffene Einheitsgemeinde könnten Schulpflege und Gemeinderat gemeinsame Synergien weiter ausbauen sowie die Qualität in der Schule und der Verwaltung langfristig sichern.
Vernehmlassung gestartet
Um die Einheitsgemeinde zu realisieren, sind die politischen Parteien und die Rechnungsprüfungskommission bis Ende Januar 2025 zur Vernehmlassung des Entwurfs für die Revision der Gemeindeordnung eingeladen.
Der Entwurf für die neue Gemeindeordnung basiert grundsätzlich auf den bisherigen Gemeindeordnungen von der Politischen Gemeinde und der Schulgemeinde. Was sich bewährte, soll in die neue Organisation übernommen werden. Darin eingeflossen seien verschiedene Bestimmungen aus der Mustergemeindeordnung für Einheitsgemeinden des kantonalen Gemeindeamts.
«Der Grundsatzentscheid des Gemeinderats und der Schulpflege wurde bereits im Frühling gefällt», sagt Gemeindeschreiberin Martina Buri. Mittlerweile sei die kantonale Vorprüfung des Entwurfs beendet, was bei allen Beteiligten für Planungssicherheit sorge.

Die Stellungnahmen, die bis Ende Januar eingehen, wollen der Gemeinderat und die Schulpflege im Anschluss aufarbeiten und möglichst in die definitive Fassung aufnehmen. Danach liegt es an den beiden Gremien, die definitive Vorlage für die Urnenabstimmung auszuarbeiten. «Wir sind auf die Rückmeldungen der Parteien gespannt», sagt Buri.
Nach einer erfolgreichen Vernehmlassung sowie einem Ja an der Urne im kommenden Mai könnte die Einheitsgemeinde für die neue Legislatur per Mitte 2026 in Kraft treten.
Was sich ändert
In Hinwil verspricht man sich durch die Einheitsgemeinde mehr Transparenz und bessere Lösungen für das gesamte Dorf. Für die Bevölkerung wird sich diesbezüglich nicht viel ändern, da sie über die Steuergelder bereits die Dienstleistungen der beiden bisherigen separaten Gemeinden finanziert, wie Gemeindepräsident Andreas Bühler noch im Frühling erklärte. An Gemeindeversammlungen müsste künftig dafür nur noch über ein Budget und eine Rechnung abgestimmt werden.
Im Kanton Zürich haben viele Politische Gemeinden schulische Aufgaben übernommen. Dadurch ist die Anzahl der eigenständigen Schulgemeinden stark zurückgegangen. Diese Entwicklung hat zur vermehrten Entstehung von sogenannten Einheitsgemeinden geführt. Im Jahr 2010 gab es 72 und 2023 bereits 107 Einheitsgemeinden im Kanton. Der Bestand der Schulgemeinden sank zwischen 2010 und 2023 von 117 auf 67. (lda)
