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Pfäffikon oder Turbenthal: Wohin sollen die Sek-Schüler aus Wildberg?

In Wildberg kursieren viele Gerüchte, was die Zukunft der Wildberger Sek-Schüler betrifft. Die Verantwortlichen legten nun Informationen offen.

Wohin geht es für die Oberstufenschüler aus Wildberg: ins Oberstufenzentrum Pfaffberg (links), oder bleiben sie doch in Turbenthal (rechts)?

Visualisierung: PD/Foto: Rolf Hug

Pfäffikon oder Turbenthal: Wohin sollen die Sek-Schüler aus Wildberg?

Szenarien für Fusion

Die mögliche Fusion zwischen Pfäffikon und Wildberg wirft viele Fragen auf – auch bei den Schulen. An einer Informationsveranstaltung wollten die Verantwortlichen Klarheit schaffen.

Wildberg und Pfäffikon wollen fusionieren. Obwohl viele Details noch unklar sind, informierten die Schule Wildberg, die Sekundarschule Turbenthal-Wildberg und die Schule Pfäffikon am Mittwochabend über mögliche Szenarien.

Unsicherheiten und Gerüchte, die nach der ersten Bevölkerungsinformation im September im Dorf die Runde machten, waren der Grund dafür. «Wir wollen informieren, wie weit wir beim Thema Schule sind, und Bedenken abholen», betonte der Wildberger Primarschulpräsident Swen Rüegg (parteilos).

Rüegg kündigte an, dass nicht alle offenen Fragen beantwortet werden könnten, weil zahlreiche Details erst beim Aushandeln eines möglichen Fusionsvertrags geklärt würden. «Aber wir machen gar nichts, ohne dass Ihre Kinder versorgt sind.»

Der Status quo

Als Einheitsgemeinde ist in Wildberg die Primarschule in die Politische Gemeinde integriert. Die Kinder besuchen in der Regel den Kindergarten und die Schule in Wildberg.

Wildberg ist aber auch Teil der Sekundarschulgemeinde Turbenthal-Wildberg. Diese übernimmt die Verantwortung für die Oberstufe aller Wildberger Kinder. Die Sek-Schüler aus Wildberg und Ehrikon besuchen den Unterricht in Turbenthal.

Zudem hat die Sekundarschulgemeinde einen Anschlussvertrag mit der Sekundarschule Wila. Das erlaubt Schülerinnen und Schülern aus Schalchen, den Unterricht dort zu besuchen.

Turbenthal oder Pfäffikon? So klar ist das nicht

Bei den Informationsveranstaltungen in Wildberg und Pfäffikon im September erklärte der Wildberger Gemeindepräsident Dölf Conrad (SVP), dass die Schülerinnen und Schüler bei einer Fusion vom Kindergarten bis zur Oberstufe Teil einer Schule wären: Die Primarschule besuchen alle in Wildberg, die Sekundarschule dann in Pfäffikon.

«Es wird Übergangslösungen geben, damit die Jugendlichen nicht während der Sek die Schule wechseln müssen», erläuterte Conrad damals.

Doch so einfach ist die Umsetzung offenbar nicht. «Wir sind bereit, weiterhin Schülerinnen und Schüler aus Wildberg zu beschulen», stellte Bruno Pfenninger (FDP), Präsident der Sekundarschulgemeinde, klar.

Für eine Fusion mit Pfäffikon müsste die Sekundarschulgemeinde Turbenthal-Wildberg auf jeden Fall aufgelöst werden. Es gäbe die Möglichkeit, einen Anschlussvertrag auszuhandeln – das würde Schülerinnen und Schülern aus Wildberg weiterhin den Schulbesuch in Turbenthal ermöglichen. Pfenninger betonte: «Wir lösen die Gemeinde nicht auf, ohne einen Plan zu haben.»

Rüegg ergänzte: «Wenn wir einen Zusammenschlussvertrag haben, wissen Sie, wo Ihre Kinder in die Schule gehen.»

Szenarien für die Zukunft

Matthias Weckemann, der Leiter Bildung der Schule Pfäffikon, präsentierte am Abend zwei mögliche Szenarien.

