«Es ist schwierig, jemanden in flagranti zu erwischen»
Böllerverbot in Bubikon
In der Region eine Premiere, im Kanton Graubünden bereits weit verbreitet: das Verbot von lärmendem Feuerwerk. Severin Bischof aus Davos erzählt von seinen Erfahrungen.
Es soll nicht mehr «chlöpfe»: Am Mittwoch hat die Bubiker Gemeindeversammlung entschieden, dass lärmendes Feuerwerk in Zukunft nicht mehr gezündet werden darf. Damit ist Bubikon die erste Gemeinde im Oberland, die ein solches Verbot festsetzt, gemäss Gemeindeschreiber Urs Tanner gar die erste im Kanton.
Ganz anders sieht das im Kanton Graubünden aus. Rund 30 Prozent der 101 Bündner Gemeinden kennen ähnliche Vorschriften. In Davos zum Beispiel darf seit 2020 nur noch Feuerwerk verwendet werden, das keinen Lärm verursacht.
Statistiken schwierig
«Grundsätzlich hält sich die Bevölkerung gut an das Verbot», sagt Severin Bischof, Medienverantwortlicher der Gemeinde. «Da viele Touristen nach Davos kommen, werden auch in den Hotels Flyer verteilt und über den Hauptstrassen grosse Banner zur Information aufgehängt.» Dies zusätzlich zu Plakat- und Social-Media-Kampagnen.
Die Kantonspolizei patrouilliere jeweils und sei auch an den Hotspots in der Gemeinde präsent. «Es kommt zwar noch zu vereinzelten Verstössen, und die werden auch gebüsst – allerdings ist es schwierig, jemanden in flagranti zu erwischen.» Nach einigen Rügen hätten aber auch bestimmte Hotels eingesehen, dass das Verbot für alle gelte.
Volksinitiative für eine Einschränkung von Feuerwerk
Auch auf nationaler Ebene läuft die Diskussion über Feuerwerk seit längerer Zeit. Im November 2023 wurde die eidgenössische Initiative für eine Einschränkung von Feuerwerk eingereicht und im Dezember für gültig erklärt. Im Initiativtext werden der Verkauf und die Verwendung von Feuerwerkskörpern, die Lärm erzeugen, verboten. Für Anlässe von überregionaler Bedeutung kann die zuständige kantonale Behörde Ausnahmebewilligungen erteilen. Der Bundesrat empfiehlt die Initiative zur Ablehnung. Kantone und Gemeinden hätten bereits die erforderlichen Rechtsgrundlagen, um Feuerwerke einzuschränken.
Konkrete Statistiken würden in Davos nicht geführt, aber der Unterschied zu vorher sei merklich spürbar. «Genaue Zahlen zu erheben, wie oft noch ein Knaller abgefeuert wird, ist sehr schwierig», sagt Bischof. «Genauso schwierig, wie das Verbot in allerletzter Konsequenz durchzusetzen. Aber es ist eine Absichtserklärung, auf die wir bisher primär positive Rückmeldungen erhalten haben.»
Visuelle Spektakel mit Licht
Bis vor ein paar Jahren hatte die Gemeinde Davos zum Nationalfeiertag noch ein offizielles Feuerwerk organisiert. «Mittlerweile sind wir auf andere, visuelle Möglichkeiten umgestiegen.» So gab es etwa im letzten Sommer eine Lichtshow und ein Wasserspektakel mit Musik, auch eine Drohnenshow wurde der Davoser Bevölkerung schon geboten.
Laut Severin Bischof ist bei der Umsetzung eines Verbots für lärmendes Feuerwerk der Informationsfluss das zentrale Element. «Viele finden ein Verbot nicht schlimm, aber man muss erst einmal davon erfahren.» Bubikon mit rund 7500 Einwohnern sei dabei etwas überschaubarer als Davos mit rund 11'000 Einwohnern – plus Touristen. «In einer kleineren, weniger touristischen Gemeinde wird das Verbot wohl einfacher umzusetzen sein. Aber Unverbesserliche wird es immer geben.»