Endlich kann die Planung für den Bushof in Pfäffikon weitergehen
Variantenentscheid bereits gefällt
Und plötzlich waren sich alle einig: An der Pfäffiker Gemeindeversammlung wurde der Projektierungskredit für die Neugestaltung des Bushofs klar angenommen.
Die Anzahl der Buslinien am Bahnhof Pfäffikon hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt, mittlerweile werden zudem längere Gelenkbusse eingesetzt, und der Bushof hätte schon längst an das Behindertengleichstellungsgesetz angepasst werden müssen. Höchste Zeit also, dass der Projektierungskredit im zweiten Anlauf genehmigt wird, damit es mit der Planung des neuen Pfäffiker Bushofs weitergehen kann.
Im Frühling 2022 hatte die Pfäffiker Gemeindeversammlung den Projektierungskredit an den Gemeinderat zurückgewiesen. Am Montagabend versammelten sich 130 Stimmberechtigte im Chesselhuus, um das neue Projekt zu diskutieren.
Darin, dass es nun vorwärtsgehen muss, waren sich auch alle einig: Gemeinderat, Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK) und die Ortsparteien. Weniger Einigkeit herrschte darüber, wie genau der neue Bushof aussehen soll beziehungsweise wo die neu sieben statt heute «viereinhalb» Haltekanten, wie es Bauvorstand Lukas Steudler (FDP) ausdrückte, angeordnet werden sollen.
Businsel versus Perron
Zwei Varianten standen im Raum. Entweder eine neue Businsel oder die Anordnung der zusätzlichen Haltekanten entlang dem Perron. Die zweite Variante war erst im letzten Jahr aufgrund eines neuen Projekts der SBB zur Verlängerung des Perrons auf der Nordseite des Bahnhofs in den Fokus gerückt und wurde vom Gemeinderat favorisiert.
Die RGPK stellte gleich zu Beginn den Antrag, sich bereits jetzt für eine der beiden Varianten zu entscheiden. «Jene Variante soll projektiert werden, welche bei den Stimmberechtigten am meisten Rückhalt findet», führte RGPK-Präsident Daniel Sigrist (EVP) aus. Zudem nehme man damit einem möglichen Rekurs die Erfolgsaussichten. Der Ordnungsantrag wurde sogleich zur Abstimmung gebracht und mit 68 Ja- zu 60 Nein-Stimmen auch genehmigt.


In der Diskussion strich Stefan Krebs im Namen der örtlichen SVP die Vorteile der Variante «Perron» hervor. Sie biete das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis, und mit der Perronverlängerung der SBB erhalte man sozusagen gratis eine Überdachung für den Bushof – obwohl diese wohl erst 2032 realisiert wird.
Trotzdem stellte die SVP einen Änderungsantrag: Auf die geplante Verlegung der Park-and-rail-Parkplätze soll verzichtet werden. «Damit dürften gut eine Million Franken eingespart werden können, da die Gemeinde kein zusätzliches Land erwerben muss», schloss Krebs. Auch die GLP, die Grünen und die EVP empfahlen die Variante «Perron», da die Variante «Businsel» zu gefährlichen Situationen beim nötigen Queren der Strassen führen würde.
Ein gehbehinderter Votant sprach sich ebenfalls für die Perron-Variante aus. «Mir machen hohe Absätze das Leben schwer, besonders wenn sie nass sind.» Er nehme lieber einen längeren Weg zur Bushaltestelle in Kauf, als zuerst vom Perron auf die Strasse hinunter- und dann bei der Businsel wieder hinaufzusteigen. «Und man muss eben einfach taktisch geschickt in den Zug einsteigen, um danach beim Bahnhof Pfäffikon an der passenden Stelle herauszukommen.»
Von den Ortsparteien unterstützte einzig die SP die Variante «Businsel». «Es geht nicht nur um die ÖV-Benutzer, die vom Zug in den Bus steigen, sondern auch um jene, die mit dem Bus ankommen.» Die von vielen herbeigesehnte Personenunterführung am östlichen Ende des Bahnhofs sei im Projekt nach wie vor nicht enthalten. «Und die SBB haben schon mehrmals betont, dass sie nicht kommen wird.» Diese wäre in den Augen der SP unumgänglich, um die langen Umsteigewege zu reduzieren.
Ehrenrunde hat sich ausbezahlt
Doch die Furcht vor den langen Gehwegen bis zur hintersten Bushaltekante konnte den Pfäffiker Souverän nicht überzeugen. Mit «sehr grossem Mehr», wie es Gemeindepräsident Marco Hirzel (parteilos), ausdrückte, sprach sich die Gemeindeversammlung für die Variante «Perron» aus, ebenso für den Änderungsantrag der SVP.

Ein Antrag aus der Versammlung, eine unabhängige Begleitgruppe in die nächste Projektierungsphase zu integrieren, wurde jedoch mit 69 Nein- zu 53 Ja-Stimmen verworfen. Und zu guter Letzt wurde der Projektierungskredit in Höhe von 490’000 Franken einstimmig genehmigt. Damit hat sich die Ehrenrunde, welche das Projekt nach der Rückweisung an den Gemeinderat im Frühling 2022 auf sich nehmen musste, doch noch ausbezahlt.
Im besten Fall könnte der neue Bushof ab Januar 2028 realisiert und im Sommer 2029 fertiggestellt werden. Zuvor muss das Volk jedoch auch noch dem Baukredit zustimmen. Die Kosten belaufen sich auf rund 9 Millionen Franken, wobei der Kanton rund 50 Prozent übernimmt. Der Restbetrag wird auf die Gemeinde Pfäffikon sowie die Nachbargemeinden, die vom Bushof profitieren, aufgeteilt. Die Kosten für Pfäffikon werden auf rund 2,4 Millionen Franken geschätzt.