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Diese Verkehrsprojekte in der Region soll der Bund mitbezahlen

Velostrassen, Umfahrungen, Busverkehr: Hier will der Kanton den Bund dazu bringen, Geld springen zu lassen.

Der öffentliche Verkehr in der Region nimmt eine wichtige Rolle im neusten Agglomerationsprogramm ein. Auch die weitere Elektrifizierung der VZO-Flotte ist Teil davon.

Foto: PD

Diese Verkehrsprojekte in der Region soll der Bund mitbezahlen

Neues Agglomerationsprogramm

Der Kanton will die Verkehrsentwicklung in den Agglomerationen vorantreiben – mit Geldern aus Bern. In der Region sind viele Projekte für den ÖV und den Veloverkehr geplant.

Die Zentren in der Region sollen besser erschlossen werden. Diesen Fokus legt der Kanton mit dem neusten Agglomerationsprogramm. Er will wichtige Verkehrsdrehscheiben ausbauen und die Strassen siedlungsverträglicher machen.

Denn Verkehrs- und Siedlungsentwicklung in den Agglomerationen sollen aufeinander abgestimmt sein – das will der Bund. So will er Verkehrsprobleme anpacken und der Zersiedelung entgegenwirken. Die Steuerung erfolgt über sogenannte Agglomerationsprogramme.

Jede Agglomeration enthält ein dicht besiedeltes städtisches Zentrum, das aus einer oder mehreren Gemeinden besteht, sowie Gürtelgemeinden. Diese sind mit dem Zentrum funktional verbunden.

Gemäss dem Bund gibt es in der Schweiz 52 Agglomerationen. Dort leben insgesamt etwa 6,6 Millionen Menschen, das entspricht 74 Prozent der Bevölkerung. (bes)

Aktuell arbeitet der Kanton Zürich am Agglomerationsprogramm der fünften Generation. Derzeit liegt es öffentlich auf, im nächsten Jahr will der Regierungsrat die Programme für die einzelnen Regionen beim Bund einreichen.

Sie beinhalten konkrete Massnahmen. Es gilt: Je besser das Programm ist, desto höher ist die Beteiligung des Bunds an den Baukosten für Verkehrsprojekte. 30 bis 50 Prozent können aus Bern finanziert werden, über den Kredit muss die Bundesversammlung entscheiden.

Nicht im Tösstal

Die Massnahmen sind unterschiedlich priorisiert. Sogenannte A-Massnahmen haben eine hohe erwartete Wirkung und einen fortgeschrittenen Planungsstand. Beim Agglomerationsprogramm der fünften Generation heisst das, dass sie voraussichtlich zwischen 2028 und 2031 angepackt werden.

Im Zürcher Oberland konzentrieren sich die Massnahmen auf die Erreichbarkeit und Erschliessung der regionalen Zentren Uster, Wetzikon, Pfäffikon und Hinwil. Doch auch in Illnau-Effretikon, das zur Region Winterthur zählt, und im Glattal sind Projekte angedacht. Nicht Teil der Programme ist das ländlich geprägte Tösstal.

Die Vorhaben in der Region müssen zudem mit dem Agglomerationsprogramm Obersee rund um Rapperswil-Jona und Freienbach abgestimmt werden. Denn dazu gehören auch Bubikon, Dürnten, Rüti und Wald sowie weitere Gemeinden aus den Kantonen St. Gallen und Schwyz.

Wir haben einige der wichtigsten Projekte in der Region zusammengetragen.

Umfahrung Stedtli Grüningen

Das grösste Einzelprojekt im neusten Agglomerationsprogramm ist die Umfahrung des Stedtli in Grüningen. Geplant ist für die Umfahrung der Neubau einer Brücke.

Calatravas Umfahrung führt von Oetwil am See her eine Brücke über das Tobel, dann unter dem Grüninger Friedhof in ein Tunnel und anschliessend auf der Wetzikerstrasse in Richtung Wetzikon.
Der Kanton will, dass sich auch der Bund an der Umfahrung von Grüningen beteiligt.

Das Projekt stammt aus der Feder des Stararchitekten Santiago Calatrava. Kosten wird das gesamte Unterfangen etwa 25 Millionen Franken.

Neue Bushöfe

Laut dem Kanton ist der Anteil des Individualverkehrs auf den Oberländer Strassen hoch – und ist damit auch für die Überlastung des Strassennetzes in den Nachbarregionen verantwortlich, insbesondere im Glattal.

