Weisslingen kann Schulhaus verkaufen
Für rund 1,2 Millionen Franken
Mit dem Verkauf von insgesamt vier Schulliegenschaften will der Gemeinderat die Finanzsituation der Gemeinde verbessern. Bei einem Kindergarten verzögert sich der Verkauf jedoch.
Der Gemeinderat Weisslingen beabsichtigt, insgesamt vier Schulliegenschaften zu veräussern. An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung am Montagabend ging es aber nur um den geplanten Verkauf der Kindergärten am Rennweg 30 in Theilingen und an der Burggasse 5 sowie des alten Schulhauses an der Neschwilerstrasse 3.
Gemeindepräsident Pascal Martin (SVP) betonte, dass der Verkauf der vierten Liegenschaft, namentlich der Kindergarten Hintergasse, noch nicht vorberaten werden könne. «In diesem Fall besteht trotz zahlreicher Interessenten noch kein konkretes Kaufgebot.»
«Wir benötigen Geld im Kässeli»
Liegenschaften- und Finanzvorstand Roland Bischofberger (Wisliger Forum) kommentierte die zwei Geschäfte des Abends. Er begründete die Verkaufspläne. Es gehe grundsätzlich um die Finanzierung anstehender Investitionen. Die «in die Jahre gekommenen» Schulliegenschaften müssten allesamt renoviert werden, der Gemeinderat erachte eine alternative Nutzung nicht als zielführend. Allein die Instandstellung würde hohe Kosten verursachen.
Der Referent beleuchtete die finanzielle Lage der Gemeinde. Weisslingen weise 12 Millionen Franken Darlehen aus. Unter dem Strich seien dies 8 Millionen Franken Nettoschulden. Erfreulich sei, dass diese Schulden in den letzten Monaten nicht angewachsen seien, entsprechend liege der Fokus des Gemeinderats beim Schuldenabbau.
«Aus heutiger Sicht ist jedoch keine baldige Verbesserung der Gemeindefinanzen zu erwarten», führte Bischofberger aus. Dennoch stünden in den kommenden Jahren notwendige Investitionen in Höhe von über 30 Millionen Franken an. «Wir brauchen also Geld im Kässeli, um wichtige Investitionen zu tätigen», betonte der Finanzvorstand.
Keine alternative Nutzungsmöglichkeit
Bischofberger erläuterte das Verfahren im bisherigen Verkaufsprozess. Nach einer Schätzung der vier Liegenschaften seien diese als Verkaufsobjekte mit einem Mindestverkaufspreis im Internet ausgeschrieben worden.
Eingehende Gebote von Kaufinteressenten seien dann geprüft worden. Namen werden nicht genannt, hat der Gemeinderat entschieden.
Altes Schulhaus Neschwil
Bischofberger führte die Eckdaten des geplanten Verkaufs der Liegenschaft altes Schulhaus aus. Das Gebäude an der Neschwilerstrasse 3 soll für 1,274 Millionen Franken verkauft werden. Das Schulhaus werde seit Jahren nicht mehr für öffentliche Zwecke genutzt. Die Gemeinde sehe keine alternative Nutzungsmöglichkeit, und die Beurkundung sei bereits erfolgt.
Votant Martin Hösli wollte wissen, was beim Schulhaus aktuell an Einnahmen generiert werde. Er sehe nämlich nur Kosten und keine ausgewiesenen Einnahmen. Roland Bischofberger erklärte, dass es sich bei diesem Gebäude keinesfalls um ein Renditeobjekt handle.
Eine weitere Votantin erachtete es grundsätzlich als schwierig, wenn die Gemeinde «Vermögen einfach so weggibt». Im Namen der SP plädierte sie, dieses Vermögen zu erhalten und allenfalls alternative Anlagemöglichkeiten zu prüfen.
Trotz dieser Wortmeldungen sprach sich der Souverän grossmehrheitlich für den Verkauf des alten Schulhauses aus.
Kindergärten Theilig und Burggasse
Bei dem Geschäft zum Verkauf der beiden Kindergärten ging es am Montagabend nur um eine Vorberatung, Dies, weil der Verkauf von gemeindeeigenen Liegenschaften ab 1,5 Millionen mit einer Urnenabstimmung bewilligt werden muss.
Es wurde dargelegt, dass Kaufinteressenten für den Kindergarten Theilig 2,1 Millionen Franken, für den Kindergarten Burggasse ursprünglich 2,2 Millionen Franken geboten haben. Bischofberger teilte mit, dass ein Kaufwilliger des Kindergartens Burggasse unvermittelt von seinen Kaufabsichten zurückgetreten sei.
Es hätten dann aber Nachverhandlungen mit einem anderen Kaufinteressenten stattgefunden, weshalb man dieses Geschäft dennoch beraten könne. Statt des in den Versammlungsunterlagen ursprünglich deklarierten Verkaufspreises in Höhe von 2,2 Millionen betrage der Verkaufspreis jedoch nur noch 2,1 Millionen Franken, falle also um 100’000 Franken geringer aus. Diese Änderung wurde vom Souverän kommentarlos akzeptiert.
Die Mehrheit der 77 anwesenden Weisslingerinnen und Weisslinger genehmigte somit die vorberatenden Geschäfte. Es sprach damit eine Abstimmungsempfehlung zuhanden der Urnenabstimmung vom 24. November aus. Damit entscheidet das Volk am Ende, ob der mutmassliche Verkaufserlös der drei Liegenschaften auf insgesamt 5,4 Millionen Franken zu liegen kommt.