In beiden sieht der Zeitplan einen Anschlussvertrag über fünfeinhalb Jahre zwischen dem fusionierten Pfäffikon-Wildberg und Turbenthal vor. Bis zum Schuljahr 2032/2033 sollen die Schülerinnen und Schüler aus Wildberg und Ehrikon die Sek in Turbenthal besuchen – dieser Vertrag könnte auch verlängert werden.

Wo die Handvoll Schalchemer Kinder die Schulbank drücken, darauf ging Weckemann im Detail noch nicht ein. «Die Schule Pfäffikon steht und fällt nicht mit dieser Anzahl Kinder», betonte er. Man müsse eine Lösung finden, die Sinn mache.

So sprach er auch das mögliche Platzproblem in Pfäffikon an: «Fünf bis zehn bringen wir schon unter, aber eine ganze Sek mit 30 bis 45 Schülerinnen und Schülern, das wird schwieriger», erläuterte er. «Und wir haben kein Interesse, Zelte aufzustellen.»

Und so hängt der künftige Sekundarschulort der Wildberger Kinder auch mit der möglichen zweiten Erweiterung der Oberstufe Pfaffberg, dem Sekundarschulhaus in Pfäffikon, zusammen. 2029 werden die Stimmbürger voraussichtlich über den Planungskredit entscheiden, 2036 könnte der Erweiterungsbau stehen.

Ob dann dort auch Wildberger Kinder den Unterricht besuchen, scheint aber noch offen. Weckemann sagte: «Ein Anschlussvertrag lässt sich auf die Schulraumplanung der beiden Gemeinden abstimmen.»

Der Schulweg

Die meisten Fragen der Anwesenden drehten sich um den Schulweg. Im Moment ist es so, dass die Wildberger Kinder in der Regel mit dem Velo in die Sekundarschule fahren. In den Wintermonaten beteiligt sich die Schulgemeinde am ÖV-Abo für das Postauto.

Der Schulweg nach Pfäffikon sei aus Wildberg mit dem Velo nicht möglich, stellte Matthias Weckemann klar. Für die Jugendlichen würde es eine Lösung mit Schulbus oder Postauto brauchen.

In Pfäffikon übernimmt die Gemeinde bereits heute das Busbillett für Schulkinder, die einen langen Schulweg haben. Vom Bahnhof haben die Sek-Schüler dann nochmals einen gut 13-minütigen Weg ins Schulhaus Pfaffberg vor sich.

Details, etwa zu den Kosten für die ÖV-Abos, konnte Weckemann noch nicht nennen. «Dafür ist es noch zu früh», sagte er auf die Frage eines Anwesenden – und stellte klar: «Die Kinder gehen nicht in die Schule, damit sie einen langen Schulweg haben.» Bei Sonderfällen, wie beispielsweise Kindern aus weiter entfernten Gehöften, sei man immer bestrebt, individuelle Lösungen zu suchen.

So geht es weiter

Die nächsten Schritte sind zwei Grundsatzabstimmungen. Am 9. Februar 2025 entscheiden die Wildberger, ob sie überhaupt die Fusionsverhandlungen mit Pfäffikon aufnehmen wollen. Stimmt Wildberg zu, müssen im Mai auch die Pfäffiker an die Urne.

Antworten auf häufig gestellte Fragen sollen auch bald auf der Website aufgeschaltet werden. Swen Rüegg betonte: «Wir wollen Sie nicht von einem Ja überzeugen, sondern offen und transparent sein.»

Hat Wildberg mit Turbenthal gesprochen?

An der Veranstaltung in Wildberg anwesend war auch der Turbenthaler Gemeindepräsident René Gubler (FDP). Er störte sich offenbar an der Aussage Swen Rüeggs, dass Wildberg mit allen Nachbargemeinden «gesprochen» hat. Gubler erwähnte, dass Turbenthal die Anfrage von Wildberg beantwortet und Interesse an einer Fusion bekundet hat. Weitere Gespräche hat es laut Gubler nicht gegeben.

Letzteres bestätigt auch sein Wildberger Amtskollege Dölf Conrad. Der Austausch zwischen den Gemeinden sei schriftlich erfolgt. «Turbenthal hat uns mitgeteilt, dass man im Moment nicht in der Lage ist, zu fusionieren», betonte er und verwies auf die nicht bereinigten Schulgrenzen und die Vision der Einheitsgemeinde. Wildberg sah somit keinen Anlass für weitere Gespräche. (bes)

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