Folglich liegt ein Schwerpunkt des Agglomerationsprogramms auf dem Ausbau des öffentlichen Verkehrs. Geht es nach dem Kanton, soll sich der Bund an drei verschiedenen Bushofprojekten in der Region beteiligen, und zwar in Uster, Illnau-Effretikon und Dübendorf.

In Uster und Illnau-Effretikon rechnet man mit Kosten von gut 10 Millionen Franken, der Ausbau in Dübendorf wird wohl das Doppelte kosten. Dort soll zudem die Personenunterführung erneuert werden.

Elektrisch unterwegs im Bus

Der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) will, dass die Busflotten im Kanton bis im Jahr 2040 keine Treibhausgas-Emissionen verursachen. Um das Ziel zu erreichen, werden die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) in den nächsten Jahren ihre Fahrzeuge erneuern. Sie ersetzen ihre Dieselbusse durch Elektrobusse und schaffen zwei elektrische Kleinbusse an. An den Kosten von gut 5 Millionen Franken soll sich der Bund beteiligen.

Der Umstieg hat für die VZO aber bereits begonnen. Seit Anfang Jahr sind die ersten Elektrobusse in der Region unterwegs.

Zwei weisse Metallboxen stehen in einer Buswerkstatt.
Mit diesen Ladegeräten werden die Elektrobusse vorerst mit Strom versorgt. Für die neuen Fahrzeuge müssen aber auch weitere Lademöglichkeiten geschaffen werden.

Gleichzeitig muss auch die Ladeinfrastruktur für die neuen Busse geschaffen werden. Der Ausbau mit Kosten von etwa 5,6 Millionen Franken in den Depots in Grüningen und Rüti ist ebenfalls im Agglomerationsprogramm enthalten.

Neue Unterführungen

Zu den A-Massnahmen mit hoher Priorität gehören in der Region auch zahlreiche neue Unterführungen. Beispielsweise in Pfäffikon, wo aktuell kein barrierefreies Queren der SBB-Gleise möglich ist. Eine Initiative für eine Unterführung an der Tunnelstrasse lehnten die Pfäffiker jedoch an der Gemeindeversammlung letztes Jahr knapp ab.

Eine Unterführung ist damit aber nicht vom Tisch: An mindestens einem der jetzigen Bahnübergänge soll eine Unterführung realisiert werden. Im Mobilitätskonzept eruiert die Gemeinde mögliche Standorte. Ohne genauere Angaben gibt es auch kein Geld vom Bund für die voraussichtlichen Ausgaben von 15 Millionen Franken.

Unterstützung aus Bern soll auch eine Unterführung für Fussgänger und Velofahrer an der Wermatswilerstrasse in Uster erhalten. Aktuell geht die Stadt von Kosten in Höhe von 14 Millionen Franken aus.

Schneller und sicherer mit dem Velo

Nicht nur mit neuen Über- oder Unterführungen soll der Veloverkehr in der Region gestärkt werden. Hohe Priorität im Agglomerationsprogramm hat die Umsetzung der Velobahn im Raum Uster Ost.

Sie ist Teil der geplanten Route von der Stadt Zürich ins Oberland. Im April startete ein Pilotprojekt mit einer Velostrasse auf der Neuwiesenstrasse.

Velostrasse
In Uster läuft derzeit ein Pilotprojekt für die Velostrasse.

Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Lückenschliessung des Radwegs zwischen Mönchaltorf und Gossau.

Teil des Agglomerationsprogramms ist ausserdem die Aufwertung des Ortszentrums von Greifensee. Dazu gehören beispielsweise die Einführung von Tempo 30 oder die Ergänzung des bestehenden Velo- und Fusswegs durch einen neuen Weg für den schnellen Veloverkehr.

Verbessert werden soll bald auch die Fuss- und Radwegverbindung zwischen dem Bahnhof Kempten und dem Zentrum von Wetzikon. Diese ist nördlich der Gleise geplant.

Dazu gehört auch eine neue Fussgänger- und Velobrücke über die Binzackerstrasse. Dort soll zudem die bestehende Unterführung ersetzt werden. Das ganze Vorhaben kostet voraussichtlich rund 10 Millionen Franken.

Aktuell liegt das Zürcher Agglomerationsprogramm der fünften Generation öffentlich auf. Auch die Bevölkerung kann sich dazu äussern, und zwar über die elektronische Vernehmlassungsplattform des Kantons unter zh.ch/ap5.

Auf der Website können auch alle Berichte und Massnahmen eingesehen werden. Eine Stellungnahme ist bis zum 20. September möglich.

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