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Zwei Kindergärten in Turbenthal sollen zusammenwachsen

Das sind die Pläne der Primarschule Turbenthal für die Kindergärten Girenbad und Gassacher.

Die Kindergärten Gassacher (links) und Girenbad (rechts) stehen auf demselben Grundstück. Mit dem Bauprojekt soll die Trennung aufgehoben werden.

Foto: PD

Zwei Kindergärten in Turbenthal sollen zusammenwachsen

Gassacher und Girenbad

Die Primarschule Turbenthal plant ein Sanierungs- und Ersatzbauprojekt für die Kindergärten Gassacher und Girenbad. Dafür hat sie sich einen straffen Zeitplan gesetzt.

Wenn es im Winter kalt ist, merken das die Vorschulkinder im Kindergarten Girenbad nicht nur in der Pause draussen. Auch im Unterrichtsraum herrschen teils kühle Temperaturen, trotz voll aufgedrehter Heizung. Die Wärme bleibt nicht lange im 1968 erbauten Gebäude. «Die Dämmung ist sehr schlecht», sagt Schulpfleger Julian Burkhard (parteilos).

Das ist unter anderem ein Grund, wieso die Primarschule Turbenthal den bestehenden Kindergarten abreissen und mit einem Neubau ersetzen will. Nach 56 Jahren lohnt sich laut Burkhard eine Sanierung nicht mehr. «Die Gebäudesubstanz ist dafür zu schlecht.»

Zum Projekt gehört auch die Sanierung des Kindergartens Gassacher, der auf dem gleichen Grundstück direkt nebenan liegt. «Dort ist die Hülle aber noch in gutem Zustand», erläutert Burkhard. Sie soll deshalb bestehen bleiben, der Kindergarten aus dem Jahr 1986 aber umfassend saniert werden.

Beide Gebäude weisen zudem Altlasten auf, wie beispielsweise Asbest im Dach. Diese müssen im Rahmen des Projekts entfernt werden.

Austausch vereinfachen

Zum Vorhaben der Schulgemeinde gehört auch, dass die beiden Kindergärten zusammenwachsen sollen. Heute stehen auf dem Areal zwei getrennte Gebäude. Jeder Kindergarten hat einen eigenen Eingang, jede Lehrperson ein eigenes Vorbereitungszimmer.

«Unterirdisch sind die Gebäude zwar über die bestehenden Schutzräume verbunden», sagt José Santos. Er ist Schulleiter im Schulhaus Hohmatt, zu dem auch die beiden Kindergärten gehören.

In Zukunft wünscht er sich aber, dass die Zusammenarbeit zwischen den beiden Kindergärten grösser wird. Räumlich möglich machen soll dies ein Verbindungstrakt.

Man sieht eine Karte eines Bauprojekts.
Zum Bauprojekt gehören auch ein gemeinsamer Eingang und ein Foyer, das von beiden Kindergartenklassen genutzt werden kann.

Neu soll es einen gemeinsamen Eingangsbereich für beide Kindergartenklassen geben. «Im Foyer können auch Kinder aus beiden Klassen miteinander spielen», erläutert Santos. Im Verbindungstrakt gibt es zudem ein neues Vorbereitungs- und Sitzungszimmer für die Lehrpersonen. «Damit soll der Austausch untereinander vereinfacht werden», wünscht sich der Schulleiter.

Für den Verbindungstrakt muss der Spielturm mit Rutsche und Klettergerüst weichen. Auf die Spielgeräte müssen die Kinder aber nicht verzichten – im Gegenteil. Im Aussenbereich der Anlage entstehen neue Spielmöglichkeiten – sogar mit einem Wasserspielbereich.

Raum besser nutzen

In den Kindergartenzimmern entstehen zudem Gruppenräume. Diese sind laut Santos heute in vielen Schulgebäuden Standard. «Dort können beispielsweise Kinder, die für eine Aufgabe etwas länger brauchen, in einem separaten Raum mit der Schulassistenz üben», sagt er. Die Nähe zum Kindergartenzimmer sei aber weiterhin gegeben.

Oberhalb der beiden Kindergärten befinden sich bereits heute Zimmer für die Heilpädagogik, Logopädie und den Unterricht Deutsch als Zweitsprache. Das Angebot soll nun im oberen Stockwerk des Kindergartens Gassacher konzentriert werden.

«Im Moment nutzen wir dazu die ehemalige umgebaute Hauswartwohnung», erklärt Schulpfleger Burkhard. Damit der Raum künftig besser genutzt werden kann, wird ausserdem eine Lukarne eingebaut.

Schulraum auf Vorrat will die Primarschulpflege dabei nicht schaffen. «Wenn jedoch die Schülerzahlen steigen, können wir den Kindergarten Girenbad aufstocken.»

Für ein Jahr zusammenrücken

Das Projekt hat die Schulpflege in diesem Jahr ausgearbeitet. Der Handlungsbedarf ist jedoch schon länger bekannt. «Der Umbau der Kindergärten ist seit 2015 Teil der Investitionsplanung», sagt Schulpfleger Burkhard.

Auch von den Lehrpersonen kamen laut Schulleiter Santos immer wieder Rückmeldungen, dass die Räumlichkeiten nicht mehr zeitgemäss seien. Er hat diese Inputs auch an die Schulpflege weitergegeben.

Beim vorliegenden Projekt war es den Verantwortlichen deshalb wichtig, auf die Bedürfnisse der Schule einzugehen. So wurden verschiedene Optionen geprüft und erarbeitet. «Mit einer Vertretung aus dem Kindergartenteam haben wir auch verschiedene Kindergärten in anderen Gemeinden besucht, um Ideen und Best-Practice-Beispiele zu sammeln», sagt Santos. Zudem gebe es Richtlinien des Verbands KindergärtnerInnen Schweiz, an denen sich das Projekt ebenfalls orientiere.

«Alle Wünsche kann man natürlich nicht erfüllen», betont Julian Burkhard. Doch er ist überzeugt, dass das jetzige Projekt nachhaltig und kostengünstig ist. Konkret beantragt die Schulpflege an der Gemeindeversammlung einen Kredit von 2,7 Millionen Franken. Am 9. Dezember stimmen die Turbenthalerinnen und Turbenthaler darüber ab.

Stimmt die Gemeindeversammlung zu, soll es schnell gehen. «Ziel ist, bereits im kommenden Sommer mit den Bauarbeiten zu beginnen», sagt Burkhard. So wären die beiden neuen Kindergärten bereits auf das Schuljahr 2026/2027 fertig.

Ein Provisorium ist nicht geplant. Die Kindergartenkinder sollen stattdessen für ein Jahr den Unterricht im Schulhaus Hohmatt – das liegt nur einige Schritte von den beiden Kindergärten entfernt – besuchen. Für Schulleiter Santos eine tragbare Lösung: «Wir rücken in dieser Zeit etwas näher zusammen.»

Am 12. November lädt die Primarschulpflege zur Informationsveranstaltung über die Sanierung und den Ersatzbau der Kindergärten Girenbad und Gassacher ein. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Theatersaal beim Schulhaus Hohmatt. Im Anschluss ist eine Begehung der Kindergartenanlage geplant.

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