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So plant Wetzikon die umfassende Bahnhofsneugestaltung

Im Winter will der Stadtrat den definitiven Masterplan verabschieden. Nächstes Jahr stimmen die Wetzikerinnen und Wetziker darüber ab.

Die Stadt will das Gebiet um den Bahnhof Wetzikon umgestalten. Der Bushof soll dazu zweigeteilt werden.

Foto: Simon Grässle

So plant Wetzikon die umfassende Bahnhofsneugestaltung

Abstimmung Ende 2025

Der Masterplan Stadtraum Unterwetzikon nimmt Formen an. Im kommenden Jahr kommt das Projekt an die Urne. Wenn es ums Geld geht, hüllt sich der Stadtrat noch in Schweigen.

Die Stadt Wetzikon hat grosse Pläne für den Bahnhof: Das Gebiet soll sich zu einer Mobilitätsdrehscheibe mit einem lebendigen Quartier entwickeln. Der Masterplan soll dies ermöglichen.

Diesen hat die Stadt zusammen mit den SBB in den letzten Jahren erarbeitet. Das Ziel: die verschiedenen privaten und öffentlichen Bauvorhaben miteinander zu koordinieren. Im letzten November haben Stadt und SBB verschiedene Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben – und der Plan nimmt nun weitere Formen an.

Einen richtungsweisenden Beschluss für die künftige Gestaltung des Gebiets hat der Stadtrat kürzlich gefällt. Er hat entschieden, dass der Wetziker Bushof auf zwei Standorte aufgeteilt wird.

Der Bushof am Postplatz bleibt bestehen und wird insgesamt acht Haltekanten bieten. Weitere vier Haltekanten sind an der Guyer-Zeller-Strasse geplant, von wo aus die Busse nach Gossau, Grüningen, Oetwil und Bubikon abfahren werden.

«Diese Lösung gewährleistet eine effiziente Abwicklung des Busbetriebs und ist durch die kurzen Wege zu den Gleisen sehr attraktiv», sagt Stadtrat Stefan Lenz (FDP), der für das Ressort Hochbau und Planung zuständig ist.

Überbauung und Park statt Parkplätze

Ein alternativer Lösungsansatz wäre gewesen, den Bushof auf der heutigen Park-and-ride-Anlage an der Rapperswilerstrasse zu realisieren. Dort sind stattdessen jetzt andere Dinge geplant.

Geplant ist eine Überbauung mit Wohnungen und Gewerberäumen. Da das Land den SBB gehört, ist sie für die Planung zuständig. In Richtung der Gleise soll zudem der Bahnhofpark entstehen, ein neuer öffentlicher Park mit viel Grünfläche.

Man sieht die Luftaufnahme eines Bahnhof mit Park-and-Ride.
Anstelle der Parkplätze ist eine Überbauung und ein neuer Park geplant.

Dafür müssen die oberirdischen Parkplätze weichen. «Unter der Überbauung ist aber eine Tiefgarage geplant», erläutert Stefan Lenz. Weitere Parkplätze soll es weiterhin auf der anderen Seite des Bahnhofs geben. Insgesamt wird das Parkplatzangebot aber reduziert – von heute zirka 190 auf geplante 116.

Laut Lenz stützt sich diese Zahl auf Vorgaben der Regionalplanung Zürcher Oberland. Damit bleibe die Funktion des Bahnhofs als Verkehrsdrehscheibe erhalten. «Aber es lässt sich nicht wegdiskutieren: Das Parkplatzangebot wird kleiner», gesteht Lenz ein.

Mehr Platz für Velos

Trotzdem sieht er in der angedachten Lösung viele Vorteile. «Heute sind die Parkplätze an der Oberfläche, das erlaubt keine Nutzung des Raums für Wohn- und Gewerbebauten.» Ins Untergeschoss verbannt werden deshalb nicht nur die Autos, sondern auch die Velos.

Unter dem Bahnhofplatz ist eine unterirdische Velostation geplant, die direkt von der Spitalstrasse befahren werden kann. Insgesamt sollen um den Bahnhof 900 Veloabstellplätze geschaffen werden, dreimal so viel wie heute.

Ausserdem soll die Unterführung Nord, die sich etwa auf Höhe der Bahnhofstrasse befindet, verbreitert werden, um eine getrennte Fuss- und Velowegverbindung zu ermöglichen. «Wir wollen keinen Fall wie in Dübendorf», betont Stefan Lenz.

