Stadt will ein Gebäude des Spitals Uster für Millionen kaufen
Gebäude mit Potenzial
Das Spital Uster möchte eines ihrer Gebäude veräussern. Nun bekundet die Stadt Uster Interesse am Bau.
Ganz unscheinbar, ein paar hundert Meter vom grossen Spitalgebäude in Uster entfernt, steht ein einstöckiges Gebäude. Dort betreibt das Spital Uster an der Wagerenstrasse 47 die Kinderkrippe «Rösligarte». Jenes Haus und 13 dazugehörige Parkplätze sollen dem Meistbietenden verkauft werden.
Das Spital veräussert die 2674 Quadratmeter grosse Liegenschaft, «da sie für die Weiterentwicklung des Spitals nicht relevant ist». Die Parzelle befindet sich zudem ausserhalb des Spitalcampus.
Für das Gebäude hat das Spital Uster bereits einen Käufer gefunden. Allerdings verfügt die Stadt Uster über ein Vorkaufsrecht. So kann sie, wenn denn die Stadt will, die Liegenschaft für denselben Preis kaufen, den ein anderer Käufer bereit ist, auszugeben. Für die Entscheidung bleiben der Stadt 180 Tage.
Vielversprechendes Land
Der Ustermer Stadtrat hat vergangene Woche Interesse bekundet, das Gebäude für 8,75 Millionen Franken zu übernehmen. Dies, obwohl der Preis um ein bis zwei Millionen Franken höher liegt, als zwei Gutachten zuvor prognostizierten.


Wie aus der Weisung des Stadtrats hervorgeht, bietet das Grundstück jedoch Potenzial. Das Gebäude befinde sich an einer strategisch wichtigen Lage in Uster – auf der sogenannten «Gesundheitsmeile». Es sei in einem älteren, aber gut erhaltenen Zustand. Ein grosszügiger Spielplatz ist sogleich Teil des Grundstücks und liegt direkt neben der Spitex – einer Liegenschaft, die die Stadt im Jahr 2022 aufkaufte.
Neben einer Gesundheitseinrichtung könnte die Stadt auf der Parzelle auch eine Überbauung mit Wohnungen realisieren, wie es in der Weisung heisst. Theoretisch wäre ein Gebäude mit vier Vollgeschossen und zwei Dachgeschossen realisierbar. Bei 13 Wohnungen dürfte die Stadt Uster gemäss Schätzung von Wüest und Partner mit jährlichen Mietzinseinnahmen von rund einer halben Million Franken rechnen.
Die Stadt Uster müsste für den Kauf der Liegenschaft für 8,75 Millionen Franken möglicherweise ein Darlehen aufnehmen. Die Zinsen, personelle Folgekosten sowie der Gebäudeunterhalt lösen für Uster jährliche Folgekosten von über einer halben Million Franken aus.
Der Stadtrat hat sich dazu entschlossen, den Kauf anzustreben. Nun muss das Ustermer Stadtparlament am 11. November über das Vorhaben befinden.
Wofür benötigt das Spital die Millionen?
Zurzeit befindet sich noch die Kinderkrippe des Spitals Uster im betroffenen Gebäude. Wie das Spital auf Anfrage mitteilt, werde sich der Standort mittelfristig auch nicht ändern. «Die Eltern der Kinder, die in der Kinderkrippe betreut werden, sind über den geplanten Landverkauf informiert.»

Den Erlös möchte das Spital unter anderem in den ambulanten Bereich investieren. Des Weiteren fliessen Teile des Gelds in die Schuldentilgung. Somit setzt das Spital das um, was der Ustermer Stadtrat im Juni verlautete.
Im Rahmen einer Anfrage zweier Parlamentarier beantwortete die Exekutive Fragen zum «finanziellen Gesundheitszustand» des Spitals. Der Stadtrat schrieb der Institution – wenige Monate nach einer Aktienkapitalerhöhung von 33,2 Millionen Franken – eine nachhaltig gute Positionierung zu. Das Risiko eines Konkurses sei als gering einzustufen.
Diese Einschätzung begründete er damals auch mit dem Wissen, dass das Spital Uster über zwei zu verkaufende Landparzellen verfügt. Für das Spital ist der Verkauf des Gebäudes ein wichtiger Schritt, da von den Aktionärsgemeinden in den nächsten Jahren kein weiteres Geld zu erwarten ist.