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Feuerwehrkommandant wirft Gemeinderat Wildberg Lügen vor

Wusste der Kommandant von den Verzögerungen beim Bauprojekt fürs Feuerwehrdepot? Es steht Aussage gegen Aussage.

Feuerwehrkommandant Christian Wullschleger wünscht sich endlich Planungssicherheit beim Umbau des Feuerwehrdepots. Dafür kam der Wilemer sogar an die Wildberger Gemeindeversammlung.

Foto: Bettina Schnider/PD

Feuerwehrkommandant wirft Gemeinderat Wildberg Lügen vor

Emotionen an der Gemeindeversammlung

Planungsfehler und ein Schimmelproblem verzögern den geplanten Umbau der Asylunterkunft und des Feuerwehrgebäudes in Wildberg. Doch es gibt da offenbar noch weitere Gerüchte.

Eigentlich wäre der Umbau der Asylunterkunft und des Feuerwehrgebäudes gar kein Thema an der Gemeindeversammlung in Wildberg am Mittwoch gewesen. Der Gemeinderat hatte den notwendigen Kredit nämlich im Mai kurzfristig von der Traktandenliste gestrichen. Er begründete dies unter anderem damit, dass der beleuchtende Bericht nicht den aktuellen Verhältnissen entspricht.

Trotzdem war die Sanierung das Hauptthema. Denn ein Bürger, der auch Mitglied der Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg ist, hatte eine Anfrage an den Gemeinderat gestellt. Darin wollte er unter anderem wissen, welche Verhältnisse sich geändert hatten.

Zunächst las Gemeindepräsident Dölf Conrad (SVP) die Antwort vor. Er erwähnte dabei den geplanten Bau einer Mehrzweckhalle, für die im letzten Sommer eine Baukommission gegründet wurde. Um Doppelspurigkeiten zu vermeiden, hat die Gemeinde im Anschluss das Projekt für den Umbau des Feuerwehrgebäudes und der Asylunterkunft nochmals überarbeitet.

«Die Überarbeitung hatte zwar stattgefunden, allerdings wurden die Pläne und der Baubeschrieb seitens des beauftragten Architekturbüros noch nicht ausgearbeitet», erläuterte Conrad. Diesen Umstand hatte die Rechnungsprüfungskommission (RPK) bemängelt.

Schimmel führt zu neuen Erkenntnissen

Zudem trat kürzlich in der Asylunterkunft ein Schimmelproblem auf. Der Gemeinderat ordnete daraufhin die sofortige Behebung an – zumindest oberflächlich.

Während der Bestandsaufnahme vor Ort wies dabei ein Experte darauf hin, dass für die komplette Schimmelsanierung die Platten an den Wänden ebenfalls entfernt werden müssen. Zudem empfahl er, die Dusche im Gemeinschaftsraum der Unterkunft auszubauen und eine energetische Sanierung samt Einbau einer Lüftung vorzunehmen.

Hier lebt Flüchtling Surafiel aus Eritrea seit fünf Jahren.
Der Gemeinschaftsraum in der Wildberger Asylunterkunft beherbergt auch die Dusche. Das scheint nicht optimal zu sein.

«Die ‹neuen Erkenntnisse› über den baulichen Zustand der Asylunterkunft liess die Ressortvorsteherin Liegenschaften ebenfalls in den beleuchtenden Bericht einfliessen», las Conrad vor. Doch die RPK wünschte sich dazu genauere Erklärungen. In der Zwischenzeit sei der Bericht aber überarbeitet worden.

«Entspricht nicht der Wahrheit»

Da das Traktandum verschoben wurde, verzögert sich auch die Sanierung des Feuerwehrgebäudes. Conrad betonte derweil, dass der Kommandant der Feuerwehr Turbenthal-Wila-Wildberg, Christian Wullschleger, periodisch über den Stand der Dinge informiert worden sei – aber nur mündlich.

Der Bürger, der die Anfrage eingereicht hatte, war von diesen Ausführungen nicht überzeugt. «Ihr habt die Fragen einfach umschifft», warf er dem Gemeinderat vor. Er wollte das Wort auch Christian Wullschleger – der als Wilemer als Gast anwesend war – geben. Der Gemeinderat gestattete dies.

Wullschleger nahm dabei kein Blatt vor den Mund – vor allem, was seine Informationen anbelangt. «Das entspricht nicht der Wahrheit.» Er sei nie darüber informiert worden, dass das Traktandum verschoben werde.

Und schon gar nicht habe er dies vorgeschlagen, so, wie es Conrad ausgeführt habe. «Der Gemeinderat hatte jedoch Angst, dass das Budget letzten Dezember nicht durchkommt», erklärte Wullschleger. Damals habe er gesagt, man könne es auch für die geplanten Investitionen 2024 streichen. Der Gemeinderat ist seinem Vorschlag aber nicht gefolgt, und das Budget wurde einstimmig genehmigt.

Nach 43 Jahren sei es aber an der Zeit, endlich die Sanierung des Feuerwehrdepots an die Hand zu nehmen – und beispielsweise geschlechtergetrennte Garderoben oder eine Teeküche für die Angehörigen der Feuerwehr einzubauen. «Wir brauchen jetzt Planungssicherheit», forderte der Feuerwehrkommandant.

Im Anschluss gab er das Wort wieder dem Bürger, der die Anfrage eingereicht hatte. Und dieser erwähnte ein Gerücht, das offenbar im Dorf kursiert: «Wir fahren die Gemeinde einfach an die Wand, es wird nichts mehr gemacht bis zur Fusion.»

Dölf Conrad empfahl aber: «Gönd nöd uf Grücht!» Auf den Umstand von «Aussage gegen Aussage» wollte er derweil nicht eingehen. «Der Gemeinderat steht 100 Prozent hinter dem Projekt», versicherte er. «Wir brauchen dazu aber eine ausgegorene Abstimmungsvorlage, sonst ist das Projekt gefährdet.»

Als ein Anwesender nach dem Zeitplan fragte, blieb der Gemeindepräsident aber vage: «Sonst werden wir dann daran aufgehängt.»

Rechnung und Kredit

Keine Diskussionen gab es bei den anderen beiden Traktanden. Die 36 Anwesenden nahmen die Jahresrechnung 2023 und den Kredit für die Vergrösserung der Frischwasserleitung Bläsimühle–Roxor ohne Gegenstimme an.

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