Dort müssen Velofahrer nach einem Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts seit diesem Frühling nun absteigen – aus Sicherheitsgründen. Die Unterführung ist zu eng, um sogenannten Mischverkehr zuzulassen. Der Fall ist nun beim Bundesgericht hängig.

Nicht zum Bauen zwingen

Ob diese Verbesserung der Veloinfrastruktur – darunter die unterirdische Velostation unter dem Bahnhofplatz – realisiert werden kann, ist aber auch abhängig von anderen privaten Bauvorhaben, so zum Beispiel dem geplanten Neubau des «Schweizerhofs». Der Masterplan wird zwar für die Behörden verbindlich sein, aber auch mit diesem Instrument kann die Stadt private Grundeigentümer nicht «zum Bauen» zwingen.

Man sieht eine Karte des Bahnhofs Wetzikon mit eingezeichneten Projekten, die im Rahmen des Masterplans realisiert werden sollen.
Der Masterplan nimmt Formen an. Doch einige Details muss die Stadt noch klären.

«Deshalb haben wir mit den Eigentümern intensive Gespräche geführt», betont Stefan Lenz. Er ist zuversichtlich, dass alle am gleichen Strick ziehen. Für private Bauvorhaben wird es in den meisten Fällen auch Gestaltungspläne brauchen, um die Sonderbauvorschriften eines Gebiets zu regeln.

Die Anpassung der Gestaltungsplangebiete soll laut Lenz in der laufenden Ortsplanungsrevision berücksichtigt werden. «Es wird auch in Etappen gehen», betont er. Nicht alle Grundeigentümer werden gleichzeitig ihre Projekte in Angriff nehmen. «Das könnten wir auch als Stadt nicht bewältigen.»

Noch ist der Masterplan aber nicht in trockenen Tüchern. Viele Eckpunkte sind zwar bereits bekannt, aber die Planung ist noch nicht abgeschlossen. Erst Ende September genehmigte das Parlament einen Nachtragskredit von 450’000 Franken für diese Arbeiten.

Damit werden die Planungskosten für das Generationenprojekt insgesamt rund 1,6 Millionen Franken betragen. Für Lenz ist das gut investiertes Geld. Er spricht von einem Generationenprojekt. «Es geht um einen Realisierungshorizont von 15 Jahren.»

«Grosse Summe» kommt an die Urne

Im Winter will der Stadtrat den definitiven Masterplan verabschieden. Voraussichtlich im November 2025 kommt das Vorhaben dann an die Urne – und zwar in Form eines Rahmenkredits. Dieser umfasst alle Ausgaben, welche die Stadt Wetzikon trägt. Darin enthalten ist sicherlich der Kostenanteil für den Bushof, die Veloabstellplätze und für die öffentlichen Freiräume.

Eine genaue Zahl will Stadtrat Stefan Lenz noch nicht nennen. «Es gibt noch einige Unschärfen.» Nur so viel kann er bereits verraten: «Es ist ein grosses Areal, und es geht um eine grosse Summe.»

Das liegt auch daran, dass es sich um einen sogenannten Bruttokredit handelt. «Für viele Vorhaben werden wir Geld von den SBB oder vom Bund erhalten», ist sich Lenz sicher. Da die Höhe der Beiträge aber noch unklar ist, können sie im Kreditantrag noch nicht berücksichtigt werden.

Trotz der zu erwartenden Kosten stimmen die Rückmeldungen, die er bisher aus der Bevölkerung erhalten hat, Lenz positiv. Doch auch Stefan Lenz ist sich bewusst, dass es auch vonseiten der Stadt Überzeugungsarbeit braucht.

«Die Öffentlichkeitsarbeit startet eigentlich erst jetzt», betont er. So hat die Stadt zusammen mit den SBB die neue Projektwebsite stadtraum-bahnhof-wetzikon.ch aufgeschaltet.

Ausserdem sind im kommenden Frühjahr zahlreiche Informationsveranstaltungen auch vor Ort im und um den Bahnhof geplant. Lenz ist überzeugt: «Man muss das Areal erleben, um sich die Veränderungen überhaupt vorstellen zu können.» 2026 könnte die Realisierung in Etappen starten.

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