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So wollen die Schulen in Uster einen Eklat wie in Pfäffikon verhindern

Nulltoleranz gegenüber Diskriminierung und klare Abläufe: Die Ustermer Schulen legen dar, wie sie gegen Diskriminierung vorgehen.

An der Primarschule Uster wie hier im Schulhaus Pünt sollen Lehrpersonen und Schüler vor Diskriminierung geschützt werden. Die Schulpflegen legen ihre Strategien dar. (Symbolbild)

Foto: Christian Merz

So wollen die Schulen in Uster einen Eklat wie in Pfäffikon verhindern

Gegen Diskriminierung

Wie schützen die Schulen in Uster ihre Lehrpersonen vor Diskriminierung? Dies wollten die Ustermer Grünen von den Schulpflegen wissen – als Reaktion auf den Fall in Pfäffikon. Die Schulen sind von ihren Konzepten überzeugt.

Ein schwuler Lehrer gerät wegen des Sexualkundeunterrichts ins Kreuzfeuer wertkonservativer Eltern. Die Vorwürfe gegen ihn erweisen sich als haltlos – und trotzdem verliert er den Rückhalt seiner Vorgesetzten. Genau dies ist Anfang Jahr in Pfäffikon passiert.

Der Vorfall hat im Frühling schweizweit hohe Wellen geschlagen. Die Schulpflege hat den Fall im Anschluss untersucht und unter anderem Verfahrensfehler zugegeben. Sie betonte jedoch stets, dass der Lehrer nicht aufgrund seiner sexuellen Orientierung diskriminiert wurde.

Die Fraktion der Grünen im Ustermer Gemeinderat nahm den Vorfall aber zum Anlass, bei der Primar- und der Sekundarschulpflege nachzufragen, wie es um den Schutz vor Diskriminierung in Uster steht. Die Antworten liegen in der Zwischenzeit vor.

Darin betont die Primarschulpflege ihrerseits, dass Null-Toleranz gegenüber Diskriminierung, Rassismus und Gewalt herrsche – das gelte sowohl für Kinder als auch für Mitarbeitende. Die Medienberichterstattung zum Fall Pfäffikon nahm die Schule zum Anlass, die Mitarbeitenden an diese Haltung zu erinnern.

Ton der Eltern sei härter

Wenn es wie in Pfäffikon zu Problemen mit Eltern kommt, können sich die Mitarbeitenden an die Vorgesetzten oder an sogenannte Konfliktsensoren wenden. «Das sind speziell ausgebildete und sensibilisierte Personen», erklärt der Ustermer Gesamtschulleiter Markus Zollinger. Er vergleicht sie mit «Rauchmeldern».

Ihre Aufgabe ist es, Konflikte oder schwierige Situationen frühzeitig zu erkennen und zu melden – und zwar entweder an den Gesamtschulleiter oder den Vizepräsidenten der Schulpflege. So können ausserhalb der Hierarchiestufe Lösungen gesucht werden. «Die Konfliktsensoren müssen sich deshalb nicht an ihre direkten Vorgesetzten wenden», erklärt Zollinger. Das System gebe es in Uster seit einigen Jahren und habe sich bisher bewährt.

Dieses System soll auch beim Umgang mit schwierigen Eltern helfen: «Ziel ist immer eine schnellstmögliche Deeskalation und Lösungsfindung», schreibt die Primarschulpflege. Sie stellt aber auch fest, dass der Ton der Eltern härter geworden ist und die Auseinandersetzungen langwieriger und komplexer werden.

Ein eigenes Konzept, wie man mit übergriffigen Eltern umgeht, hat die Schule aber nicht. «Die Primarschulpflege unterscheidet nicht zwischen internen und externen Diskriminierungen gegenüber ihren Mitarbeitenden», steht in der Antwort. Diskriminierung werde grundsätzlich nicht geduldet.

Schutz für «korrekt handelnde» Lehrpersonen

Die Sekundarschulpflege ihrerseits betont ebenfalls, dass Gleichstellung ein fundamentaler Wert der Gesellschaft sei, den die Sekundarschule Uster (SSU) lebe und pflege. «Die sexuelle Orientierung darf nicht Grund sein, Personen zu diskreditieren, abzuwerten und zu verurteilen.» Das Gesetz schütze Lehrpersonen, Personal und die Schülerinnen und Schüler gleichermassen vor Diskriminierung.

Der Schulpflege der Oberstufe sind aber keine Vorfälle wie in Pfäffikon bekannt. «Sollte das vorkommen, wird die Schulleitung die Eltern zu einem klärenden Gespräch einladen – falls nötig mit Unterstützung durch die Schulpflege», hält sie in ihrer Antwort fest. «Die SSU unterstützt Lehrpersonen gegen ungerechtfertigte Anfeindungen jeglicher Art.» Sie schütze korrekt handelnde Lehrpersonen vor Diskriminierung.

Hinter übergriffigen Eltern, Erziehungsberechtigten und anklagenden Vorwürfen verbergen sich laut der Schulpflege oft Gründe, die der Schule und der Behörde unklar sind. «Diese gilt es in jedem Fall individuell aufzunehmen und zu verstehen.»

Dazu gebe es klare Prozesse und Abläufe. Das Schema komme immer zur Anwendung, wenn Klagen oder Anschuldigungen im Raum stünden. Zudem lasse sich die Schule im Einzelfall vom Volksschulamt, von der Polizei oder anderen Fachstellen beraten.

Keine Kritik an Pfäffiker Schulpflege

Zurückhaltender bleibt die Sekundarschulpflege aber bei ihrer Stellungnahme zu den Vorkommnissen in Pfäffikon. Von diesen hatte sie nur aus den Medien Kenntnis, bis die Pfäffiker Schulpflege kurz vor den Sommerferien ihren Abschlussbericht veröffentlicht hatte. Diesen hat die Schulpflege studiert und die Empfehlungen zur Kenntnis genommen.

Auch die Primarschulpflege betont, dass sie aus den Medien von den Ereignissen in Pfäffikon erfahren hatte. «Die Seite der Schule Pfäffikon ist ihr nicht bekannt», schreibt sie. Dies, obwohl sowohl die Antwort an der Gemeindeversammlung als auch der Untersuchungsbericht in der Zwischenzeit öffentlich sind.

Die Primarschule ist ohnehin überzeugt, dass die vorhandenen Strukturen und Haltungen ausreichen, damit ein solcher Fall nicht so eskalieren könnte. So seien bei schwierigen Personalsituationen beispielsweise immer mehrere Personen und Ebenen involviert. Trotzdem hält sie fest: «Die Primarschulpflege ist sich bewusst, dass in jedem System Fehler passieren können.»

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