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Der längst bewilligte Pumptrack sorgt in Wald nochmals für Gesprächsstoff

Mehrkosten in den Wind geschlagen - Wald will den Pumptrack unbedingt.

Die doch eher trockene Verabschiedung des Budgets 2025 löste keine Emotionen aus. Dafür legten sich die Bürger für einen Pumptrack ins Zeug. (Symbolbild)

Foto: PD

Der längst bewilligte Pumptrack sorgt in Wald nochmals für Gesprächsstoff

Wegen des hohen Zusatzkredits

Trotz steigenden Ausgaben regte das Budget in Wald nicht zu Diskussionen an. Zu reden gab einzig der Zusatzkredit für den Pumptrack Neuhaus.

Die kurze Traktandenliste hätte auf den ersten Blick keinen solchen Ansturm in den Walder Schwertsaal vermuten lassen. Vor allem nicht bei einer Budgetgemeindeversammlung, wo es einen Überschuss von 298'000 Franken zu verabschieden gab. Ohne Aussicht auf eine Steuerfussreduktion oder -erhöhung.

Noch mehr Geld für Pumptrack?

Ein Traktandum war an der Gemeindeversammlung vom Dienstagabend allerdings der Grund für den gefüllten Saal. Im Sommer 2023 bewilligte die Bevölkerung einen Objektkredit für einen gemeindeeigenen Pumptrack im Gebiet Neuhaus über 425'000 Franken.

Eineinhalb Jahre später erklärte der Finanzvorsteher Urs Cathrein (FDP) der Versammlung etwas zerknirscht, dass diese Summe nicht ausreiche. «Erst bei der weiteren Realisierung des Projekts wurde klar, dass sowohl eine neue Baustellenzufahrt über ein Nachbargrundstück als auch ein aufwendiger Bodenschutz vonnöten sind.» Kostenpunkt: zusätzliche 162'000 Franken.

Obwohl Markus Stalder (SVP), Präsident der Rechnungsprüfungskommission (RPK), mehr als bemüht zu betonen versuchte, dass man keinem Velofahrer oder Skater gegenüber feindlich eingestellt sei, konnte die Kommission den Zusatzkredit nicht freimütig gutheissen. «Wir leisten uns bereits einiges, wenn wir nur an die laufenden Kosten für bestehende Infrastrukturen wie das Hallenbad oder das Freibad denken», meinte Stalder.

Zudem spare die Gemeinde bereits in anderen Bereichen: «Zuletzt hatten wir kein Geld für die Revision der Nähmaschinen oder die Fensterreinigungen in unseren Schulen.» Daher sei eine solche Summe nicht mehr verhältnismässig.

Ein Gemeindehaus. Davor steht ein Weihnachtsbaum.
Wir hier auf dem Gemeindehausplatz an der Bahnhofstrasse blieb die Stimmung im gleich nebenanliegenden Schwertsaal friedlich. (Archiv)

Ins gleiche Horn blies die SVP-Präsidentin Ruth Frei: «Die Ausgaben geraten aus dem Lot.» Eine weitere Votantin hatte kein Verständnis dafür, dass die Gemeinde eine schöne Landwirtschaftszone «zukleistern» wolle. Sie stellte die Befürchtung in den Raum, dass die Anlage vielleicht nur zu Beginn rege genützt würde, und war sich sicher, dass die Begeisterung dafür rasch nachlasse.

Diese Haltungen stiessen bei den ursprünglichen Pumptrack-Initianten rund um Felix Diggelmann selbstredend nicht auf Gegenliebe. «Auch wir wurden von den Auflagen überrascht, aber Wald hat schon grössere Kredite zähneknirschend akzeptiert.»

Die Finalisierung des Projekts sei deshalb so wichtig, da diejenigen, die davon profitieren würden, nicht in der Lage seien, sich dafür einzusetzen. «Es geht um die Jugend, darum heben Sie bitte Ihre Arme für ein Ja.»

Bei der Abstimmung ging etwas Nervosität im Saal um. Für die Befürworter der künftigen Anlage verflüchtigte sie sich bei 115 Ja- und 75 Nein-Stimmen ziemlich schnell.  

Überschuss trotz Mehrkosten

Die 190 Stimmbürger hatten dem Budget 2025 mit einem Aufwand von rund 83,6 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 83,9 Millionen Franken nichts entgegenzuwenden. Der Steuerfuss von 122 Prozent, wovon 1 Prozent Einnahmen über 384'000 Franken entsprechen, bleibt unverändert.

Generell ist aber wie in vielen anderen Gemeinden auch in Wald erkennbar, dass die allgemeinen Kosten über die letzten zehn Jahre stetig ansteigen. Dem RPK-Präsidenten war es dann doch noch ein Anliegen, mit dem mahnenden Zeigefinger darauf hinzuweisen: «2015 hatte die Gemeinde noch Ausgaben über 58 Millionen Franken, nun belaufen sich die Aufwände bereits auf über 83 Millionen Franken.»

Dennoch habe man dem Budget nichts entgegenzuwenden und sei sich bewusst, dass den Behörden in vielen Bereichen die Hände gebunden seien, sagte Stalder. «Die Zuwanderung, die grössere Anzahl an Einwohnern und der Bildungsbereich sorgen für grössere Kosten in der gesamten Infrastruktur.» Die RPK sei sich sicher, dass der Gemeinderat so gut als möglich wirtschafte.

Weiter bewilligte die Versammlung mit nur einer Gegenstimme die Totalrevision der Abfallverordnung. Diese musste wegen des neuen Gemeindegesetzes revidiert werden.

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