Trotz höheren Steuern bleibt man in Fehraltorf optimistisch
Zweite Erhöhung in zwei Jahren
Der Schritt war schon lange geplant, nun wurde er vollzogen. In Fehraltorf steigen im nächsten Jahr zum wiederholten Mal die Steuern. Doch es gibt auch gute Nachrichten.
Jetzt ist die nächste Steuererhöhung in Fehraltorf also Realität. 111 Prozent beträgt der Steuerfuss im kommenden Jahr. Das sind 2 Prozentpunkte mehr als bisher. Und 4 Prozentpunkte mehr als noch 2022.
Die Stimmberechtigten mussten in den vergangenen Jahren also gleich mehrere bittere Steuerpillen schlucken. Doch sie tun dies jeweils schon fast stoisch. So auch am Montagabend in der neuen Mehrzweckhalle Heiget.
65 Personen waren an der Gemeindeversammlung anwesend. Nur zwei sprachen sich in der Schlussabstimmung gegen den höheren Steuerfuss aus. Das Budget 2025 wurde gar ohne Gegenstimme angenommen.
Das klare Ergebnis lässt sich wohl auch damit erklären, dass die Gemeinde die Bevölkerung schon lange auf diesen Schritt vorbereitet hatte. Bereits vor Jahren hatte sie klargemacht, dass grosse Investitionen wie in den Bau der Mehrzweckhalle (23 Millionen) und in den Schulholzmodulbau (11 Millionen) ihren Preis haben.
Weitere Steuererhöhung vom Tisch
In seinen fast einstündigen Erklärungen erläuterte Gemeindepräsident Anton Muff (DGF) die finanzielle Situation der Gemeinde noch einmal ausführlich. Allerdings skizzierte er ein weit weniger düsteres Bild als noch vor einem Jahr an der letzten Budget-Gemeindeversammlung. Denn eines machte er gleich mehrfach klar: Die aktuelle Steuererhöhung soll für den Moment die letzte sein. Entgegen dem ursprünglichen Plan, der eine weitere Steuererhöhung im Jahr 2027 auf 113 Prozent vorgesehen hatte.
Zwar rechnet die Gemeinde im kommenden Jahr mit einem Minus von 442’000 Franken. Im laufenden Jahr soll aber ein Plus von knapp 1,5 Millionen Franken resultieren. Und auch die mittelfristigen Prognosen sehen besser aus als noch vor Jahresfrist, als Muff von einer «düsteren Finanzlage» gesprochen hatte.
Stagnierende Verschuldung
«Wir haben eine sich aufhellende finanzielle Entwicklung», meinte der Gemeindepräsident am Montag. Mit dem aktuellen Finanzplan soll mittelfristig der Ausgleich des Haushalts erreicht werden. Gleichzeitig mahnte Muff, dass die Gemeinde weiterhin sparsam sein müsse. «Grosse Sprünge liegen nicht drin.»
Per Ende 2023 war Fehraltorf mit 3,8 Millionen Franken in die Verschuldung abgerutscht. Ende dieses Jahrs soll die Nettoschuld bereits bei 19,1 Millionen Franken liegen. Dort soll sie gemäss Prognosen aber stagnieren – und ab 2027 wieder sinken. Ein besseres Szenario als noch in der Vergangenheit.
Zwei Sparpakete hatte die Gemeinde dafür in den vergangenen Jahren geschnürt. Auch im kommenden Jahr sind in verschiedenen Bereichen im Budget Einsparungen vorgesehen. Allerdings würden viele Sparanstrengungen durch überproportional steigende Kosten wieder zunichtegemacht, hatte Muff bereits nach der Bekanntgabe des Budgets Anfang Oktober erklärt.
Wichtige Gelder aus dem Finanzausgleich
Besonders zu schaffen machen Fehraltorf wie so vielen Gemeinden die Kosten für die Bildung. Aber auch in der Pflege und im Asylbereich rechnet sie mit mehr Ausgaben. Hinzu kommen weniger Einnahmen durch den Finanzausgleich – rund 1,8 Millionen Franken. «Wir leben zwar nicht vom Finanzausgleich, aber wir sind doch ziemlich abhängig», meinte Muff.
Für das nächste Jahr plant die Gemeinde nur bescheidene Nettoinvestitionen von gut 2,3 Millionen Franken. Mittelfristig sind aber unter anderem die Sanierungen der Sekundarschule und die Sanierung oder der Neubau des Alterszentrums Rosengasse in Russikon geplant, an dem die Gemeinde beteiligt ist. «Es ist wie bei Sisyphos», sagte Muff, «kaum hat man irgendwo gespart, steht etwas Neues an.»