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Bürger findet Energieförderung in Uster unfair und intransparent

Frust statt Fördergeld: So erging es Peter Honegger, als er seine Photovoltaik-Anlage baute. Doch es besteht Grund zur Hoffnung.

Peter Honegger hat eine Solaranlage bauen lassen – und hoffte auf einen Förderbeitrag der Energie Uster. Stattdessen landete er auf der Warteliste.

Foto: Simon Grässle

Bürger findet Energieförderung in Uster unfair und intransparent

Kritik an Energie Uster

Peter Honegger hat eine Photovoltaikanlage gebaut und hoffte auf einen Förderbeitrag aus dem Ökofonds der Energie Uster AG – vergebens. Nun prangert er das System an.

Peter Honegger besitzt ein Einfamilienhaus in Uster – und wie viele Hauseigentümer hat er entschieden, seinen Beitrag zur Energiewende zu leisten und eine Solaranlage auf dem Dach zu installieren. «Ende 2022 haben wir mit der Planung begonnen», erzählt er.

Zu dieser Zeit hat er sich auch über mögliche Förderbeiträge schlau gemacht und ist auf den Ökofonds der Energie Uster gestossen. Zum damaligen Zeitpunkt hat diese Photovoltaikanlagen mit einer Einmalvergütung von 500 Franken pro Kilowattpeak unterstützt. Der Begriff bezeichnet die Höchstleistung einer Photovoltaikanlage.

«Damals hätte dies für unsere Anlage ein Unterstützungsbeitrag von 9650 Franken bedeutet», sagt Honegger. Als die Anlage im Mai letzten Jahrs gebaut wurde, wurde der Unterstützungsbeitrag ohne Vorankündigung auf 375 Franken pro Kilowattpeak gesenkt. «Da knurrt man schon einmal», meint der Hauseigentümer.

Warteliste statt Fördergeld

Er reichte im Sommer 2023 sein Gesuch beim Ökofonds ein. Als er dann im Oktober letzten Jahrs den Bescheid von der Ökofondskommission erhielt, kam für Honegger die grosse Ernüchterung. Der Topf ist leer – er erhält kein Geld.

«Die Kommission hat festgestellt, dass die Voraussetzungen für einen Beitrag im Grundsatz gegeben sind, dass aber aufgrund der zahlreichen Gesuche im Verlauf der Jahre 2023 und 2024 nicht damit gerechnet werden kann, dass die zur Bewilligung des Gesuchs notwendigen Mittel verfügbar sein werden», steht im Brief, der uns vorliegt.

Peter Honegger mit seiner PV-Anlage.
Als Honegger seine Anlage plante, rechnete er noch mit einem Förderbeitrag von knapp 10’000 Franken.

Honeggers Gesuch kam auf die Warteliste. «Und man hat keine Informationen darüber, auf welcher Position man ist», ärgert er sich. Er habe mehrmals versucht, mit den Verantwortlichen der Energie Uster in Kontakt zu treten, und wurde nur immer vertröstet.

Wer erhält Geld?

«Rechtlich ist das okay», weiss auch der Hausbesitzer. So ist im Förderreglement des Ökofonds festgehalten, dass es keinen Anspruch auf Gelder gibt. Und trotzdem findet Honegger das Vorgehen fragwürdig – und stellt infrage, dass die Stadt Uster nicht transparent informiert, wer Gelder erhält.

«Ich weiss von Anlagen, die haben 30’000 Franken erhalten», sagt er. Doch aus seinem Umfeld hat er in letzter Zeit auch von vielen anderen gehört, die ebenfalls vergeblich auf einen Förderbeitrag gehofft haben. «Die Stadt Uster hat das Label Energiestadt Gold», ärgert er sich.

«Das Label gilt wohl nur für die Stadt und nicht für die Bevölkerung», findet er und fragt sich: «Ist das wirklich die Förderpolitik von Uster.»

Opfer des eigenen Erfolgs

Philippe Joss, Bereichsleiter Energie und Wasser bei der Energie Uster AG, kann den Unmut von Hauseigentümern verstehen, die vergeblich auf einen Beitrag aus dem Fonds gehofft haben oder auf der Warteliste gelandet sind. «Aber wenn 2023 Anträge in Höhe von 1,7 Millionen Franken vorliegen und nicht genügend Geld im Fonds ist, geht das nicht auf.»

Den Energiefonds in Uster gibt es seit 2008. Damals wurde er mit 500’000 Franken aus dem Unternehmensgewinn dotiert. Der Fonds ist in zwei Teile unterteilt: Teil A fördert die Anlagen Dritter, Teil B eigene Projekte der Energie Uster. Seither ist die Einzahlung in den Fonds abhängig von den Erträgen der Energie Uster.

«Den Fonds gab es schon, als noch niemand über Energieförderung gesprochen hat», sagt Joss. Der Ökofonds sei sehr erfolgreich unterwegs und unterstütze auf wirksame Weise ökologische Projekte und Beratungen seit 2008 mit rund 4,9 Millionen Franken. «Die fehlenden Mittel sind jedoch ein grosses Problem», sagt er.

2022 trat das kantonale Energiegesetz in Kraft mit zahlreichen neuen Vorschriften zu umweltfreundlichen Bauten. Seither ist die Zahl der Gesuche laufend gestiegen. Die vorhandenen Mittel reichen laut Joss seit 2023 nicht mehr aus, um weiterhin verbindliche Zusagen bei allen eingegangenen Förderanträgen anzusprechen.

Uster mit Problemen nicht allein

Hinzu kommt, dass die Stimmbürger im vergangenen November eine Verordnung für gemeinwirtschaftliche Leistungen der Energie Uster abgelehnt haben – mit rund 54 Prozent Nein-Stimmen. Diese hätte eine zusätzliche Abgabe im Strompreis für den Ökofonds beinhaltet. «Diese hätte zu einer Verstetigung der Einlagen in den Ökofonds geführt und damit auch zu einer Verstetigung der Auszahlungen», meint Joss.

Mit dem Problem, dass mehr Anträge als Geld vorliegen, ist Uster derweil nicht allein. Auch in Wetzikon war der Fördertopf in den letzten Jahren bereits in kurzer Zeit aufgebraucht. Das Parlament verlangt nun vom Stadtrat, eine Kostenkontrolle einzuführen – damit Bauherren mehr Sicherheit über einen möglichen Beitrag haben.

Joss sieht in Uster aber keinen Weg, um dies sicherzustellen. «Die Energie Uster hat keinen Einfluss auf die Anzahl Gesuche, welche gestellt werden», betont er.

Mehr Geld verfügbar

Den Vorwurf, dass die Energie Uster beim Ökofonds intransparent agiere, weist Joss aber vehement zurück. Er verweist dazu auf die jährlichen Rechenschaftsberichte. Eine Liste der Empfänger, wie Peter Honegger dies wünscht, ist für ihn aber keine Lösung – und nicht datenschutzkonform.

Immerhin kann Honegger doch noch hoffen, dass er trotz seinem Wartelistenplatz noch einen Förderbeitrag erhält. So wurde an der Generalversammlung im Juni aus dem Gewinn 2023 der Energie Uster 1,5 Millionen Franken in den Ökofonds Teil A eingelegt.

«Ein deutlich höherer Betrag als in den letzten Jahren», hält Joss fest. «Dies mit dem Ziel, die aufgelaufene Warteliste abbauen zu können.» Der Hauseigentümer hat aber noch nichts gehört.

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